Murīd

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Die Bezeichnung Murīd oder Murid (arabisch ‏مريد‎ „der Wollende“[1]; Mehrzahl: Murīdūn ‏مريدون‎, deutsch Muriden, auch Mouriden) hat unterschiedliche Bedeutungen im Sufismus, im Jesidentum und im spanischen Mittelalter.

Sufismus

Im Sufismus bezeichnet Murīd einen Schüler (Novizen oder Adepten) einer mystischen Bruderschaft (Tarīqa). Zur Initiation angeleitet wird er von einem Scheich, Murschid oder Pīr, der ihn als seinen Schüler anerkennen muss. Der Name der Sufi-Bruderschaft Muridiyya im afrikanischen Senegal ist von der Bedeutung abgeleitet.

Jesidentum

Bei den Jesiden, einer religiösen Minderheit der Kurden im Nahen Osten, bezeichnet Murīd die Laienkaste im Unterschied zu den beiden Kasten der Pīre und der Scheiche.

Mittelalter

In der spanischen und portugiesischen Geschichte werden im 11. Jahrhundert als Muridun die Anhänger des maurischen Sufi Ibn Qasi bezeichnet. Er verbündete sich 1144 im Kampf gegen die Berberdynastie der Almoraviden mit der Dynastie der Almohaden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Murîd in Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 286. Zeno, 1908, abgerufen am 2. November 2014.