Nemti

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Nemti in Hieroglyphen
Ideogramm
G7AA
Mittleres Reich
G7AA A40

Neues Reich
G5
N35
X1 Z4

Spätzeit
T14 N35
X1 Z1

Gr.-röm. Zeit
G5 F1

Nemti
Nmtj
Der Schreitende

Nemti ist ein seit dem Alten Reich belegter altägyptischer Gott, genannt „Der Schreitende“. Im Alten Reich fungierte Nemti unter anderem als Lokalgott von Hut-nesu, Hauptstadt des 18. oberägyptischen Falkengaues. Vom Mittleren Reich bis zum Ende des Neuen Reiches trat Nemti auch als Erscheinungsform Neb-Adfet (Herr des zwölften oberägyptischen Bergviper-Gaues) auf, ehe ab der 21. Dynastie diese Funktion auch Horus und später Sobek übernahm.

In der griechisch-römischen Zeit wurde am 27. Choiak (23. Novembergreg. seit Augustus) das Fest des Auffindens des Unterschenkels von Osiris gefeiert. An diesem Tag erschuf Osiris die Gottheit Nemti in Form eine Made aus Silber, die am Kopf eines Rindes befestigt ist. In dieser Epoche führte Nemti den BeinamenDer große Horus“.

Daneben wurde Nemti in der griechisch-römischen Zeit als Erscheinungsform von Harsiese als Gottheit des zehnten oberägyptischen Gaues genannt; ergänzend als Nemti selbst erstmals auch als Gottheit des zwölften oberägyptischen Bergviper-Gaues (Adfet-Gau).

Bis vor einiger Zeit wurde der Name der Gottheit noch als Anti gelesen, was mit „der Bekrallte“ übersetzt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Оле́г Д. Бе́рлев: „Сокол, плывущий в ладье“. Иероглиф и бог. In: Вестник древней истории. Nr. 1, 1969, ISSN 0321-0391, S. 3–30, online (PDF; 548 KB).
  • Hans Bonnet: Anti. In: Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. 3., unveränderte Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 39 f.
  • Erik Hornung: Der Eine und die Vielen. Ägyptische Gottesvorstellungen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1971, ISBN 3-534-05051-7, S. 34, 74, 271 f. (Anti).