Oberlichtenau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Ort Oberlichtenau im Landkreis Bautzen, einen gleichnamigen Ortsteil gibt es in Lichtenau bei Chemnitz.

51.22083333333313.991666666667243Koordinaten: 51° 13′ 15″ N, 13° 59′ 30″ O

Oberlichtenau
Stadt Pulsnitz
Wappen von Oberlichtenau
Höhe: 243 m
Fläche: 10,03 km²
Einwohner: 1425 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 01896
Vorwahl: 035955

Oberlichtenau ist eine ehemalige Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen und seit dem 1. Januar 2009 ein Stadtteil von Pulsnitz.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsansicht mit Blick zur Kirche

Oberlichtenau befindet sich etwa zwölf Kilometer südwestlich der Stadt Kamenz und etwa 30 Kilometer nordöstlich von Dresden. Oberlichtenau liegt in der westlichen Oberlausitz im Pulsnitztal, zwischen den Hügelketten des Oberlausitzer Hügellandes (höchste Erhebung Keulenberg mit 413 m), im Übergang zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden und dem Lausitzer Bergland im Süden.

Die Gemeinde Oberlichtenau bestand aus den beiden Gemarkungen Oberlichtenau und Niederlichtenau. Für die Gemeinde Oberlichtenau galt nicht die Ortschaftsverfassung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Oberlichtenau Niederlichtenau
1551 21 besessene(r) Mann, 21 Inwohner (nur Meißner Anteil) siehe Oberlichtenau
1764/77 33 besessene(r) Mann, 3 Gärtner, 56 Häusler, 14 Hufen (nur Meißner Anteil) siehe Oberlichtenau
1834 732 196
1871 947 246
1890 1085 284
1910 1287 269
1925 1370 291
1939 1469 306
1950 2023 Eingemeindung nach Oberlichtenau am 1. Juli 1950[1]
1964 1832
1990 1629
2000 1588
2008 1425

Alle Zahlen bis 2000 gemäß Eintrag im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen[2]; 2008 gemäß den Angaben des Statistischen Landesamtes.[3] Da die Pulsnitz bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Grenzfluss zwischen Sachsen und der Oberlausitz war, teilten sich auch Ober- und Niederlichtenau in einen meißnisch-sächsischen und in einen oberlausitzisch-böhmischen Teil. Am 1. Januar 2009 wurde aus der selbständigen Gemeinde Oberlichtenau ein Ortsteil der Stadt Pulsnitz.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Martin
Bienenmuseum
  • Barockschloss mit barockem Schlosspark, siehe Schloss Oberlichtenau
  • Kirche St. Martin (Ablassbrief aus dem Jahr 1500)
  • Bienenmuseum mit Schaubienenstand und Heimatstube
  • Denkmalgeschütztes, ehemaliges Gewächshaus der Schlossgärtnerei (keramische Werkstatt für biblische Gebrauchskeramik)
  • Denkmalgeschützter Naturkeller zur Darstellung der energiekostenfreien Lagerhaltung von Lebensmitteln
  • Deutscher Liederweg mit einem einzigartigen Mühlenweg
  • Historischer Fasskeller mit israelischem Wein und Bier
  • Keulenberg mit Gaststätte, Aussichtsturm, Ruine, Bismarckdenkmal und Augustsäule
  • Byzantinische Basilika (rohbaufertig am 10. September 2006)

Bibelgarten[Bearbeiten]

Der Bibelgarten in Oberlichtenau stellt als erster Garten dieser Art in Deutschland Elemente aus biblischer Zeit dar. Dieser Garten wurde am 8. Juni 2005 eröffnet und zieht seit dieser Zeit Schulklassen und Gemeindegruppen verschiedener christlicher Kirchen an. Hier sind Objekte (Felsengrab, israelitischer Altar, Steinbruchhebekran u.v.m.) und Pflanzen aus der biblischen Zeit auf einer Freifläche dargestellt. Für eine Byzantinische Basilika wurde am 20. Mai 2006 der Grundstein gelegt. Die Miniatur-Basilika erreichte den 7. Platz beim Wettbewerb um den Deutscher Tourismuspreis 2007.[5] Der Bibelgarten wurde durch den Sächsischen Staatsminister Frank Kupfer zur besten Urlaubsadresse auf dem Lande 2009 ernannt.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Oberlichtenau gehört zum Verkehrsverbund Oberelbe. Die Buslinien 170 und 312 bieten wochentags Verbindungen zum nächsten Bahnhof, Pulsnitz an der Bahnstrecke Kamenz–Pirna, vier Kilometer südlich von Oberlichtenau. Die Linie 170 fährt außerdem in die Stadt Kamenz, die Linie 312 zum Bahnhof Königsbrück an der Bahnstrecke Königsbrück–Dresden.

Die A 4 ist über die rund acht Kilometer entfernte Anschlussstelle Pulsnitz zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten]

In Oberlichtenau besteht eine Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Carsten Guhr (* 1979), ehemaliger Bürgermeister von Oberlichtenau, zu Amtsantritt 22 Jahre alt und damit jüngster Bürgermeister Deutschlands
  • Walter Grundmann (1906–1976), Ev.-luth. Pfarrer in Oberlichtenau, Chef des Entjudaisierungsinstitutes in Eisenach, Theologe und Stasimitarbeiter
  • Paul Graf Vitzthum von Eckstädt (1850–1911), sächsischer General der Infanterie und Chef des Generalstabs des sächsischen Heeres

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Oberlichtenau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 35. Heft: Amtshauptmannschaft Kamenz (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1912, S. 241.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberlichtenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Eintrag zu Oberlichtenau im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Statistisches Landesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  5. http://www.deutschertourismusverband.de/fileadmin/Mediendatenbank/PDFs/Innovationsreport2007.pdf
  6. http://p27707.typo3server.info/websys/1045/show_news.php?action=shownews&id=119