Oberschönau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oberschönau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberschönau
Oberschönau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberschönau hervorgehoben
50.71527777777810.611388888889520Koordinaten: 50° 43′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Haselgrund
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 16,11 km²
Einwohner: 788 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98587
Vorwahl: 036847
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 051
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 62
98587 Oberschönau
Webpräsenz: www.oberschoenau.de
Bürgermeisterin: Claudia Scheerschmidt (SPD)
Lage der Gemeinde Oberschönau im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild
Oberschönau vom vorderen Möstfelsen

Oberschönau ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und liegt im Thüringer Wald im Tal der Schönau, die zum Einzugsgebiet der Werra gehört. In ihrem Oberlauf, der Oberschönau durchfließt, wird der Fluss auch häufig Hasel oder Haselbach genannt. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Viernau hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberschönau zählt zu den jüngeren Orten der Umgebung und entstand um die 1555 Canzlersmühl genannte Schneidmühle, die bereits im 15. Jahrhundert belegt ist. Der Standort der Mühle wurde 1548 erstmals Öbern Schonau genannt. 1585 ist erstmals ein Dorf an jener Stelle bezeugt. Der im Ort in die Schönau mündende Haselbach bildete einst die Grenze zwischen dem Amt Hallenberg (Grafschaft Henneberg-Römhild) und dem Amt Schmalkalden (Grafschaft Henneberg-Schleusingen und Landgrafschaft Hessen), so dass der Ort bis 1619 zwischen zwei Herrschaften und danach zwischen zwei hessischen Ämtern geteilt war, bevor er 1791 ganz zum Amt Schmalkalden der hessischen Herrschaft Schmalkalden kam.

Oberschönau war 1659 von Hexenverfolgung betroffen: Anna, Valentin Jungs Witwe, geriet in einen Hexenprozess und wurde freigesprochen.[2]

Wichtigster früherer Erwerbszweig war neben Forstwirtschaft und Holzverarbeitung auch die Eisenverarbeitung, nachdem 1688 eine Rohr-, Schleif- und Bohrmühle errichtet wurde, deren Produkte an die Schmalkalder Gewehrmanufaktur gingen. Obwohl die Rohrmühle 1805 einging, entstanden im Ort weitere metallverarbeitende Betriebe: 1790 eine Drahthütte, 1804 ein Rohrhammer. Wegen der geologischen Gegebenheiten entwickelte sich am Ort keine nennenswerte Landwirtschaft, vielmehr wurde der Ort im Zuge der Industrialisierung zu einem ausgeprägten Industriedorf der Metallverarbeitung. Zu DDR-Zeiten bestand dort ein dem VEB Werkzeug-Union Steinbach-Hallenberg eingegliederter Metallverarbeitungsbetrieb sowie der 1972 gegründete metallverarbeitende VEB Nageno.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 63,7 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,7 %
29,6 %
13,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+12,6 %p
-9,9 %p
-2,7 %p

Der Gemeinderat aus Oberschönau setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Claudia Scheerschmidt wurde in der Stichwahl am 11. Juli 2004 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatstube
  • Nagelschmiede, wird als Schauwerkstatt betrieben.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Südlich des Orts erhebt sich der 867 m hohe Großer Hermannsberg mit dem vorgelagerten Knüllfeld.
  • Südöstlich von Oberschönau steht eine felsige Bergpartie mit freistehenden Felstürmen. Sie wird Zwölf Apostel genannt. Der Name weist auf einen Kultplatz hin.[3]

Sportanlagen[Bearbeiten]

Die Schanzenanlage im Kanzlersgrund, die häufig zur Stadt Oberhof gerechnet wird, befindet sich teilweise auf dem Territorium der Gemeinde Oberschönau.

Kirchen[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche des Ortes wurde zwischen 1700 und 1727 erbaut. Die Kirchgemeinde gehört als Teil des Kirchenkreises Schmalkalden aus historischen Gründen als Exklave zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes, über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 276f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Oberschönau, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 244f.
  3. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 254.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberschönau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien