Ostfriesisches Milchschaf

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Ostfriesische Milchschafe auf einer Streuobstwiese

Das Ostfriesische Milchschaf ist ein sehr anpassungsfähiges und widerstandsfähiges in Ostfriesland gezüchtetes Schaf, das durch die Zucht als Dreinutzungsrasse[1] gerade für kleine Höfe geeignet ist. In größeren Beständen ist es eher selten. Es sind drei Farbschläge bekannt: weiß, schwarz und gescheckt. Der weiße Farbschlag ist mit Abstand der weitverbreiteste. Es ist fast die einzige rentable Art in der deutschen Milchschafhaltung und hat sich inzwischen auch im deutschen Binnenland bewährt. Die Hauptverbreitungsgebiete in Deutschland sind Sachsen und Niedersachsen. Das Ostfriesische Milchschaf ist eine der weltweit verbreitetsten Milchschafrassen.

Es ist ein großrahmiges Schaf mit leicht ramsnasigem hornloses Kopf. Das Euter sollte vorn, hinten und seitlich fest aufgehangen sein und somit sowohl zum Saugen der Lämmer als auch zum Hand- und Maschinenmelken geeignet sein. Der Euterboden sollte mindestens 3 fingerbreit über dem Sprunggelenk sein. Die Leistungsmerkmale des Ostfriesischen Milchschafes sind mit den berühmten "3 F" zusammengefasst: Frohwüchsigkeit, Frühreife, Fruchtbarkeit. Im Alter von 7 Monaten sollten die Jungschafe ihre Zuchtreife erreicht haben, damit sie im Alter von einem Jahr ihre ersten Lämmer zur Welt bringen können. Während der ersten 12 Lebenswochen sollten die Lämmer eine Zunahme von 300 bis 400 Gramm pro Tag erreichen. Die Ablammrate sollte zwischen 200 und 300 % liegen.

Das weibliche Ostfriesische Milchschaf erreicht ein Lebendgewicht bis circa 70 bis 100 Kilogramm. Es liefert jährlich ca. 5 - 6 Kilogramm weiße, halbfeine, lange Wolle und durchschnittlich 400 bis 500 Kilogramm Milch pro 150-Tage-Laktation mit einem Fettgehalt von 5 bis 6 % und einem Eiweißgehalt von 4 bis 5 %, aus der hauptsächlich Milchspeisen, Butter und Käse hergestellt werden. Die Schafsmilch ist aus ernährungsphysiologischer Sicht eine sehr gute Ergänzung der menschlichen Ernährung. Durch ihren hohen Eiweiß- und Fettgehalt stehen dem Menschen hochverdauliche Nährstoffe zur Verfügung. Aufgrund der Tatsache, dass Milchschafe sehr häufig auf der Weide gehalten und gemolken werden, besitzt die Milch besonders viel konjugierte Linolsäure und im Vergleich zur Kuhmilch mehr kurz- und mittelkettige Fettsäuren.

Beruhend auf der EU-Richtlinie 2003/100/EG zur "Festlegung von Mindestanforderungen an die Aufstellung von Programmen zur Züchtung von Schafen auf Resistenz gegen übertragbare spongiforme Enzephalopathien" und dem Tierzuchtgesetz, dass "die Leistungsfähigkeit der Tiere unter Berücksichtigung der Tiergesundheit erhalten und verbessert wird", ist es Pflicht, dass Zuchttiere auf ihre Scrapieresistenz genotypiert werden. Da bestimmte Genotypen weniger anfällig gegenüber Scrapie sind, sollte diese bevorzugt zur Zucht eingesetzt werden. Mittels einer Ohrknorpel- oder Blutprobe ist eine schnelle und sichere Methode zur Genotypisierung gegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite des Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. angesehen am 2. Mai 2012