Oswald von Richthofen

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Dieser Artikel befasst sich mit dem deutschen Diplomaten des 19. Jahrhunderts; der gleichnamige Jurist und Diplomat des 20. Jahrhunderts wird unter Oswald von Richthofen (1908–1994) dargestellt.

Oswald Freiherr von Richthofen (* 13. Oktober 1847 in Jassy; † 17. Januar 1906 in Berlin) war ein deutscher Diplomat und Staatssekretär im Auswärtigen Amt des Deutschen Kaiserreichs.

Freiherr Oswald v. Richthofen

Diplomatische Laufbahn[Bearbeiten]

Als Sohn des Diplomaten Emil von Richthofen (1810–1895) wurde er während dessen Verwendung als Generalkonsul in Jassy geboren. Dann zogen seine Eltern nach Mexiko, wo er eine spanische Schule besuchte. Als Zehnjähriger trat er in Potsdam ins Kadettenkorps ein und absolvierte dann in Hamburg, wohin sein Vater versetzt worden war, das Gymnasium. Er selbst trat nach dem Studium 1875 in den Diplomatischen Dienst. Zwischenzeitlich wurde er als Reserveoffizier im Deutsch-Französischen Krieg 1870 bis 1871 eingesetzt. 1881 erfolgte seine Ernennung zum Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt. Von 1885 bis 1896 war er deutscher Repräsentant bei der Staatsschuldenverwaltung von Ägypten in Kairo. In dieser Funktion nahm er zugleich die deutschen Interessen gegenüber dem seit 1882 durch britische Truppen besetzten Land war.

Vom 15. Oktober 1896 bis zum 31. März 1898 war er als Kolonialdirektor Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes. Während seiner Amtszeit wurde der Bau der südwestafrikanischen Bahnstrecke Swakopmund–Windhoek in der deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) vorangetrieben. Später wurde ein Postamt in der Kolonie nach ihm benannt. 1897 wurde er Unterstaatssekretär und 1900 Staatssekretär im Auswärtigen Amt.

Im Dezember 1897 wurde er zusätzlich Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt.

Staatssekretär des Auswärtigen Amtes[Bearbeiten]

Richthofen wurde am 23. Oktober 1900 als Nachfolger von Bernhard von Bülow, der Reichskanzler wurde, Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod am 17. Januar 1906 aus. 1901 erhielt er den Charakter als Wirklicher Geheimer Rat. 1905 wurde er zugleich Staatsminister von Preußen. Nachfolger als Staatssekretär im Auswärtigen Amt wurde am 24. Januar 1906 Heinrich Leonhard von Tschirschky und Bögendorff.

1904 wurde ihm das Großkreuz des britischen Royal Victorian Order (GCVO) verliehen.[1]

Weblinks und Hintergrundliteratur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_honorary_British_Knights