Overscan

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Als Overscan wird ein Bereich an den äußeren Rändern eines Videobildes bezeichnet, dessen Sichtbarkeit nicht garantiert werden kann. Bei Projektionen insbesondere bei Röhrenbildschirmen werden die Bildränder durch eine Maske oder Blende abgedeckt, um Ungenauigkeiten und die (bei analogen Röhren praktisch unvermeidlichen) Geometrieabweichungen am Rand zu kaschieren und einen sauberen, geraden Bildabschluss garantieren zu können.

Bei der Produktion von Filmen, Videos, DVDs und Fernsehsendungen muss dieser Overscan-Bereich von etwa 6 % berücksichtigt werden, der keine relevanten Bildelemente (z. B. Einblendungen oder Menüs) enthalten darf.

Bei Bildschirmen mit aktiven Bildpunkten (z. B. LCD oder Plasma) kann das Bild theoretisch pixelgenau dargestellt werden, so dass eigentlich kein Overscan-Bereich nötig ist. Aber auch solche Anzeigegeräte verwenden einen Overscan. Z. B. vergrößern einige Flachbildschirme das angelieferte Bild um ca. 6 %, um dann den Rand um 6 % zu beschneiden. Dies bedeutet einen Verlust an Auflösung, der bei Film- bzw. Videomaterial allerdings kaum wahrzunehmen ist. Bei filigranen Elementen wie Schriften oder feinen Linien können jedoch mehr oder weniger starke Skalierungsartefakte auftreten.

Der Overscan-Bereich wird im Gegensatz zur Austastlücke normalerweise nicht für Fremdsignale verwendet. Es gibt jedoch analoge Videoproduktionssysteme, die am oberen Rand einen digitalen Zeit-Code einblenden, der als „Perlenschnur“ aus weißen Punkten in den sichtbaren Bildbereich rutschen kann, wenn der Overscan des Bildschirms zu knapp bemessen ist.

Als Computer noch TV-kompatible Videosignale erzeugten, wurde gleichfalls sicherheitshalber an allen vier Seiten ein Rand freigelassen, der nicht mit Information beschrieben wurde. Bei manchen Computern war es aber durchaus möglich, die Grafik-Hardware – teilweise durch Tricks – so zu programmieren, dass sie auch dort gewünschte Inhalte darstellte. Auf dem Commodore C64 wurde es zu einer Kunst erhoben, Overscan-Sprites in Spielen zu verwenden. Auf dem Commodore Amiga wurde die Nutzung des Overscan-Bereichs in späteren Betriebssystem-Versionen sogar offiziell von diesem unterstützt. Ebenso bei Amstrad CPC. Durch Nutzung der Overscan-Bereiche lassen sich hierbei höhere Auflösungen erreichen.

Nachdem die Grafikausgabe von Computern heute mehr und mehr von LCD-Monitoren angezeigt wird, die keinen Sicherheitsrand benötigen, werden die Techniken rund um den Overscan praktisch bedeutungslos. Im Bereich der digitalen Flachbildschirme für den TV-Bereich hat der Overscan technisch gesehen nur noch eine historische Bedeutung. Paradoxerweise wenden ihn viele Hersteller jedoch nach wie vor auch bei rein digitalen Quellen an.

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