Pentimenti

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Rembrandt van Rijn: Rembrandt und Saskia im Gleichnis vom verlorenen Sohn, um 1751

Pentimenti (Mehrzahl, von italienisch pentimento, „Reue“; eingedeutscht auch Pentiment) ist eine Bezeichnung für die Spuren auf Grafiken und Gemälden, die erkennen lassen, dass während der Produktion Korrekturen am Bild vorgenommen oder sogar andere Bilder übermalt wurden. Dies stellt eine durchaus nicht ungewöhnliche Arbeitsweise dar. Die Übermalungen werden aufgrund der Alterstransparenz der Farbschichten erkennbar, man kann sie auch mit Hilfe von UV-Licht und Röntgenaufnahmen nachweisen. Sie stellen eine wesentliche Quelle der Kunstwissenschaft dar, indem sie den Arbeitsprozess eines Künstlers zeigen.

Beispiele[Bearbeiten]

Im Bild Rembrandt und Saskia im Gleichnis des verlorenen Sohnes (Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden) von Rembrandt Harmensz. van Rijn sind mehrere Stellen übermalt worden und Leinwand wurde beschnitten, bzw. auch angefügt. Auf Vorzeichnungen befinden sich zwei weitere weibliche Figuren. Hinter Rembrandt und Saskia befand sich eine Lautenspielerin, die heute von den Federn der Pfauenpastete verdeckt ist und in Röntgenaufnahmen nachgewiesen werden konnte. Dies, sowie im Bild noch erhaltene Symbole wie eine Anschreibetafel am linken Bildrand sind eindeutige Hinweise auf eine Kneipen- oder Bordellszene, die als biblisches Gleichnis des Verlorenen Sohnes, in dessen Rolle sich der Künstler selbst zeigt, gesehen wird. Er feiert mit Dirnen im Wirtshaus, wo er seinen Erbteil verprasst.