Plesiomorphie
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Plesiomorphie ist ein Begriff der Kladistik. Es bezeichnet in der Systematik der Phylogenese Merkmale, die bereits vor der jeweils betrachteten Stammlinie entstanden sind. Der Gegenbegriff ist Apomorphie.
Als „plesiomorph“ wird ein Merkmal bezeichnet, wenn es sich gegenüber dem Merkmalszustand des Vorfahren nicht verändert hat.
Beispielsweise ist das Merkmal der „Vierfüßigkeit“ bei den Tetrapoden, den landlebenden Wirbeltieren, innerhalb dieses Taxons eine Plesiomorphie, die zur Klärung der internen Verwandschaftsverhältnisse nicht herangezogen werden kann, da alle Teilgruppen (ursprünglich) vier Gliedmaßen haben. Im Vergleich zu den Fischen handelt es sich jedoch um eine Synapomorphie der Tetrapoden, die gegenüber dieser Stammgruppe neu erworben wurde.
Symplesiomorphie bezeichnet ein ursprüngliches Merkmal von mehreren Taxa, wie zum Beispiel die Wirbelsäule aller Säugetiere oder die oben genannte Vierfüßigkeit aller Tetrapoden. Symplesiomorphie wird als Bezeichnung also nur dann gewählt, wenn man von Arten im allgemeinen spricht und ein Merkmal auswählt.

