PolyGram

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PolyGram war ein Medienkonzern, der 1971 aus der Firmengruppe Deutsche Grammophon Gesellschaft (DGG) und Philips Phonographische Industrie (PPI) entstand.[1]

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Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1962 gründeten die Philips-Tochter Philips Phonographische Industrie N.V. (PPI) und die Siemens-Tochter Deutsche Grammophon Gesellschaft (DGG) die Gramophon-Philips Group (GPG), wobei Philips 50 Prozent an DGG und im Gegenzug Siemens 50 Prozent an PPI übernahm. Die beiden Unternehmen wurden 1971 zu PolyGram fusioniert[2], an welcher die Muttergesellschaften Philips und Siemens zu je 50 Prozent beteiligt waren.

Trotz der Fusion existierten die alten Unternehmensstrukturen noch bis 1977 parallel weiter, bis zur vollständigen operativen Zusammenlegung von PPI und DGG. Aufzeichnung, Tonträgerherstellung, Vertrieb und Marketing sind seither in einer einzigen PolyGram zusammengeführt. Die diversen Plattenlabel innerhalb von PolyGram dagegen blieben auch nach der Zusammenführung weitgehend autonom, was auch für PolyGrams Artist & Repertoire-Unternehmen galt.

Da GPG vor allem in Kontinentaleuropa präsent war, expandierte man durch Zukäufe, Beteiligungen und Verträge auf den Märkten USA und Großbritannien:

Die Expansion setzte auch PolyGram fort:

Während des Disco-Booms profitierte PolyGram vom US-Markt und steigerte dort den Marktanteil von 5 auf 20 Prozent – für eine kurze Zeit stieg PolyGram zur weltweit größten Plattenfirma auf.

In den 1980er-Jahren folgte dann der Fall: Der Kauf der Vertriebsgesellschaft United Distribution Corporation (UDC) im Jahr 1973 bereitete ab 1978 Verluste. Die Expansion und die Produktion von Tonträgern, über deren Nachfrage man sich nicht im Klaren war, führten mit dem Ende des Disco-Booms Ende 1979 zu massiven Umsatzeinbrüchen. Das riesige Vertriebsnetz war kaum ausgelastet und man saß auf exorbitanten Mengen von Tonträgern, die nun niemand mehr wollte. Ab 1980 fuhr PolyGram hohe Verluste ein, offizielle Dokumente beziffern den damaligen Nettoverlust auf 220 Millionen US-Dollar.

Um die Abwärtsspirale zu stoppen, erhielt das Unternehmen 1983 einen neuen Geschäftsführer, der die Anzahl der Mitarbeiter von 13.000 auf 7.000 und die Anzahl der Produktionsstätten für Tonträger von 18 auf 5 reduzierte. Außerdem löste man sich von der Konzentration auf wenige Superstars zugunsten einer breiten Abstützung auf regional und lokal verankerte Künstler und diverse Musikgenres. Mit der Neuausrichtung des Unternehmens wurde PolyGram bereits 1985 wieder rentabel.

Nachdem eine im Zuge der Krise angestrebte Fusion mit der Warner Music Group 1983 scheiterte, begann Siemens sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Philips kaufte zwischen 1983 und 1985 von Siemens einen 40-Prozent-Anteil ab und übernahm 1987 auch die restlichen 10 Prozent, womit man vorübergehend zur Alleineigentümerin wurde.

1989 gab Philips 16 Prozent des Aktienkapitals von PolyGram an der Amsterdamer Börse zum Handel frei; der Wert des gesamten Unternehmens wurde auf 5,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Mit dem neuen Kapital aus dem Verkauf an der Börse erwarb PolyGram weitere Plattenlabel: 1989 A&M Records und Island Records, 1993 Motown und 1994 Def Jam.

1991 wurden die Beteiligungen an Filmunternehmen durch Philips in das eigens dafür geschaffene Unternehmen PolyGram Filmed Entertainment (PFE) ausgelagert.

Im Jahr 1998 wurde die Firma an Seagram verkauft und ging im Unternehmen Universal Music Group (UMG) auf. Durch den Verkauf von Seagram an den französischen Mischkonzern Vivendi im Jahr 2000 gehört UMG heute Vivendi.

Label[Bearbeiten]

PolyGram-Label waren unter anderem: Archiv Produktion, Brunswick Records, Casablanca Records, Decca Records (ab 1979), Fontana Records, Karussell, Mercury Records, Polydor, Polystar, Vertigo Records, Verve Records, seit Anfang der 1990er-Jahre auch Polar Music.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. universal-music.de Abgerufen am 9. März 2012
  2. emil-berliner-studios.com Abgerufen am 9. März 2012
  3. And Party Every Day - The Inside Story of Casablanca Records; Larry Harris, Curt Gooch und Jeff Suhs; Backbeat Books, 2009; ISBN 978-0-87930-982-4