Popping

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Popping (Begriffsklärung) aufgeführt.
Poppingtänzer Stefan Bootin
The Poppin Boogaloo Princess Jo-Dance

Popping ist eine spezielle Bewegung im Breakdance, da Breakdance als Oberbegriff von den Medien in den USA anfangs der 1980er Jahre eingeführt wurde, um den oder die neuen Tanzstile B-Boying, Popping sowie Locking zu beschreiben. Dabei werden die Bewegungen „mechanisch“, durch Muskelkontraktion und -entspannung einem Roboter ähnlich, ausgeführt.[1] Er entwickelte sich in den frühen 1970er Jahren u.a. durch Boogaloo Sam. Weltweit berühmt wurde Popping durch Michael Jackson bzw. das Smurfen oder den Backslide, der von den Medien bei Michael Jackson in Moonwalk umbenannt wurde, außerdem durch den Film Breakin' (Boogaloo Shrimp und Shabba-Doo). Heute umfasst die Tanzform mehrere Stilrichtungen, Techniken und Tanzrichtungen u. a. Tutting, Roboting, Hitting, Strobing, da der Einfluss auf die Form durch das vermehrte Interesse stieg. Die bekannteste Formation, die diese Tanzstile anwendet, sind die Electric Boogaloo. Popping wird wie B-Boying zur Hip-Hop- und Funkkultur getanzt. Einige der herausragendsten Tänzer sind Boogaloo Sam, Poppin Pete, Suga Pop, Mr. Wiggles, Boogaloo Shrimp und Shabba-Doo, Mr.Animation, Rolf Lauener, David Elsewhere, Nam Hyun Joon und Skeeter Rabbit.

Popping entstand in den späten 1960er Jahren an der amerikanischen Westküste. Der Begriff popping (von: 'to pop', 'knallen') beschreibt die harten und abrupt erscheinenden Isolationsbewegungen, die für den Tanz charakteristisch sind. In Kombination mit Locking wurde Popping zunächst als crip dance bekannt, weil der Stil in erster Linie unter Angehörigen der Westcoast Gang Crips verbreitet war. Popping wird vorwiegend im Stand ausgeführt und basiert auf langsamen roboterartigen Bewegungen, die mit weicheren Figuren kombiniert werden. Durch exakte Isolation und Kontraktion einzelner Körperpartien werden Illusionen von Schwerelosigkeit oder ferngesteuerten Bewegungen hervorgerufen. Um Popping exakt auszuführen, sind Pantomimetechniken unerlässlich. Die Pantomime selbst wird jedoch von den Tänzern nicht als Ursprung angesehen, als Inspirationsquellen gelten Roboterbewegungen aus Science-Fiction-Filmen, Computeranimationen, Videospiele, sowie Naturphänomene wie Wasser oder Elektrizität. Es ist absolut entscheidend die Bewegungen zur Musik auszuführen, erst durch die Übereinstimmung mit einem Beat wird Popping zu einer Tanzform.

Charlie Robot gilt als einer der ersten Popping Tänzer, der 1972, noch stark von der Straßenpantomine beeinflusst, langsame Roboterbewegungen zu Musik ausführte. Sen Robot aus Oakland verfeinerte die Technik und brachte die einzelnen Bewegungen zum Elektro Funk auf ein höheres Tempo. Der aus Dänemark stammende Tänzer Thomas Herodt, Tänzername SPECIAL FX, führte Popping mit soliden Basistechniken in Deutschland ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Electric Boogaloos: "Funk Styles" History & Knowledge. Abgerufen am 15. Mai 2007.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brian Cross: It's not about a Salary: Rap, Race and Resistance in Los Angeles. Verso, New York, London 1993
  • Dorit Rode: Breaking. Popping. Locking. Tanzformen der Hip Hop-Kultur. Tectum, Marburg 2006 (1. Auflage 2002)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Popping (Tanz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien