Ralf Ludwig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ralf Ludwig (* 16. Januar 1961 in Gladbeck) ist ein deutscher Chemiker. Er ist Professor für Physikalische und Theoretische Chemie an der Universität Rostock. Von 1991 bis 1993 war er Juso-Bundesvorsitzender.

Leben[Bearbeiten]

Wissenschaft[Bearbeiten]

Ralf Ludwig studierte an der RWTH Aachen Physik. 1991 wurde er in der Physikalischen Chemie als akademischer Schüler von Manfred Zeidler promoviert. Nach einem Postdoktorandenstudium an der University of Wisconsin in Madison kehrte er 1995 nach Deutschland zurück und ging in die Arbeitsgruppe von Alfons Geiger in der Physikalischen Chemie der Universität Dortmund. Im Jahr 1999 folgte die Habilitation in Physikalischer Chemie. Seit 2004 ist er Professor für Physikalische und Theoretische Chemie an der Universität Rostock. Aktuelle Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe an der Universität[1] und dem angegliederten Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT)[2] sind:

In folgenden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprogrammen ist oder war Ralf Ludwig aktiv:

  • FOR 436 – Polymorphismus, Dynamik und Funktion von Wasser an molekularen Grenzflächen (2001 bis 2007) [3]
  • SPP 1191 – Ionische Flüssigkeiten (bis 2013) [4]
  • SFB 562 – Starke Korrelationen und kollektive Phänomene im Strahlungsfeld: Coulombsysteme, Cluster und Partikel (bis 2013) [5]

Weiter Projekte an denen er beteiligt ist, sind das vom BMBF geförderte Light2Hydrogen [6] Projekt, welches am Leibniz-Institut für Katalyse angesiedelt ist, sowie das Unterprojekt Nano4Hydrogen [7]

Außerdem ist er Vertrauensdozent der Bunsen-Gesellschaft[8], Mitherausgeber der Zeitschrift für Physikalische Chemie und war von 2008 bis 2011 Sekretär der European Molecular Liquids Group[9].

Politik[Bearbeiten]

Erste politische Erfahrungen sammelte Ralf Ludwig bei den Jusos im westfälischen Gladbeck. Als Vertreter der Juso-Hochschulgruppe Aachen gehörte Ralf Ludwig 1987/88 dem seinerzeit als „Arbeitskreis Hochschule“ bezeichneten Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen an. Gleichzeitig war er Sprecher der nordrhein-westfälischen Juso-Hochschulgruppen. 1988 wurde er auf dem Karlsruher Juso-Bundeskongress zum stellvertretenden Juso-Bundesvorsitzenden gewählt. Zusammen mit Doris Ahnen galt er als führender Kopf der undogmatisch-reformsozialistischen Strömung der Jusos. 1990 unterlag er in München bei der Wahl zum Bundesvorsitzenden gegen die Amtsinhaberin Susi Möbbeck, einem SHB-Mitglied, das der aus den „Stamokaps“ hervorgegangenen „Juso-Linken“ angehörte.[10]

Auf dem Vereinigungskongress der Jusos im Frühjahr 1991 in Potsdam wurde Ralf Ludwig für zwei Jahre zum Juso-Bundesvorsitzenden gewählt. Mit Unterstützung der Mehrheit der Ost-Jusos setzte er sich mit 182 gegen 161 Stimmen gegen Claudia Walther durch[11]. Im Fokus seiner politischen Aktivität standen der „Ökologische Umbau der Industriegesellschaft“[12], „Neue Wege in der Drogenpolitik“[13] und der Einsatz für „das Recht auf politisches Asyl“[14].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universität Rostock: Physikalische und Theoretische Chemie
  2. Schwingungsspektroskopie in der Katalyse, Ralf Ludwig auf der Webseite des LIKAT
  3. „DFG Forschgergruppe FOR-436“
  4. „DFG Schwerpunktprogramm 1191: Ionische Flüssigkeiten“
  5. „DFG Sonderforschungsbereich 652: Starke Korrelationen und kollektive Phänomene im Strahlungsfeld: Coulombysteme, Cluster und Partikel“
  6. „Light2Hydrogen“
  7. „Nano4Hydrogen“
  8. bunsen.de: Selbstdarstellung der DBG Vertrauensdozenten (PDF; 35 kB)
  9. European Molecular Liquids Group
  10. Sozialistisches Forum Rheinland: Modernisierung und Krise - Der Weg der Jusos in den Jahren 1983 bis 1996
  11. Ralf Ludwig, Internationales Biographisches Archiv 47/1991 vom 11. November 1991, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  12. Martin Gorholt, Ralf Ludwig: Rettungsversuche: der ökologische Umbau der Industriegesellschaft. ISBN 3-924800-24-3.
  13. Ralf Ludwig, Jürgen Neumeyer: Die narkotisierte Gesellschaft. Neue Wege in der Drogenpolitik und akzeptierende Drogenarbeit. ISBN 3-924800-44-8.
  14. Ralf Ludwig: Fluchtpunkt Deutschland. ISBN 3-89472-248-7.

Weblinks[Bearbeiten]