Riesenbarbe

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Riesenbarbe
Giant Barb.jpg

Riesenbarbe (Catlocarpio siamensis)

Systematik
Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidea)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Catlocarpio
Art: Riesenbarbe
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Catlocarpio
Boulenger, 1898
Wissenschaftlicher Name der Art
Catlocarpio siamensis
Boulenger, 1898

Die Riesenbarbe, auch Siamesischer Riesenkarpfen (Catlocarpio siamensis) oder Giant Siamese Carp ist die einzige Art der Gattung Catlocarpio aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist die größte Art der Familie und ein bedeutender Speisefisch, der auch teilweise in Aquakultur gezogen wird. Auf Grund von Befischung und Habitatsverlust gilt sie als bedroht, in Kambodscha wurde sie zum Nationalfisch ernannt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Riesenbarbe erreicht eine Länge von zwei bis drei Metern und ein Gewicht von 150 bis 300 Kilogramm. Die größte mit der Angel gefangene Riesenbarbe wog über 120 Kilogramm, war über 150 Zentimeter lang und wurde im Jahr 2007 im kommerziellen Angelsee Bung Sam Lan Lake in Thailand gefangen.[2] Der gesamte Körper mit Ausnahme des Kopfs und der Flossen ist mit großen Schuppen bedeckt, die oberhalb der Seitenlinie grau und darunter silbrig sind.[1] Die Weibchen sind allgemein größer als die Männchen und weisen während der Laichzeit einen stärker gewölbten Bauch auf.[3] Der Kopf ist auffällig groß und kann bis zu 40 % der Gesamtlänge ausmachen. Das Maul trägt keine Barteln, die Rückenflosse keinen Hartstrahl. Der erste Kiemenbogen trägt eine Kiemenreuse aus 90 bis 110 langen Strahlen.[4] Die Riesenbarbe ähnelt stark der Art Catla catla, von der sie sich allerdings durch das Verbreitungsgebiet, die Zahl der Flossenstrahlen der Rückenflosse und der Position der Schlundzähne unterscheidet. Zudem weist die Riesenbarbe einen Chromosomensatz mit annähernd doppelt so vielen Chromosomen auf (2n=98), der wahrscheinlich auf eine Tetraploidisierung nach der Trennung der beiden Arten zurückgeht.[5]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Riesenbarbe kommt in den Flusssystemen des Mekong, Chao Phraya und Mae Klong in Kambodscha, Thailand, Laos und Vietnam vor. Erwachsene Tiere bevorzugen tiefe Regionen der Hauptströme, wandern während der Regenzeit aber auch in Überflutete Wälder ein. Die Jungtiere besiedeln vorwiegend Sumpfgebiete und kleinere Zuflüsse.[4]

Lebensweise[Bearbeiten]

Riesenbarben ernähren sich vorwiegend von Algen, Phytoplankton und den Früchten überschwemmter Pflanzen, fressen aber gelegentlich auch Fische und Krustentiere.[4] Die Tiere werden mit etwa sieben Jahren und neun Kilogramm Gewicht geschlechtsreif. Die Laichzeit liegt im Juli und August, die Laichgründe sind noch weitgehend unbekannt. Die Eier sind hellgelb bis dunkelbraun und schwellen durch Wasseraufnahme nach der Ablage von etwa einem Millimeter auf drei Millimeter Durchmesser an. Etwa 11 bis 13 Stunden nach der Befruchtung schlüpfen die etwa 6 Millimeter langen Larven. Innerhalb von acht Monaten wachsen die Tiere zu einem Gewicht von zwei bis vier Kilogramm heran.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Catlocarpio siamensis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Catlocarpio siamensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Hogan, Z., 2011. Abgerufen am 18. Dezember 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Appendix 4 of the Royal Decree No. NS/RKT/0305/149 dated March 21, 2005 on the Designation of Animals and Plants as National Symbols of the Kingdom of Cambodia Online
  2. Fishing World Records
  3. a b  Niklas S. Mattson, Kongpheng Buakhamvongsa, Naruepon Sukumasavin, Nguyen Tuan, Ouk Vibol: Cambodia Mekong giant fish species: on their management and biology. In: MRC Technical Paper. 3, Phnom Penh 2002, ISSN 1683-1489, S. 9-12 (http://www.mrcmekong.org/download/free_download/Technical_paper3.pdf).
  4. a b c Riesenbarbe auf Fishbase.org (englisch)
  5.  Atsushi Suzuki, Yashoiko Taki: Karyotype and DNA content in the Cyprinid Catlocarpio siamensis. In: Japanese Journal of Ichthyology. 35, Nr. 3, 1988, S. 389-391 (http://www.wdc-jp.biz/pdf_store/isj/publication/pdf/35/353/35317.pdf).