Robert Schwarz

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(Karl Gottfried) Robert Schwarz (* 17. Dezember 1887 in Berlin; † 13. Juni 1963 in Aachen) war ein deutscher Chemieprofessor und Rektor der RWTH Aachen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Schwarz studierte seit 1905 Chemie an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität und wurde Mitglied des Corps Borussia Breslau.[1] Später wechselte er an die Technische Hochschule Berlin und die Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg im Breisgau. Dort promovierte er 1910 bei Wilhelm Meigen (Chemiker) zum Dr. phil. und habilitierte er sich 1914. Als Privatdozent übernommen, wurde er 1919 zum außerordentlichen und 1922 zum ordentlichen Professor ernannt.

Am 1. April 1934 folgte Schwarz dem Ruf nach Königsberg (Preußen). Schon zwei Jahre später, am 1. Oktober 1936, wechselte er von der Albertus-Universität zur Technischen Hochschule Karlsruhe. Seit 1933 Mitglied der NSDAP, war er in der Zeit des Nationalsozialismus korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung.[2]

Nach den Kriegsjahren und dem Wiederaufbau wurde Schwarz im Jahre 1948 als Ordinarius und Direktor des Instituts für Allgemeine Wissenschaften, Abteilung Chemie, für die Lehrgebiete anorganische Chemie und Elektrochemie an die RWTH Aachen berufen. Hier blieb er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1956. Als Nachfolger von Wilhelm Fucks war Schwarz von 1952 bis 1954 Rektor der RWTH.

Zu seinen erfolgreichsten Studenten und Privatassistenten gehörte Wilhelm Kuchen; er brachte es an Schwarz' Institut zu mehr als 40 Patenten und wurde 1965 zum ersten Direktor des Instituts für Anorganische Chemie an der neu gegründeten Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berufen. Schwarz forschte und lehrte vor allem auf dem Gebiet der Molekülchemie der Nichtmetalle, insbesondere des Siliziums, der Halogene sowie der Peroxide. Dazu veröffentlichte er zahlreiche Publikationen, teilweise in Zusammenarbeit mit namhaften Chemikern seiner Zeit.

Im Jahr 1952 erhielt Robert Schwarz von der Gesellschaft Deutscher Chemiker den Alfred-Stock-Gedächtnispreis für hervorragende wissenschaftliche Experimentalarbeiten auf dem Gebiet der anorganischen Chemie. Nachdem er zwischenzeitlich mit dem Titel eines Dr. rer. nat. h. c. geehrt worden war, wurde Schwarz am 25. Juli 1953 „wegen seiner Erfolge als Forscher und akademischer Lehrer auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie sowie wegen seiner Verdienste als Rector magnificus in zwei Aufbaujahren der Hochschule“ zum Ehrensenator der RWTH Aachen ernannt. Schwarz war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Chemische Untersuchungen über Bohnerztone und afrikanische Erden; Dissertation, Freiburg i. B. , 1910
  • Bestimmung der Schmelzwärme des Li-2-Si O-3 und Li-4 Si O-4; Robert Schwarz/Hermann Sturm, Berlin : Schade, 1914
  • Feuerfeste und hochfeuerfeste Stoffe; Braunschweig : Vieweg, 1918
  • Chemie der anorganischen Komplexverbindungen : ein Grundriss für Studierende; Berlin [u.a.], 1920;
  • Chemische Studien über tonige Verwitterung und Kaolinisierung; Halle (Saale) : Niemeyer, 1936
  • Kohlenstoff und Silicium : eine vergleichende Betrachtung; Halle (Saale) : Niemeyer, 1942
  • Wesen und Bedeutung der Siliciumchemie / Robert Schwarz und Fortschritte in der Synthese der Kohlenstoffverbindungen / Kurt Alder; Köln ; Opladen : Westdt. Verl., 1954.

Literatur[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 78, 701
  2. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 573.