Ruß-Austernfischer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ruß-Austernfischer
Sooty Oystercatcher.jpg

Ruß-Austernfischer (Haematopus fuliginosus)

Systematik
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Austernfischer (Haematopodidae)
Gattung: Austernfischer (Haematopus)
Art: Ruß-Austernfischer
Wissenschaftlicher Name
Haematopus fuliginosus
Gould, 1845

Der Ruß-Austernfischer (Haematopus fuliginosus) gehört zur Gattung der Austernfischer (Haematopus) und zur gleichnamigen Familie.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Ruß-Austernfischer erreicht eine Körperlänge von 48 bis 51 Zentimeter und wird bis zu 600 Gramm schwer. Die markantesten Merkmale sind der lange und kräftige orangefarbene Schnabel sowie der gelblichrote Augenring und die rötliche Iris. Die Füße weisen eine fleisch- bis leicht rosafarbene Färbung auf. Das Gefieder ist einheitlich schwarz. Das Weibchen ist nur am längeren und schlankeren Schnabel vom Männchen zu unterscheiden. In den Meisten Gebieten ist der Ruß-Austernfischer ein Standvogel. Nur in südlichen Regionen kann es zu saisonalen Wanderungen kommen. Ruß-Austernfischer bilden kleine bis mittelgroße Trupps. Auch die Brut erfolgt in Kolonien. Der Ruß-Austernfischer gilt als guter Schwimmer und Taucher. Er taucht aber nur in geringe Tiefe und das auch nur wenn es unbedingt nötig ist. Ihre Nahrung suchen sie meist im Flachwasser.

Lebensraum und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Ruß-Austernfischer kommt endemisch an den Küsten Australiens, Tasmaniens und vieler umliegender Inseln vor. Sein natürlicher Lebensraum sind felsige Küsten mit ausreichenden Möglichkeiten zum Nisten. Zur Nahrungssuche suchen sie aber auch sandige Strände, Mündungsdeltas, Lagunen, Korallenriffe und ruhige Buchten auf. Der Ruß-Austernfischer brütet bevorzugt auf der Küste vorgelagerten Inseln da sie dort vor Nesträuber sicher sind.

Unterarten[Bearbeiten]

Es werden zwei Unterarten unterschieden:

  • Haematopus fuliginosus fuliginosus kommt in Australien und Tasmanien vor.
  • Haematopus fuliginosus opthalmicus kommt in Ozeanien und Australien vor.

Prädatoren[Bearbeiten]

Zu den natürlichen Feinden des Ruß-Austernfischers und seiner Brut zählen unter anderem Hauskatzen (Felis silvestris forma catus), Haushunde (Canis lupus familaris), Ratten (Rattus), Füchse (Vulpini) und Dingos (Canis lupus dingo).

Nahrung[Bearbeiten]

Der Ruß-Austernfischer ernährt sich hauptsächlich von Krebstieren (Crustacea) und Weichtieren (Mollusca) wie Muscheln (Bivalvia) und Schnecken (Gastropoda). Er verschmäht aber auch Seeigeln (Echinoidea), Seesterne (Asteroidea) und kleinere Fische (Actinopterygii) nicht. Mit dem langen und kräftigen Schnabel werden die Beutetiere im Flachwasser oder im Schlamm erstochert. Mühelos können selbst hartschalige Muscheln oder Krebstiere geöffnet werden.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Der Ruß-Austernfischer wird mit etwa 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif. Die Brutpaare leben monogam. Die Brutzeit dauert von Oktober bis April. Als Nester dienen einfache Erdmulden an geschützten Stellen von Klippen und Felsen, die in der Regel mit Meerespflanzen auspolstert werden. Die zwei bis drei Eier werden innerhalb eines Tages gelegt. Das Gelege wird sowohl vom Weibchen als auch vom Männchen bebrütet. Die Jungvögel schlüpfen meist nach 28 bis 30 Tagen und sind Nestflüchter. Das Schlupfgewicht beträgt zwischen 30 und 40 Gramm. Sie werden bis zu einem Alter von zwei bis drei Monaten von beiden Eltern versorgt. In Freiheit erreichen Ruß-Austernfischer ein Alter von bis zu 15 Jahren, in Gefangenschaft von über 20 Jahren.

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Der Ruß-Austernfischer wird in der Roten Liste der IUCN als „nicht gefährdet“ geführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1993
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel. Urania, Stuttgart 1995
  • Hans-Heimer Bergmann: Die Biologie des Vogels, Aula, 1987

Weblinks[Bearbeiten]