Rybczynski-Theorem

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Das Rybczynski-Theorem wurde 1955 vom polnischen Ökonomen Tadeusz Rybczynski (1923–1998) in seinem Aufsatz: "Factor Endowments and Relative Commodity Prices" veröffentlicht. Es beschreibt die ungleiche Wirkung von Ressourcenänderungen auf die Produktion in verschiedenen Sektoren.

Herleitung im Heckscher-Ohlin-Modell[Bearbeiten]

Im Rahmen des Heckscher-Ohlin-Modell und seinen Annahmen lässt sich der Effekt herleiten wenn

Da die relativen Faktorpreise konstant sind und nur eine Ressource ausgeweitet wird, kann man eine einseitige Erhöhung der Produktionsmöglichkeiten in einem Sektor feststellen. Es ist jedoch auch so, dass sich eine Erhöhung der Produktionsmöglichkeiten in allen Sektoren einstellt. Jedoch ist die Erhöhung in dem Sektor, der den Faktor nutzt, mit dem das Land am besten ausgestattet ist, relativ zum anderen Sektor höher. Die Transformationskurve der Faktorallokationen wird sich also unverhältnismäßig stark in Richtung des Sektors verschieben, der die Ressourcen am meisten nutzt. Dieser Effekt, der sogenannte Rybczynski-Effekt, wird als eine mögliche Erklärung für den Außenhandel gesehen.

Alternative Erklärung[Bearbeiten]

Wenn Vollbeschäftigung herrscht und die Produktionsintensitäten gegeben sind, dann bedeutet der Anstieg der Ausstattung mit einem Produktionsfaktor, dass diejenige Produktion absolut ausgedehnt wird, die diesen Faktor intensiv nutzt, und jene Produktion absolut eingeschränkt wird, die diesen Faktor weniger intensiv nutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tadeusz M. Rybczynski: Factor Endowments and Relative Commodity Prices. In: Economica 22 (1955), S. 336-341
  • Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft. Pearson Studium, München 2004, ISBN 3-8273-7081-7 (bes. Kapitel 4).