Südlicher Streifenkiwi

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Südlicher Streifenkiwi
Südlicher Streifenkiwi von Stewart Island

Südlicher Streifenkiwi von Stewart Island

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Urkiefervögel (Palaeognathae)
Ordnung: Apterygiformes
Familie: Apterygidae
Gattung: Kiwis (Apteryx)
Art: Südlicher Streifenkiwi
Wissenschaftlicher Name
Apteryx australis
(Shaw & Nodder, 1813)

Der Südliche Streifenkiwi oder Tokoeka (Apteryx australis) ist eine mittelgroße Kiwiart, die auf Stewart Island, im Fiordland im äußersten Südwesten der Südinsel Neuseelands und in einer isolierten Population bei Haast einem Ort an der Westküste der Südinsel vorkommt. Die Art wurde bereits 1813 durch den englischen Naturforscher George Shaw beschrieben, die Selbständigkeit der Art wurde aber erst in den letzten 20 Jahren bestätigt. Seine Linie und die des Nördlichen Streifenkiwi (Apteryx mantelli) und des Okarito-Streifenkiwi (Apteryx rowii) haben sich wahrscheinlich schon vor etwa 8,2 Millionen Jahren voneinander getrennt.

Kurze Borsten an der Schnabelbasis beim Südlichen Streifenkiwi (oben) und lange beim Nördlichen Streifenkiwi

Merkmale[Bearbeiten]

Der Südliche Streifenkiwi erreicht eine Länge von 40 cm, hat einen gedrungenen Körper und ist wie alle Kiwis flugunfähig und hat keine äußerlich sichtbaren Flügel und keinen sichtbaren Schwanz. Die Population im Fiordland ist dunkel, grau-braun gefärbt, die auf Stewart Island ist dunkelbraun und die bei Haast rotbraun. Die Federn sind längs rotbraun gestreift. Der lange, leicht gebogene Schnabel ist elfenbeinfarben. Die der Schnabelbasis entspringenden, steifen Borsten sind beim Südlichen Streifenkiwi kurz, beim Nördlichen Streifenkiwi dagegen lang, die Federspitzen sind beim Südlichen Streifenkiwi weich, während die des Nördlichen Streifenkiwis fest sind. Auf der Fußwurzel hat der Südliche Streifenkiwi 4 bis 6 größere Schuppen, der Nördliche Streifenkiwi 17.

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Die lauten, schrillen Rufe sind nachts zu hören, vor allem in den ersten zwei Stunden der Dunkelheit. Der Pfiff des Männchen ist zuerst auf- dann absteigend, der des Weibchens schrill und heiser.

Lebensweise[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet

Der Südliche Streifenkiwi kommt in einer Vielzahl von unterschiedlichen Biotopen vor, von küstennahen Sanddünen, über Tussockgrasland, Wälder bis zu subalpiner Strauchvegetation und ernährt sich von verschiedenen Wirbellosen, von Früchten und Blättern. Die Brutdauer der Art gehört zu den längsten unter allen Vögeln und beträgt 74 bis 84 Tage. Das einzige Ei wird normalerweise in einen selbst gegrabenen Erdbau, manchmal auch in einem natürlichen Hohlraum gelegt. Die Küken schlüpfen voll befiedert und verlassen das Nest zum ersten mal nach etwa einer Woche. Der Südliche Streifenkiwi ist langlebig und wird 30 bis 50 Jahre alt.

Gefährdung[Bearbeiten]

Die International Union for Conservation of Nature schätzt den Südlichen Streifenkiwi als gefährdet (Vulnerable) ein. Die Gesamtpopulation wurde 2008 auf 29.000 Tiere geschätzt, davon 19.900 ausgewachsene, geschlechtsreife Tiere. Auf Stewart Island ist die Art noch recht verbreitet, jedoch wird davon ausgegangen das es einen Bestandsrückgang von 20.000 Vögeln im Jahr 1995 auf 15.000 im Jahr 2008 gab. Im nördlichen Fiordland sollen 10.000 Streifenkiwi leben, im südlichen 4500, während die Population bei Haast nur noch aus 300 Individuen besteht.

Der Südliche Streifenkiwi ist vor allem durch eingeführte Tiere bedroht, darunter der Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) und das Hermelin (Mustela erminea), die die Eier fressen, Hermelin und Katzen erbeuten auch die Jungvögel und Fuchskusu, Frettchen (Mustela putorius furo) und verwilderte Hunde töten Junge und ausgewachsene Kiwis. Auf Stewart Island fehlen die Marder und Hunde sind nicht weit verbreitet, Katzen dagegen sehr. Die Verlustrate des natürlichen Lebensraums hat deutlich abgenommen und wird gegenwärtig nicht als eine wichtige Ursache für den Populationsrückgang angesehen. Eine potentielle Bedrohung ist die Ausbreitung von Krankheiten durch nach Neuseeland importierte Laufvögel. Die Population bei Haast ist aufgrund der geringen Populationsgröße und ihrer Isolation gefährdet und leidet unter geringer Fruchtbarkeit.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Apteryx australis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien