Salvatore Inzerillo

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Salvatore Inzerillo (* 1944 in Palermo; † 11. Mai 1981 in Palermo) war ein mächtiger sizilianischer Mafioso.

Leben[Bearbeiten]

Salvatore Inzerillo wurde in eine weitverzweigte Mafiafamilie hineingeboren. Seine Familie spielte traditionell eine starke Rolle in der Mafiafamilie, die in Palermos Stadtteilen Passo di Rigano und Uditore beheimatet ist. Die Inzerillos waren mit den ebenfalls einflussreichen Di Maggios sowie mit dem Gambino-Clan, der eine der fünf Mafiafamilien von New York leitete, verwandt.

In den frühen 1970er Jahren begannen einige Familien der Cosa Nostra den Drogenhandel, hauptsächlich mit Heroin, in großem Umfang zu organisieren. Der Inzerillo-Clan tat sich dabei aufgrund seiner weitverzweigten Verbindungen besonders hervor. Das in kleinen geheimen Labors veredelte Heroin wurde über die sogenannte Pizza Connection in die USA geliefert.

1978 folgte Inzerillo seinem Onkel Rosario Di Maggio nach und wurde zum Boss seiner Mafiafamilie. Zusammen mit seinem engen Freund Stefano Bontade, dem wohl mächtigsten palermitanischen Mafiaboss der 1970er Jahre, dominierte er nicht nur den Drogenhandel, sondern auch die Cosa Nostra. In den 1970er Jahren teilte sich die Cosa Nostra jedoch in zwei Fraktionen auf: Die eine wurde von Bontade, Inzerillo und Gaetano Badalamenti geführt, die andere von den Corleonesi und dem Greco-Clan um Michele Greco.

Dabei gewannen die Corleonesi, geführt von Salvatore Riina und Bernardo Provenzano, immer mehr die Oberhand und isolierten Bontade und Inzerillo zunehmend in der Cosa Nostra. In der Kommission waren sie an wichtigen Entscheidungen oft nicht mehr beteiligt und erfuhren erst nächträglich von diesen, wie Tommaso Buscetta später zu Protokoll gab. Innerhalb Inzerillos Familie bildete sich eine Gruppe, die sich heimlich den Corleonesern anschlos und mit ihnen im stillen die Machtübernahme plante. 1981 begann der Zweite Große Mafiakrieg mit dem Mord an Stefano Bontade am Abend des 23. April. Inzerillo reagierte auf diesen Mord mit Schutzmaßnahmen, wie einem kugelsicheren Wagen. Laut Buscetta -der ihn aus seinem brasilianischen Exil warnte, nun extrem vorsichtig zu sein- sah er sich jedoch nicht in großer Gefahr, da er den Corleonesern noch eine große Summe Geld schuldete, was diese als Erlös aus einem Drogengeschäft erhalten sollten. Am 11. Mai 1981 wurde er jedoch ermordet: Als er aus dem Haus seiner Geliebten trat und in seinen kugelsicheren Wagen einsteigen wollte, wurde er von mehreren Salven aus einer Kalaschnikow niedergestreckt. Exakt dieselbe Waffe war bereits beim Mord an Bontade verwendet worden; 1982 kam sie auch beim Mord an General Carlo Alberto Dalla Chiesa zum Einsatz. Es wird vermutet, dass sie von Pino Greco, einem gefürchteten und enorm brutalen Mafioso, bedient wurde. Im Anschluss an diese Exekutionen der beiden Bosse wurden hunderte ihrer loyalen „Soldaten“ ermordet. Der Sohn Salvatore Inzerillos, zwei seiner Brüder und ein Onkel wurden ebenfalls getötet. Die Verräter innerhalb der Familie, wie Inzerillos Vizeboss Salvatore Montalto, überlebten dagegen und stiegen in der Hierarchie sofort auf.

Die überlebenden Inzerillos flohen in die USA, von wo sie vor einigen Jahren nach Palermo zurückkehrten, was erneut Konflikte auslöste. Das seit den 1980er Jahren die Cosa Nostra beherrschende Bündnis der Corleonesi ließ Spannungen über die Frage erkennen, wie mit den „Rückkehrern“ zu verfahren sei.

Literatur[Bearbeiten]