Rundholz

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Buchen-Rundholz am Weg zum Verkauf gelagert
Rundholz auf Rungenwagen verladen

Rundholz wird in der Forstwirtschaft auch als Derbholz und in Österreich auch als Bloch(holz) (mhd. ploch „großes Stück“, „zusammenhängendes Stück“) bezeichnet. Zum Rundholz zählt neben den Stammstücken (das Stammholz bzw. der Mittelstamm) eines stehenden bzw. gefällten, unverarbeiteten Baumes auch das starke Astholz. Nicht als Rundholz gelten hingegen Zopfstück (der Wipfelbereich), Reisigholz (unter 7 cm Durchmesser) und Stockholz (Baumstumpf und Wurzelwerk).

Zusammen mit Schichtholz bildet Rundholz das Rohholz.

Umgangssprachlich werden als Rundhölzer auch – im Unterschied zu Schnittholz mit rechteckigem Querschnitt (Balken, Bohlen, Bretter, Kanthölzer etc.) – allerlei zylindrisch bearbeitete (rundgeschälte) Holzstangen bezeichnet, z. B. Pflöcke, Holzmasten, Hopfenstangen, runde Zaunpfähle; siehe auch Baurundholz.

Holzanteile[Bearbeiten]

In der Forstwirtschaft werden für die einzelnen Anteile eines Baumes verschiedenen Begriffe verwendet:[1]

  • Stock, bestehend aus
    • Wurzel (auch Wurzelwerk) und
    • Stubben (auch Baumstumpf)
  • Stammholz (auch Stammstücke/Mittelstamm)
  • Schlagabraum, auch unterteilt in
    • Kronen-Derbholz (starkes, schönes Astholz) und
    • Reisholz (auch Reisigholz/Zopf(stück))

Das Rundholz umfasst das Stammholz und das Kronen-Derbholz.

Nutzung[Bearbeiten]

Abtransport von Langholz

Die Stämme werden auf bestimmte Längen geschnitten (gelängt) und vermessen. Langholz steht für Stücke über 5 oder 6 Meter, Kappholz für den Verschnitt beim Ablängen.

Rundholz ist als Rohholz ein forstwirtschaftliches Produkt. Es dient als Rohstoff für die Holzwirtschaft und wird zu Schnittholz (z. B. Bauholz), Industrieholz oder Energieholz weiter verarbeitet. Bei Energieholz werden die Bezeichnungen Rundholz und Blochholz auch für ungespaltenes, gelängtes Brennholz (Prügel, als Meterholz oder kürzer, in Unterscheidung zum gespaltenen Scheitholz) verwendet.

Unterscheidung nach Durchmesser[Bearbeiten]

Nach dem Durchmesser wird Rundholz in Starkholz, Mittelholz und Schwachholz unterschieden.

Als Starkholz wird Rundholz mit Durchmessern von mindestens 40 cm bezeichnet. Es wird bei entsprechender Qualität in der Regel als Sägeholz (Schnittholz) gehandelt. Dünneres („schwächeres“) Holz mit Durchmessern unter 20 cm (forstlich Stangenholz) wird hingegen als Schwachholz (auch Dünnholz oder Knüppelholz) bezeichnet. Es wird vorwiegend auf den Industrie- oder Energieholzmärkten angeboten. Mittelholz ist dementsprechend das Holz mit Durchmesser von 20 bis 40 cm, das bevorzugt von der Holzindustrie abgenommen wird.[2]

Teilweise wird auch langes, schönwüchsiges Stangenholz unter 7 cm Durchmesser, wie es in der Jungwald-Durchforstung anfällt, als Rundholz gehandelt (etwa als Zaunmaterial).

Standards[Bearbeiten]

Zu Jahresanfang 2005 unterzeichneten der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) die gemeinsam geschaffene „Rahmenvereinbarung Werksvermessung“ als bundesweit gültiges Regelwerk für die automatisierte Rundholz-Vermessung, die den gemeinsamen Anforderungskatalog zur Werksvermessung aus dem Jahr 1994 ersetzte. [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Grammel: Forstbenutzung. Technologie, Verwertung und Verwendung des Holzes. Pareys Studientexte Nr. 67. Parey, Hamburg und Berlin 1989, 193 S., ISBN 3-490-03716-2
  • Autorenkollektiv: Die Rohholzsortierung. Wirtschafts- und Forstverlag Euting, Straßenhaus/Westerwald 1990, 104 S., ISBN 3-88428-009-3 (formal falsche ISBN)
  • Autorenkollektiv: Messung und Sortierung von Rohholz. Sächsisches Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Referat 64 „Betriebswirtschaft und Holzmarkt“, Dresden 1994, 96 S.
  • Heinz Frommhold: Kommentar zu „Rohholzaushaltung, Rohholzverkauf“ (Handelsklassensortierung, HKS Brandenburg) in seiner 2. überarbeiteten Auflage vom 30. November 1995. Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Potsdam 2001, 68 S., ISBN 3-933352-40-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Kaltschmitt, Hans Hartmann, Hermann Hofbauer (Hrsg.): Energie aus Biomasse. Grundlagen, Techniken und Verfahren. Springer Verlag, Berlin und Heidelberg 2009. ISBN 978-3-540-85094-6.
  2. Kurzreferat zu Starkholz - Schwachholz (PDF; 236 kB), abgerufen am 5. Januar 2010.
  3. N.N.: Neuer gemeinsamer Standard für die Werksvermessung. Einigung zwischen Sägeindustrie und DFWR. In: AFZ/DerWald, 60. Jahrgang Heft 6/2005, S. 287, ISSN 1430-2713.