Siegfried Thiele

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Siegfried Thiele (* 28. März 1934 in Chemnitz) ist ein deutscher Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Thiele wurde als Sohn eines Handwerkers geboren. Bereits als Zwölfjähriger schuf er seine ersten Kompositionen. Er hatte Musikunterricht bei Werner Hübschmann und Gustav William Meyer und wirkte in dem von Paul Kurzbach geleiteten Studiochor der Volksbühne Chemnitz mit.

Nach seinem Abitur 1952 an der EOS „Karl Marx“ studierte er von 1953 bis 1958 Komposition bei Wilhelm Weismann und Johannes Weyrauch, Dirigieren bei Franz Jung und Heinz Rögner sowie Klavier bei Rudolf Fischer und Amadeus Webersinke an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Von 1958 bis 1962 war er Lehrer sowie Chor- und Orchesterleiter an den Musikschulen in Radeberg und Wurzen. Ab 1959 führte er seine kammermusikalischen, sinfonischen und chorsinfonischen Werke im In- und Ausland auf. Seit dieser Zeit wirkt er auch in der Leipziger Gemeinde der Christengemeinschaft als Musiker und Komponist für liturgische und andere Werke mit.

Von 1960 bis 1962 betrieb Thiele Kompositionsstudien bei Leo Spies an der Akademie der Künste Ost-Berlin. Im Jahre 1962 begann er seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik in Leipzig in den Fächern Tonsatz und Partiturspiel und gründete 1963 das Leipziger Jugendsinfonieorchester, das er bis 1978 leitete. An der Leipziger Musikhochschule war er von 1971 bis 1999 Dozent (ab 1984 Professor) für Komposition. Dort waren seine bekanntesten Schüler die Komponisten Bernd Franke, Walter Thomas Heyn, Reinhard Pfundt und Steffen Schleiermacher.

Anlässlich der Eröffnung des Neuen Gewandhauses zu Leipzig am 8. Oktober 1981 schafft Thiele das große Auftragswerk Gesänge an die Sonne für Alt- und Tenorsolo, Orgel, Chor und Orchester. Es wurde im Eröffnungskonzert unter Leitung des damaligen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur, der bei dieser Komposition auch die neue große Orgel des Gewandhauses angemessen einbezogen wissen wollte, uraufgeführt. Die Texte entnahm Thiele dem „Prolog im Himmel“ aus Goethes Faust, Schillers Gedicht „An die Sonne“ und Hölderlins „Dem Sonnengott“. Erst auf Intervention Masurs durfte dieses Stück zur Eröffnung überhaupt aufgeführt werden, da dem Zentralkomitee der SED die Texte nicht zusagten.

Am 1. Oktober 1990 trat Thiele das Amt als neu gewählter Rektor der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig an. 1994 wurde er in dieser Funktion für weitere drei Jahre wiedergewählt.

Seit 1992 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig, 1996 der Sächsische Akademie der Künste in Dresden. 1999 war er Ehrengast der Villa Massimo in Rom. 2001 erfolgte seine Ernennung zum Ehrensenator der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.

Siegfried Thiele ist verheiratet mit Uta Thiele und lebt auch heute noch in Leipzig.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thiele, Prof. Siegfried. In: Wilfried W. Bruchhäuser: Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Interessenverband. Ein Handbuch. 4. Auflage, Deutscher Komponisten-Interessenverband, Berlin 1995, ISBN 3-55561-410-X, S. 1291.
  • Christiane Niklew, Ingrid Kirschey-Feix: Thiele, Siegfried. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Prof. Siegfried Thiele zum 70. Geburtstag. In: Journal. Zeitschrift der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Beilage zu Nr. 17, Sommersemester 2004. Darin u. a.:
    • Peter Horst Neumann: Botschaft der Töne. Botschaft der Worte. Der Komponist Siegfried Thiele.
  • Thiele, Siegfried. In: Brockhaus-Riemann Musiklexikon. CD-Rom, Directmedia Publishing, Berlin 2004, ISBN 3-89853-438-3, S. 14644 f.

Weblinks[Bearbeiten]