Soziales Netzwerk

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Soziale Netzwerke sind Netzwerke in der Soziologie, in der Betriebswirtschaftslehre und in der Systemtheorie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Untersuchung sozialer Netzwerke

Unter anderem erforschen Ethnologie, Sozialpsychologie, [Kommunikationswissenschaft]], Computerphysik und Spieltheorie soziale Netzwerke. Dabei spielt z.B. Multiplexität, Netzwerkdichte u.v.a.m. eine Rolle. Die dort entwickelten Verfahren lassen sich auch zur webometrischen Untersuchung des Internets einsetzen. Es zeigt sich, dass Soziale Netzwerke von ihrer Struktur oft Kleine-Welt-Netzwerke bilden, in denen die maximale Distanz zwischen einzelnen Einheiten überraschend gering ist.

Popularität erlangte das Small-World-Experiment des US-amerikanischen Psychologen Stanley Milgram von 1967: 300 Versuchsteilnehmer aus dem mittleren Westen der USA sollten ein Päckchen an eine ihnen unbekannte Zielperson in der Umgebung von Boston schicken. Sie durften es nur an ihnen bekannte Personen weitersenden. Falls sie ihre Aufgabe nicht direkt erledigen konnten, sollten sie die Sendung an einen Bekannten weiterreichen, der die Zielperson ihrer Meinung nach kennen könnte. Milgram entdeckte, dass in der Regel sechs Zwischenstationen ausreichen, um die Päckchen vom Absender zum Empfänger zu liefern. Daraus entwickelte er die Theorie, dass die Mitglieder eines sozialen Netzwerks maximal über sechs Knotenpunkte miteinander in Verbindung stehen („six degrees of separation“).

Globale soziale Netzwerke, wie sie in Form von Onlinecommunitys durch die Verwendung von Sozialer Software entstehen, sind hinsichtlich ihrer soziologischen, kulturellen und politischen Folgen noch nicht hinreichend erforscht, während es zu den ökonomischen und nutzungsspezifischen Aspekten bereits ein Reihe von Studien gibt. Für die Friedensforschung wäre zum Beispiel wichtig, ob solche globalen sozialen Netzwerke eher dazu führen, neue Feindbilder (z.B. gegenüber Minderheiten) entstehen zu lassen oder ob sie eher dem Frieden dienen, da interessengeleitete, vorgeschobene Begründungen der Machthabenden für Feindseligkeiten durch den weltweiten Austausch von Informationen rasch entlarvt und entkräftet werden können. In jedem Fall gehen globale soziale Netzwerke mit einer bislang nicht gekannten Eigendynamik der Meinungsbildung der Weltöffentlichkeit einher.

[Bearbeiten] Die Nutzung von Social-Networking-Websites in Europa

Die Briten nutzen in Europa mit 9,6 Millionen am meisten die für das Web 2.0 typischen Social-Networking-Websites. Bis 2012 werden nach einer Schätzung des Informationsanbieters Datamonitor mit über 27 Millionen fast die Hälfte der Briten Dienste wie z.B. Facebook oder MySpace in Anspruch nehmen. Dass die Briten bislang vorn liegen, führt Datamonitor auch darauf zurück, dass die Angebote in der Regel mit englischen Versionen gestartet sind. Die Menschen begrüßen es laut Datamonitor offenbar besonders, von Zuhause aus Kontakte knüpfen und Beziehungen aufrecht erhalten zu können. Zwar stünden hinter den wachsenden Nutzungszahlen vor allem jüngeren Leute, aber auch viele ältere Nutzer kämen künftig hinzu. Die Franzosen stellen mit 6,9 Millionen die zweitgrößte Nutzergruppe der Social-Networking-Angebote, die Deutschen folgen demnach mit 8,6 Millionen im April 2008 auf Platz drei. Die Studie prognostiziert in Deutschland bis zum Jahr 2012 21,7 Millionen Nutzer. Das an vierter Stelle stehende Spanien wies im Frühjahr 2008 lediglich 2,9 Millionen Nutzer auf. 41,7 Millionen Europäer insgesamt seien bei Social-Networking-Websites registriert, in vier Jahren sollen es laut Datamonitor 107 Millionen sein.[1] Zu einem das Sprachproblem hervorhebenden Ergebnis kommt auch die zweite weltweite vom Community-Betreiber Habbo erstellte Studie zur Markenanaffinität von Jugendlichen. Das bemerkenswerte Ergebnis: 40 Prozent der rund 60.000 befragten Teens aus 31 Ländern sehen Social Networks nicht als wichtigen Teil ihrer Onlineaktivitäten an. Dem Global Habbo Youth Survey zufolge ist eine der Hauptursachen hierfür, dass sich viele der Communitys an der englischen Sprache orientieren.[2]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Ein Drittel der Deutschen soll bis 2012 Social-Networking-Dienste nutzen (heise online, 2. Mai 2008)
  2. Social Networks von Jugendlichen selten genutzt (Horizont.net, abgerufen am 16. April 2008)

[Bearbeiten] Literatur

  • Albert-Laszlo Barabasi: Linked: How Everything Is Connected to Everything Else and What It Means for Business, Science, and Everyday Life, ISBN 0452284392
  • Danah Boyd & Nicole Ellison (2007): Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship in: Journal of Computer-Mediated Communication, 13(1), article 11. "[1]
  • Willms Buhse, Sören Stamer (Hg.): Enterprise 2.0: Die Kunst, loszulassen. Rhombos-Verlag, Berlin 2008, ISBN 3938807687.
  • Hermann Bullinger / Jürgen Nowak: 'Soziale Netzwerkarbeit. Eine Einführung. Freiburg im Breisgau: Lambertus-Verlag 1998
  • Burt, R. 1992: Structural Holes, Cambridge, MA.: Harvard University Press,
  • Granovetter, M. 1973: „The strength of weak ties“, in: American Journal of Sociology, Vol. 78, 6, 1360-1380.
  • Sascha Häusler (2007): Soziale Netzwerke im Internet. Entwicklung, Formen und Potenziale zu kommerzieller Nutzung, Vdm Verlag Dr. Müller, München, 2007, ISBN 3836452642.
  • Michael Koch, Alexander Richter: Enterprise 2.0 - Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen, Oldenburg Verlag, München, 2007, ISBN 3486585789.
  • Torsten Kleinz: Netzbekanntschaften. Neue Internet-Dienste helfen, soziale Netzwerke zu flechten, in: c't 18/2004 S. 84, ISSN 0724-8679
  • Michael Kunze: Verflochtenes Leben. Web 2.0 - der nächste Schritt, in: c't 1/2006 S. 174, ISSN 0724-8679
  • Niklas Luhmann: Soziale Systeme, Suhrkamp, Frankfurt am Main, mehrere Auflagen
  • Harvey Mackay: „Networking“ - Das Buch über die Kunst, Beziehungen aufzubauen und zu nutzen, ECON-Verlag, ISBN 3-430-16257-2
  • J. Clyde Mitchell: Social Networks in urban situations: Analyses of personal relationships in Central African towns, Manchester: University Press, 1969
  • Wouter de Nooy, Andrej Mrvar, Vladimir Batagelj: Exploratory Social Network Analysis with Pajek, Cambridge University Press, 2005
  • Narciso Pizzaro: Structural Identity and Equivalence of Individuals in Social Networts, in: International Sociology, 2007, Jg. 22, Nr. 6, S, 767-792
  • Florian Renz: "Praktiken des Social Networking", vwh-Verlag, Boizenburg, ISBN 978-3980264365
  • Christian Stegbauer / Alexander Rausch, Strukturalistische Internetforschung. Netzwerkanalysen internetbasierter Kommunikationsforen. Wiesbaden: VS-Verlag.
  • Hillard von Thiessen / Christian Windler (Hg.), Nähe in der Ferne. Personale Verflechtung in den Außenbeziehungen der frühen Neuzeit, Berlin: Duncker & Humblot 2005
  • Markus Vinzent (2006): Mediennetzwerke, in: Tsvasman, Leon R. (Hrsg.): Das grosse Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinärer Konzepte, Würzburg: Ergon 2006, S. 256, ISBN-10: 3899135156.
  • Martin J. Waibel, (2004): Konzepte des Sozialen Netzwerks, des sozialen Rückhalts sowie des sozioemotionalen Rückhaltes für die Praxis der Integrativen Supervision In: SUPERVISION: Theorie – Praxis – Forschung. Eine interdisziplinäre Internet-Zeitschrift - 11/2004.
  • Stanley Wassermann, Katherine Faust: Social Network Analysis. Methods and Applications, Cambridge u.a.: Cambridge University Press 1994
  • Johannes Weyer: Soziale Netzwerke, München: Oldenbourg 2000, ISBN 3-486-25257-7
  • Cai Ziegler: Schöne kleine Welt. Vom Wesen natürlicher Vernetzung, in: c't 24/2005, S. 188, ISSN 0724-8679
  • Penny Power, Thomas Power with Andy Coote (2005): A Friend in Every City. One Global Family - A Networking Vision for the Twenty First Century, ISBN 0-9545093-7-4, Ecademy Press

[Bearbeiten] Weblinks

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