St. Johannis

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Dieser Artikel behandelt einen Stadtteil von Nürnberg; zu anderen Bedeutungen siehe Johannis. St. Johannis ist auch der deutsche Name der estnischen Gemeinde Järva-Jaani.

49.45972222222211.060277777778Koordinaten: 49° 27′ 35″ N, 11° 3′ 37″ O

Johannis
Stadt Nürnberg
Postleitzahl: 90419
Vorwahl: 0911
Karte

Lage von Johannis in Nürnberg

Die Johannisstraße im Winter 2001/2002

St. Johannis ist ein Stadtteil von Nürnberg. Er liegt westlich der Altstadt nördlich der Pegnitz und besteht aus dem statistischen Bezirk 07 (St. Johannis) und den Bezirken 23 (Sandberg) und 24 (Bielingplatz).

Geschichte[Bearbeiten]

St. Johannis im Mai 2008

Fast 200 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Nürnbergs 1050 wurde der Siechkobel St. Johannis als Leprastation erstmals urkundlich erwähnt. 1307 schenkte Königin Elisabeth, Gemahlin Albrechts I. von Habsburg (1298-1308), die "Johannisfelder" dem Siechkobel. 1354 stiftete Berthold Haller die Pilgerherberge Heilig-Kreuz mit Kapelle. 1427 wurde zwar die Burg durch die Hohenzollern an die Stadt Nürnberg verkauft, aber Johannis blieb als Landgebiet Lehen der Fürsten. 1528 starb der Maler und Kunsttheoretiker Albrecht Dürer und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt. Nach der Besetzung der Landgebiete Nürnbergs durch die Preußen wurde St. Johannis eine selbständige Landpfarrei. 1806 wurde der alte Siechkobel geschlossen und in das Wirtshaus Zum goldenen Adler umgebaut. 1862 wurde William Wilson, der Lokführer des Adler auf der ersten deutschen Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth, auf dem Johannisfriedhof beigesetzt. 1882 wurde das Schulgebäude in der Adam-Kraft-Straße errichtet, 1913/1914 folgte ein weiteres auf dem Bielingplatz (heutige Peter-Vischer-Schule). Die Friedenskirche am Palmplatz wurde zwischen 1925 und 1928 nach Plänen von German Bestelmeyer errichtet und im Zweiten Weltkrieg 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. 1950 folgte der zweijährige Wiederaufbau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zwergenensemble in den Hesperidengärten
  • Barockgarten
  • Die Hesperidengärten, von reichen Nürnberger Patriziern in der Barockzeit angelegte Gärten. Diese wurden in den Jahren 1980–1982 restauriert.
  • Die mittelalterliche Johanniskirche mit dem Johannisfriedhof. Auf dem Friedhof sind zahlreiche Grabmäler mit sehenswerten kunstvollen Epitaphien erhalten, die Inschriften, Wappen und figürliche oder ornamentale Darstellungen zeigen.
  • Pegnitzgrund
  • Die evangelisch-lutherische Friedenskirche: Dort befindet sich der Altar eines unbekannten Meisters, der ursprünglich für das heute nicht mehr existierende Nürnberger Augustinerkloster angefertigt wurde.
  • Kärwa, die jedes Jahr im Juni stattfindet
  • Kreuzweg Jesu mit Reliefs des Bildhauers Adam Kraft, entstanden zwischen 1505 und 1508

Sportvereine[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Peter-Vischer-Schule, Gymnasium und Realschule
  • Volksschule Schnieglinger Straße
  • Grundschule St. Johannis

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Mulzer: Freye Franken feyern in einer freyen Stadt. Ein Gartenfest in St. Johannis 1754. In: Nürnberger Altstadtberichte, Hrsg.: Altstadtfreunde Nürnberg e.V., Heft 18 (1993)
  • Geschichte für alle e. V. (Hrsg.): St. Johannis. Geschichte eines Stadtteils, Nürnberg 2000

Weblinks[Bearbeiten]