Johannes der Täufer

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Johannes (ganz rechts) mit Benedikt von Nursia, Laurentius von Rom und Gregor dem Großen auf einem Bild von Andrea Mantegna (1459).

Johannes der Täufer (lat. Io(h)annes Baptista, hebr. יוֹחָנָן הַמַּטְבִּיל Jochanan ben Sacharja) ist eine der zentralen Figuren des Christentums, des Islam, des Mandäismus, und der Evangelien.

Sein Einfluss erstreckte sich über das frühe Christentum hinaus. Er hatte jüdische Anhänger, in Israel sowie in der jüdischen Diaspora. Auch im Koran wird er erwähnt, und Flavius Josephus berichtet von ihm.[1]

Die Religionsgemeinschaft der Mandäer sieht in ihm ihren wichtigsten Reformator. Lange Zeit wurden sie daher als Johannes-Christen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Quellen zur Biographie

Als Quellen, die Aufschluss über die historische Gestalt Johannes des Täufers geben können, steht neben den neutestamentlichen Schriften (Markus [Mk], Matthäus [Mt], Lukas [Lk], Johannes [Joh] und Apostelgeschichte [Apg]) noch ein Absatz des jüdisch-römischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus zur Verfügung (Ant XVIII 5,2).

Bei dem Versuch einer Rekonstruktion der geschichtlichen Person und Ereignisse muss beachtet werden, dass diese Quellen jeweils eigenen Tendenzen folgen:

  • In der Darstellung des Markus erscheint Johannes beispielsweise als Vorläufer und Wegbereiter Jesu (Mk 1,2-15 EU).
  • In der Logienquelle (Q 3,7-9) überwiegen wort- und bildgewaltige Drohpredigten, die das nahe Gottesgericht verkünden (Mt 3,7-10 EU) par (Lk 3,7-9 EU) sowie (Mt 3,11 f EU) par (Lk 3,16 f EU), Johannes ist hier vor allem Bußprediger.
  • Im Lukasevangelien stellt die Kindheitsgeschichte (Lk 1,5-2,29 EU) eine durchgehende Parallele zwischen Johannes- und Jesusbegebenheiten dar; die Jesusbegebenheiten überbieten jedoch jeweils die Johannesbegebenheiten.[2]
  • Im Johannesevangelium hat der Täufer hauptsächlich die Funktion des Zeugen für Jesus. s. Johannes-Prolog (Joh 1,7.8.15.19.32.34 EU). [3]

[Bearbeiten] Geburt und Kindheit

Von geringem historischen Gewicht dürften die Erzählungen über die Geburt und Kindheit des Täufers in (Lk 1-2 EU) sein. Hier vermuten manche Theologen Personallegenden aus dem Kreis der Täuferverehrer, die die spätere Bedeutung des Täufers schon auf die Ereignisse um die Geburt und Kindheit des Johannes übertragen und mithilfe alttestamentlicher Motive ausmalend veranschaulichen wollen.[4] Doch sind auch diese Texte für eine historische Rekonstruktion keineswegs unergiebig. Wahrscheinlich stammt Johannes aus priesterlichem Geschlecht: Nach Darstellung im Lukasevangelium war Johannes der Sohn des Priesters Zacharias aus der Priesterklasse Abija und der Elisabet aus dem Geschlecht Aarons (Lk 1,5 EU)). Da die Priesterklasse Abija nicht gerade die bedeutendste der 24 Priesterklassen war, könnte es sich durchaus um eine zuverlässige Angabe handeln. Geboren wurde Johannes nach (Lk 1,5 EU) "zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa“; dieser regierte von 38 v. Chr. bis 5 v. Chr. In (Lk 1,39 EU) erfährt der Leser als Wohnort der Elisabet: „eine Stadt im Bergland von Judäa“. Schon diese unpräzise gehaltenen Angaben weisen auf das geringe historische Interesse des Verfassers hin, dem wesentlich an einer Aussage auf der theologischen Bedeutungsebene gelegen ist.[5] Von Lk 1,80 ausgehende Spekulationen über einen Qumran-Aufenthalt des jungen Johannes lassen sich historisch nicht verifizieren; auch bei dieser Angabe[6] dürften den Täufer kennzeichnende Motive wie das Verkündigungsgebiet des Täufers in der Wüste auf seine Kindheit zurückdatiert worden sein.[7]

[Bearbeiten] Zeit und Ort des Auftretens

Judäa, Samaria, Galiläa zur Zeit des Herodes

Nach Angaben in Lk beginnt das Auftreten des Johannes „im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius“ (Lk 3,1 EU), was auf die Jahre 27-29 n. Chr. verweist. Die Unschärfe der Datierung resultiert aus der Unsicherheit, ob der Autor das Jahr nach der im Orient gebräuchliche seleukidischen oder der römischen Zeitrechnung beginnen ließ.[8]

Die biblischen Ortsangaben geben einen widersprüchlichen Befund über den Ort des Auftretens des Täufers: in der Wüste am Jordan (Mk 1,3-5 EU), in der Wüste von Judäa (Mt 3,1 EU), Betanien, jenseits des Jordans (Joh 1,28;10,40 EU) oder in Änon bei Salim (Joh 3,23 EU). Reisegruppen wird in heutiger Zeit sowohl auf der israelischen wie auch auf der jordanischen Seite des Jordans die „authentische“ Taufstelle präsentiert. Die besseren Argumente dürfte aber die jordanische Ostseite für sich beanspruchen. Nur dort, im Peräa der Bibel, hatte Herodes Antipas das Recht, den Täufer gefangen zu setzen (Mk 6,17-29 EU); Jos Ant XVIII 5,2); auch atl. Traditionen scheinen bei der Ortswahl für Johannes eine Rolle gespielt zu haben (Jos 3 und 4 EU); (2 Kön 2,1-18 EU). Erst in späteren Jahrhunderten wurde die Taufstelle vor allem aus praktischen Gründen am westlichen Jordanufer lokalisiert; frühstes Zeugnis für diese Tradition ist das berühmte Mosaik von Madaba (6. Jh.), die älteste erhaltene Karte Palästinas.[9]

[Bearbeiten] Öffentliches Wirken und Hinrichtung

Eckskulptur von Johannes auf der Brotstraße in Trier aus dem Jahre 1758. Dargestellt mit Muschel und Schaf (Agnus Dei). (Bildhauer: Joseph Amlinger.)

[Bearbeiten] Das öffentliche Wirken

Die Taufe Christi (illustriertes Manuskript, Frankreich, 15. Jh.).

Etwa um das Jahr 29/30 n.Chr. begann Johannes der Täufer[10] sein öffentliches Wirken.[11] Sein Hauptwirkungsgebiet war im damaligen Peräa auf der anderen Seite des Jordans gegenüber von Jericho. Er führte ein betont asketisches Leben - laut (Mk 1,6 EU) soll er sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährt haben, laut (Mt 11,18 EU) aß und trank er gar nichts -, predigte im Stil der alten Propheten und taufte. Johannes rief zur Umkehr auf und kündigte das unmittelbare Kommen Gottes oder des Messias zum endzeitlichen Gericht an (Mt 3,7.10.12 EU); (Lk 3,7.9.17 EU). Damit gilt er im Christentum als Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des christlichen Messias und wird mit Elija in Verbindung gebracht. Die Anhängerschaft von Johannes war zahlreich, darunter zeitweise auch Jesus von Nazareth, der sich durch ihn taufen ließ. Darüber hinaus scheinen Jesus selbst oder seine Jünger mit Billigung des Johannes am Jordan getauft zu haben (Joh 3,22 EU);(Joh 4,1-2 EU). Viele Menschen hielten Johannes für einen Propheten. In der späteren Geschichte findet man sie unter dem Namen Mandäer wieder, die den Lehren des Johannes treu blieben. Ein anderer Teil der Anhängerschaft des Johannes schloss sich nach dessen Tode dem Jesus von Nazareth an z. B. (Apg 19,1-7 EU).

Auf die Frage von im Dienste der Herodesdynastie stehenden jüdischen Soldaten: Was sollen wir tun? antwortete Johannes: Tut niemandem Gewalt an, erpresst niemanden und begnügt euch mit eurem Solde (Lk 3,14 EU). Viele dieser Soldaten wurden Anhänger des Johannes.

[Bearbeiten] Herodes Antipas und Aretas

Herodes Antipas war mit der Tochter Aretas’, des Königs der Nabatäer, verheiratet. Später vermählte er sich noch mit Herodias, der Frau seines Halbbruders Philippus. Dies führte zu Spannungen mit seiner ersten Frau. Diese verlegte daraufhin ihren Wohnsitz nach Machaerus, einer Grenzfestung von Antipas am Toten Meer. Von dort floh sie zu ihrem Vater (35 n. Chr.).[12]

Die Beziehung zwischen Herodes Antipas und Aretas war bereits wegen Landstreitigkeiten belastet, die Heirat mit Herodias kränkte Aretas zusätzlich. Ein Waffengang schien unausweichlich.

[Bearbeiten] Gefangennahme

Im Frühjahr 35 n. Chr.[12] inhaftierte Herodes Antipas Johannes den Täufer. Er hielt ihn auf der Festung Machaerus am Toten Meer gefangen. Wahrscheinlich war ihm die Anhängerschaft des Johannes zu bedrohlich geworden, als es zum Zwist mit König Aretas kam. Nach Josephus Flavius war dies der Hauptgrund für die Gefangennahme Johannes des Täufers. Zudem hatte Johannes Herodes Antipas wegen seiner Heiratspolitik kritisiert (Mt 14,4 EU); (Lk 6,18 EU).

[Bearbeiten] Hinrichtung

(Mk 6,17-29 EU) Der Legende nach soll Salome, die Tochter von Herodes' Frau Herodias, den Kopf Johannes des Täufers als Belohnung für einen Tanz gefordert haben, wozu sie von Herodias angestiftet worden sei. Diese Geschichte wird in den Evangelien des Markus und Matthäus geschildert, wobei nur von der Tochter der Herodias die Rede ist, der Name Salome wird nicht genannt.

Historisch gilt die Darstellung des Flavius Josephus als wahrscheinlicher:

Die Tochter Aretas war inzwischen zu ihrem Vater geflohen. Dieser drohte Antipas mit Krieg. Um nicht in einen Zweifrontenkrieg verwickelt zu werden, ließ Antipas Johannes den Täufer vor Kriegsbeginn hinrichten. Er befürchtete einen Aufstand der Anhänger des Johannes während seines Feldzugs gegen Aretas.[13]

Die Hinrichtung erfolgte nach urchristlichen Quellen in Tiberias in Galiläa, wahrscheinlich vor dem Jahr 30. Flavius Josephus hingegen berichtet von ihrer Vollstreckung auf der Festung Machaerus am Toten Meer. Machaerus sicherte die Grenze zwischen dem Territorium von Antipas und jenem von Aretas. Die Hinrichtung erfolgte wahrscheinlich im Spätsommer des Jahres 35 n. Chr [12] und damit laut Geschichtsschreiber Josephus (der wohl verlässlichsten Quelle) erst nach dem Tode Jesu, entgegen den biblischen Evangelien. Noch lange Zeit danach wurde der Todestag des Johannes in jener Jahreszeit – Ende August – begangen. Auch die Evangelien berichten über diese Hinrichtung, bei der die Obersten des Heeres anwesend waren (Mk 6,17-28 EU). Der Krieg gegen Aretas stand bevor.

[Bearbeiten] Krieg gegen Aretas

Im Winter 35/36 n. Chr.[12] kam es zum Krieg. Die vorangegangene Exekution von Johannes dem Täufer hatte zur Folge, dass ein Teil der jüdischen Soldaten – nämlich die Anhänger von Johannes – Antipas die Unterstützung im Krieg gegen Aretas versagte.[1] Herodes Antipas verlor den Krieg. Mit Hilfe der Römer konnte er sich jedoch an der Macht behaupten. Er musste aber als Kompensation die Stadt und Region Damaskus an Aretas abgeben (von 37 bis 39 n. Chr.)[14]

[Bearbeiten] Urteil des Volkes

Das jüdische Volk interpretierte die Niederlage von Herodes Antipas gegen Aretas als Strafe Gottes dafür, dass er zuvor Johannes den Täufer hatte hinrichten lassen.[1]

[Bearbeiten] Johannes der Täufer im Koran

Auch der Koran erwähnt Johannes den Täufer. Wie die Mandäer nennen auch die Muslime Johannes Yahya. Auch der Koran schildert, dass Zacharias Nachricht über einen Sohn von Engeln bekam. Er bat daraufhin Allah um ein Zeichen. Daraufhin sprach Zacharias, im Gegensatz zur Bibel, für drei Tage nicht zu den Menschen (Aal-e-Imran 3:38-41, Maryam 19:10). Der Koran gibt zwar keine Details zum Leben Johannes', sagt aber, dass er „Weisheit” hatte, „als er noch ein Kind war” (Maria 19 - 13).

Der Koran sagt in der Sura 19 (Maryam) 7 und 13-15 folgendes über Johannes: [15]

    7 O Zacharias, siehe, wir verkünden dir einen Knaben, namens Yahya, ...
  13 O Yahya, nimm die Schrift mit (aller) Kraft. Und Wir gaben ihm schon als Kind die Urteilskraft
  14 und Mitgefühl von Uns aus und Lauterkeit. Er war gottesfürchtig und gütig gegen seine Eltern, und er war weder gewalttätig noch widerspenstig.
  15 Und Friede sei auf ihm am Tag, da er geboren wurde, und am Tag, da er stirbt, und am Tag, da er wieder zum Leben auferweckt wird.

Es wird berichtet, dass Johannes mit wilden Tieren aß, da er den Kontakt mit anderen Menschen fürchtete. Überdies weinte Johannes sehr oft. Dies begründete er damit, dass die Brücke zwischen Hölle und Paradies nur mit Tränen überschritten werden kann.

Die Anhänger Johannes des Täufers werden im Koran vermutlich als Sabäer bezeichnet. Sie genießen, da sie Anhänger einer Buchreligion sind, im islamischen Staat besonderen Schutz, wenn sie die Jizyah (eine Steuer für Christen, Juden und Sabäer) leisten.

[Bearbeiten] Johannes der Täufer in der Kirche

Johannes der Täufer (Wüstenengel) mit dem im Kelch liegenden Christuskind. (1620, Tretyakov Gallery, Moscow, Russia.)

Johannes der Täufer ist einer der bedeutendsten Heiligen im Katholizismus und der Orthodoxie. Er gilt als Vorbild des Asketen. Sein Gedenktag ist der 24. Juni, der Johannistag, der in der katholischen Kirche als Hochfest begangen wird und um den sich zahlreiche Bräuche ranken. Dieser Tag ist als Geburtstag des Johannes zu verstehen, nicht wie bei den meisten anderen Heiligen als Todestag. Das Datum leitet sich daher ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war; so wurde der Johannistag auf sechs Monate vor Weihnachten gelegt. Auch seiner Enthauptung ist ein Gedenktag gewidmet (29. August), der jedoch wesentlich geringere Bedeutung hat als das Geburtsfest.

Johannes-Schüssel aus dem Braith-Mali-Museum in Biberach/Riß.
Johannesschüssel in der Bruderschaftskirche St. Johann in Rot an der Rot.

Seine Attribute in der Ikonographie sind das Fellgewand, der Kreuzstab oder ein Lamm sowie der Zeigegestus auf Jesus, oft verbunden mit dem Spruchband „Ecce Agnus Dei” („Dieser ist das Lamm Gottes“). Teilweise wird er verhärmt-asketisch, mit langen Haaren und mit Flügeln dargestellt, um seine engelsgleiche Lebensweise zu betonen. Als Johannesknabe erscheint er häufig zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Jesusknaben und Maria.

Johannes der Täufer erscheint auf der Ikonostase in orthodoxen Kirchen in der Regel an zentraler Stelle als Teil der Deësis, oder direkt rechts neben der zentralen Christus-Ikone, Maria mit Kind links von Christus. Einige orthodoxe Kirchen stellen jedoch statt Johannes den hl. Nikolaus von Myra an dieser Stelle dar.

Taufkapellen sind meist Johannes dem Täufer geweiht.

Als „Johannesschüssel” werden seit dem Mittelalter verbreitete Darstellungen mit dem Haupt des Hl. Johannes d. Täufers auf einer Schüssel bezeichnet. Sie wurden besonders bei Kopfleiden vom Volk verehrt und wurden in Hospitälern oft zur Schmerzlinderung herumgereicht.

In Irland wurde er auch unter dem Namen Searbhain („der Bitterzüngige”) verehrt, eine Bezeichnung, die eigentlich dem Unruhestifter Bricriu aus der vorchristlichen Mythologie zukam. Cill Searbhain ist eine Kirche auf dem Friedhof von Kilsharvan.

Johannes ist Schutzheiliger des Johanniter- bzw. Malteserritterordens.

[Bearbeiten] Reliquienkult

Kopfreliquie in Amiens

Das Kopfreliquiar des Johannes wird gleich an mehreren Orten verehrt. Nach römisch-katholischem Glauben wird es zum Einen in der römischen Kirche San Silvestro in Capite aufbewahrt. In der Kathedrale von Amiens wird ebenfalls ein solches ausgestellt. Der dortigen Überlieferung zu Folge hat der Domherr von Picquigny Wallon de Sarton 1204 die Kopfreliquie als Kriegsbeute vom Vierten Kreuzzug aus Konstantinopel mitgebracht und seinem Onkel, dem Bischof Richard de Gerberoy in Amiens überreicht.[16] Aber auch die Omayadden-Moschee in Damaskus beansprucht den Verwahrungsort des Kopfes für sich. In vorislamischer Zeit war dies die Johanniskathedrale.

[Bearbeiten] Wirkungen des Johannes-Stoffes

[Bearbeiten] in Literatur und Dramatik

Johannes der Täufer und die mit ihm in Verbindung stehenden Figuren und Stoffe, namentlich Herodes, Herodias und Salome waren von großem Einfluss in der Literatur, Dramatik und Musik, so z.B. für das Drama Oscar WildesSalome” und die darauf aufbauende Oper gleichen Namens von Richard Strauss, sowie die Erzählung „Herodias” von Gustave Flaubert, auf der das Libretto für Jules MassenetsHerodiade” beruht.

[Bearbeiten] in der Kunst

In Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg, die am Johannistag (24. Juni) sowie am Vorabend dieses Festtags spielt, wird in zahlreichen allegorischen Anspielungen auf religiöse und biblische Figuren und Ereignisse verwiesen. So erweist sich die Hauptperson der Handlung, der Nürnberger Dichter Hans Sachs als Personifikation des biblischen Propheten Johannes der Täufer. Andere Figuren illustrieren Begebenheiten aus dem Alten Testament (Adam und Eva und der Sündenfall), insbesondere auch Hans Sachs' Lehrling David: der biblische König David als Stammvater und - wie Johannes der Täufer - Vorläufer Christi und vieles mehr. Sowohl Michelangelo Merisi da Caravaggio (1609) als auch Bartolomeo Veneto (16. Jahrhundert) malten ein Gemälde von Salome mit dem Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Tablett.

[Bearbeiten] In der Freimaurerei

Der Gedenktag von Johannes dem Täufer, der Johannistag, ist zugleich das Bundesfest der weltweiten Johannislogen der Freimaurer, die an seinem Geburtstag in den sogenannten „Blauen” Logen, Fm-Grad 1 - 3 (so benannt aufgrund der dort vorherrschenden Gewandfarbgebung; im Gegensatz zu den „Roten” Logen, die höhere Geheimgrade, bis zum 33. Grad, in den „Andreas-Logen” den sogen. „Schottischen Ritus” repräsentieren), häufig außerdem ein besonders festliches Ritual durchführen. Johannes der Täufer war und ist heute noch der Schutzpatron der Bauhütten, speziell der Steinmetze.

[Bearbeiten] Benennungen und Patrozinien

Anbetungen:

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans Bernd Altinger: Johannes der Täufer. Sein wahres Leben und Wirken - Seine Wiederkehr. ISBN 978-3-926087-20-1.
  • Knut Backhaus: Die "Jüngerkreise" des Täufers Johannes. Eine Studie zu den religionsgeschichtlichen Ursprüngen des Christentums. Paderborner theologische Studien 19. Schöningh, Paderborn u.a. 1991 ISBN 3-506-76269-9
  • Martin Ebner: Jesus von Nazaret, Was wir von ihm wissen können, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart, 2007, S.73-85, ISBN 978-3-460-33178-5
  • Josef Ernst: Johannes der Täufer - der Lehrer Jesu?. Biblische Bücher 2. Herder, Freiburg i.Br. u.a. 1994 ISBN 3-451-23479-3.
  • Michael Hartmann: Der Tod Johannes' des Täufers. Eine exegetische und rezeptionsgeschichtliche Studie auf dem Hintergrund narrativer, intertextueller und kulturanthropologischer Zugänge. Stuttgarter biblische Beiträge 45. Verl. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 2001 ISBN 3-460-00451-7
  • Flavius Josephus. The New Complete Works of Josephus. Translated by William Whiston. 1999. Kregel Publications, Grand Rapids, Michigan. ISBN 0-8254-2948-x (Paperback).
  • James A. Kelhoffer: The Diet of John the Baptist: "Locusts and Wild Honey" in Synoptic and Patristic Interpretation. WUNT 176. Mohr Siebeck, Tübingen 2005 ISBN 3-16-148460-6
  • Friedrich-August von Metzsch: Johannes der Täufer. Seine Botschaft und deren Darstellung in der Kunst. Hänssler-Bildband. Hänssler, Holzgerlingen 2001 ISBN 3-7751-3719-X (kunstgeschichtlich)
  • Ulrich B. Müller: Johannes der Täufer. Jüdischer Prophet und Wegbereiter Jesu. Biblische Gestalten 6. Evang. Verlagsanstalt, Leipzig 2002 ISBN 3-374-01993-5 (wiss. fundierte und verständliche Einführung)
  • Torsten Reiprich: Johannes der Täufer. Rufer und Prophet, in: Praxis Gemeindepädagogik 4/2008, 51-53.
  • Hartmut Stegemann: Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus. Ein Sachbuch. Herder Spektrum 4128. Herder, Freiburg i.Br. u.a. 8. Aufl. 1999. ISBN 3-451-04128-6
  • Joan E. Taylor: John the Baptist within Second Temple Judaism. SPCK, London 1997 ISBN 0-281-05126-7
  • Gerd Theißen: "Gerichtsverzögerung und Heilsverkündigung bei Johannes dem Täufer und Jesus", in: ders., Jesus als historische Gestalt. Beiträge zur Jesusforschung, hrsg. v. Annette Merz. FRLANT 202. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, S. 229-253 ISBN 3-525-53886-3

Zur Figur des Täufers in den Evangelien

  • Gerd Häfner: Der verheißene Vorläufer. Redaktionskritische Untersuchung zur Darstellung Johannes des Täufers im Matthäusevangelium. Stuttgarter biblische Beiträge 27. Verl. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 1994 ISBN 3-460-00271-9
  • Christoph Gregor Müller: Mehr als ein Prophet. Die Charakterzeichnung Johannes des Täufers im lukanischen Erzählwerk. Herders biblische Studien 31. Herder, Freiburg i. Br. u.a. 2001 ISBN 3-451-27622-4
  • Angelika Ottillinger: Vorläufer, Vorbild oder Zeuge? Zum Wandel des Täuferbildes im Johannesevangelium. Dissertationen Theologische Reihe 45. EOS-Verl., St. Ottilien 1991 ISBN 3-88096-845-4
  • Michael Tilly: Johannes der Täufer und die Biographie der Propheten. Die synoptische Täuferüberlieferung und das jüdische Prophetenbild zur Zeit des Täufers. BWANT 137. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 1994 ISBN 3-17-013180-X
  • Gary Yamasaki: John the Baptist in Life and Death. Audience-Oriented Criticism of Matthew's Narrative. JSNTSup 167. Academic Press, Sheffield 1998 ISBN 1-85075-916-2

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Johannes der Täufer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Josephus. Jüd. Altertümer XVIII, 5.2.
  2. Heinz Schürmann: Das Lukasevangelium, Herders theologischer Kommentar zum Neuen Testament III 1, Herder, Freiburg 1969 , S. 25
  3. Überblick über die verschiedenen Täuferbilder bei Josef Ernst: Johannes der Täufer. Der Lehrer Jesu?
  4. vgl. Müller 2002, Johannes 13
  5. Zum reichen Aussagegehalt der theologischen Bedeutungsebene s. bei: Bösen, Willibald: In Betlehem geboren. Die Kindheitsgeschichten der Evangelien
  6. Das Kind wuchs heran und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.
  7. vgl. Ernst, Josef: Johannes der Täufer. In: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 5, S.871
  8. Ausführlicher zur Datierung in (Lk 3,1f EU). s. z.B. bei Ernst, Josef: Das Evangelium nach Lukas, S.106f
  9. Zur Lokalisierung der Taufstelle vgl. Stegemann, Hartmut: Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus, 294ff
  10. Der griech. Begriff für taufen wird besser mit eintauchen übersetzt.
  11. Das Evangelium nach Lukas beschreibt den Zeitpunkt des Auftretens von Johannes dem Täufer wie folgt: „Aber im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes [Antipas] Vierfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene; unter dem Hohepriester Hannas und Kaiphas […]. (Lk 3,1-2 EU). Das 15. Regierungsjahr von Tiberius war im Jahre 29/30 n. Chr.
  12. a b c d Die Jahresangaben leiten sich von geschichtlichen Ereignissen ab, so zum Beispiel:
    • Herodes Philippos war nicht mehr präsent während des öffentlichen Wirkens Jesu (siehe Evangelien). Philippos verstarb im Jahre 33/34 n. Chr. Das Herrschaftsgebiet des Philippos - Judäa jenseits des Jordan genannt - fiel unter römische Verwaltung (Provinz Syria). Dieser Herrschaftswechsel war wahrscheinlich ein wichtiger Auslöser für das öffentliche Auftreten von Jesus dem Nazoräer. Er war ein Nachkomme der David-Dynastie. Er war überzeugt, dass jetzt die Zeit gekommen war, um das ideale jüdische Königreich zu errichten. Das Todesjahr Jesu wird nach diesem Ansatz auf das Frühjahr 36 n. Chr. datiert.
    • Die Zeitangabe von 46 Jahren Bauzeit nach (Joh 2,20 EU) kann für die Datierung nicht herangezogen werden. Denn die Bauzeit in Joh. 2,20 bezieht sich ausdrücklich auf das Heiligtum des Tempels (griech. naos) und nicht auf die Tempelanlage (griech. hieros). Laut Josephus dauerten die Renovationsarbeiten am Heiligtum (naos) unter Herodes dem Großen ca. 18 Monate. Diese Arbeiten wurden gleich am Anfang des Renovationsprojektes ausgeführt mit Start um 20 v. Chr. Sie waren somit schon früh vor der Zeitenwende abgeschlossen. Quelle: Flavius Josephus J. Ant. XV 11,5-6. Bei der Angabe 46 Jahre handelt es sich vielmehr um eine symbolische Zeitangabe. Die Zahl setzt sich wahrscheinlich zusammen aus den Summanden 40 und 6 (zur Bedeutung siehe Biblische Zahlensymbolik). Die Zahl 40 reflektiert die wiederholten Renovationen am Heiligtum des zweiten Tempels seit seiner Errichtung im Jahre 515 v. Chr. Die Zahl 6 bezeugt, dass dieses Heiligtum von Menschen geplant und erbaut worden ist. Dies im Gegensatz zur Stiftshütte, die nach den Vorgaben Gottes erbaut worden ist (Ex 2,8-9 EU); (Hebr 8,5 EU).
  13. Josephus, Jüd. Altertümer XVIII, 5.1-2.
  14. Als Paulus aus Damaskus flüchtete, gehörte die Stadt zum Herrschaftsgebiet von Aretas. In (2 Kor 11,32 EU) schreibt Paulus: „In Damaskus bewachte der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener, um mich gefangen zu nehmen.“
  15. Der Koran, Aus dem Arabischen übertragen von Max Henning, Reclam, Stuttgart 1960, ISBN 3-15-004206-2
  16. Xavier Bailly: Die Kathedrale von Amiens. ISBN 978-2-7373-4639-2

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