Szymankowo

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Szymankowo
Szymankowo führt kein Wappen
Szymankowo (Polen)
Szymankowo
Szymankowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Malbork
Gmina: Lichnowy
Geographische Lage: 54° 4′ N, 18° 55′ O54.07305555555618.923055555556Koordinaten: 54° 4′ 23″ N, 18° 55′ 23″ O
Einwohner: 768 (1. Januar 2006)
Postleitzahl: 82-221
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GMB

Szymankowo (deutsch:Simonsdorf) ist ein Dorf in Polen im Woiwodschaft Pommern, im Powiat Malborski (Kreis Marienburg) in der Landgemeinde Lichnowy (Groß Lichtenau).

Das Dorf ist ein Zentrum der Freiwilligen Feuerwehr.

Geografie[Bearbeiten]

Szymankowo liegt zwischen Marienburg und Dirschau, zwischen den Flüssen Nogat und Weichsel, etwa 5 km südlich von Lichnowy, 9 km nordwestlich von Marienburg und 38 km südöstlich von der Hauptstadt der Region Danzig.

Geschichte[Bearbeiten]

1886 wurde die Eisenbahnstrecke von Simonsdorf über Neuteich nach Tiegenhof in Betrieb genommen.

Die von den Polen gesprengte große Eisenbahnbrücke über die Weichsel bei Dirschau an der Eisenbahnstrecke Berlin – Königsberg

Bis zum 1. September 1939 war Simonsdorf Teil der Freien Stadt Danzig und Grenzknoten der deutsch-polnischen Eisenbahn.

1939 bestand Simonsdorf aus ca. 23 bis 25 Wohngebäuden, 2 Gutshäusern und einem Bauernhof, auf dem der Bürgermeister, Paul Foth, wohnte. Außerdem gab es in Simonsdorf 2 Schulen – eine polnische und eine deutsche. Die polnische Schule wurde im April 1934 gegründet. Im Dorf befanden sich eine Bahnstation, eine Poststelle, eine Molkerei, ein Kolonialwarengeschäft, 2 kleine Gaststätten und ein Gendarmerieposten. Am Rande des Dorfes stand eine Windmühle, die heute nicht mehr existiert. In Simonsdorf lebten damals rund 120 polnische und deutsche Familien. Simonsdorf wurde zwischen April bis Oktober von 150 bis 160 Saisonarbeitern unterstützt.

Massaker von Simonsdorf[Bearbeiten]

Denkmal für die am 1. September 1939 in Simonsdorf getöteten Polen

Am 1. September 1939 wurde in Simonsdorf von polnischen Eisenbahnern und Zollbeamten die Durchfahrt eines Zuges gestoppt, der von deutschen Pionieren in polnischen Uniformen besetzt war und dem ein Panzerzug folgte mit dem Ziel, die Weichselbrücke bei Dirschau für die deutsche Wehrmacht einzunehmen. Die Wachen an der Brücke wurden durch den Anruf eines polnischen Bahnarbeiters aus Simonsdorf gewarnt, und sie konnten die Brücke rechtzeitig sprengen. Die Deutschen ermordeten während der Zugfahrt etliche polnische Bahnangestellte, 20 allein in Simonsdorf.[1]

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jochen Böhler, Norddeutscher Rundfunk: Der Überfall: Deutschlands Krieg gegen Polen. Eichborn, 2009.
  •  Richard Hargreaves: Blitzkrieg Unleashed: The German Invasion of Poland, 1939. Stackpole Books, 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kartzewski, Erwin (Hrsg.): Verzeiht mir bitte, dass ich noch lebe. (erwin-kartzewski.blogspot.de, abgerufen am 16. Januar 2013).

Weblinks[Bearbeiten]