Tiziano Terzani

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Tiziano Terzani (* 14. September 1938 in Florenz; † 28. Juli 2004 in Orsigna bei Pistoia, Italien) war ein italienischer Journalist und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Terzani wuchs in Florenz auf. Er studierte in Pisa Jura und begann seine Karriere bei dem italienischen Büromaschinen-Hersteller Olivetti. Die erste Geschäftsreise 1965 nach Fernost (Japan) bewegte ihn, seine Anstellung aufzugeben und in New York an der Columbia University Sinologie zu studieren. 1971 ging er mit seiner Familie nach Singapur, um als Reporter für den Spiegel, außerdem für die italienischen Blätter Corriere della Sera und La Repubblica zu berichten.

Terzani - schnell einer der angesehensten westlichen Journalisten in Fernost - vermittelte auch Philosophisches aus Südost- und Ost-Asien. Etwa in Thailand oder Japan spielen spirituelle Aspekte eine viel stärkere Rolle. Das beleuchteten seine Artikel gleichwertig neben historischen und politischen Themen. Er war überdies geradezu Experte im absichtslosen Herumwandern, auch für Recherchen, und stellte immer wieder fest: ihm liefen Menschen und wichtige Mitteilungen „über den Weg“. 1975 war er einer der wenigen westlichen Reporter, die in Saigon blieben, als die nordvietnamesischen Kommunisten die Stadt übernahmen. Nach fünf Jahren in Peking wurde er 1984 plötzlich verhaftet, wegen „konterrevolutionärer Aktivitäten“ angeklagt, nach einem Monat im Umerziehungslager ausgewiesen.

Außerdem lebte Tiziano Terzani in Tokio, Singapur, Hongkong, Bangkok. New Delhi wurde seine Wahlheimat.

Neben Reportagen und Essays verfasste er mehrere Bücher über Asien. Bekannt ist die Reiseerzählung „Fliegen ohne Flügel“: Terzani wird von einem chinesischen Wahrsager über einen anstehenden Flugzeugabsturz informiert. Er entschloss sich, ein Jahr lang „ohne Flügel“, d.h. ohne die Nutzung von Flugzeugen als Verkehrsmittel, durch Asien zu reisen.

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA und während des folgenden Feldzugs in Afghanistan verwies Terzani in seinen Briefen gegen den Krieg eindringlich darauf, dass der Westen verlieren werde, falls er für einen Sieg über den Terrorismus und die „Achse des Bösen“ seine moralischen Prinzipien aufgebe. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Essays in dem Buch auf die scharfen anti-islamischen Vorwürfe der italienischen Journalistin Oriana Fallaci reagieren. Einer dieser Briefe ist an Oriana gerichtet.

Noch eine Runde auf dem Karussell handelt von seiner Krebserkrankung und einer letzten großen Reise: Außer mit der klassischen westlichen Medizin beschäftigte er sich auch mit der Welt der alternativen Heilmethoden und der Spiritualität. „La fine è il mio inizio“ („Das Ende ist mein Anfang“) hat er zusammen mit seinem Sohn Folco geschrieben: Sein letztes Buch ist ein Interview, in dem der Sohn den Vater befragt. Dabei blickt Terzani nochmals zurück auf sein Leben und redet über seinen bevorstehenden Tod, den er als sein „letztes Abenteuer“ willkommen heißt.

[Bearbeiten] Werke

  • Saigon 1975, Three days and Three Months, 1975
  • Holocaust in Kambodscha, 1981
  • Fremder unter Chinesen. Reportagen aus China, 1985
  • Gute Nacht, Herr Lenin. Reise durch ein zerberstendes Weltreich, 1992
  • Fliegen ohne Flügel. Eine Reise zu Asiens Mysterien, 1995
  • In Asien, 1998
  • Noch eine Runde auf dem Karussell. Vom Leben und Sterben, 2004
  • Das Ende ist mein Anfang. Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens, 2007

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

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