The Honeydripper

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The Honeydripper in der Originalfassung von Joe Liggins war im Jahre 1945 der erste Millionenseller des Rhythm & Blues.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Joe Liggins arbeitete mit Sammy Franklin & His California Rhythm Rascals zusammen und ließ sich während der Auftritte von dem Traditional „Shortnin‘ Bread“ inspirieren, aus dem er im Jahre 1942 die Idee zum Titel The Honeydripper entwickelte. „Honeydripper“ ist der Slangausdruck für einen smarten, süßholzraspelnden (afroamerikanischen) Typen. Nachdem sein Bandleader Sammy Franklin die Übernahme dieses Titels ablehnte, gründete Liggins seine eigene Band unter dem Namen The Honeydrippers und erhielt im November 1944 beim ebenso kleinen wie kurzlebigen Plattenlabel Bronze Records die Gelegenheit, den Song aufzunehmen. Dem Label fehlten jedoch die Vertriebswege, um ihn überregional verbreiten zu können, sodass die Charts keine Notiz von ihm nahmen.

Joe Liggins & His Honeydrippers - The Honeydripper

Aber Liggins spielte den Song unermüdlich bei seinen Auftritten. Einer dieser Auftritte wurde vom Komponisten und Produzenten Leon René besucht, der im März 1945 Liggins unter Vertrag beim neugegründeten Label Exclusive Records nahm. Mit der Besetzung Joe Liggins (Gesang, Piano), Little Willie Jackson (Altsaxophon und Klarinette), James Jackson Jr. (Tenorsaxophon), Red Callender (Bass) und Earl Carter (Schlagzeug) wurde The Honeydripper in zwei Teilen am 20. April 1945 aufgenommen und erschien im April 1945 als A- und B-Seite unter dem Titel The Honeydripper Parts I & II (Exclusive #207). Auch der Crossover-Erfolg war mit einem Rang 13 in den Pop-Charts beachtlich.

Erfolg[Bearbeiten]

Nach hohen Verkaufszahlen und intensivem Airplay erreichte die Aufnahme bereits am 8. September 1945 die Topposition der Rhythm & Blues-Hitparade, wo sie für 18 Wochen verharrte. Damit ist der Titel neben Choo Choo Ch'Boogie von Louis Jordan einer der beiden Songs, die bis heute am längsten an der Toppostion der R&B-Charts gestanden haben. Er setzte sich mehr als zwei Millionen Mal um.[1]

Coverversionen[Bearbeiten]

Bereits am 9. August 1945 beeilte sich Jimmy Lunceford mit seinem Orchester, am Erfolg vom Song teilzuhaben, zumal das kleine Label Exclusive Records nicht imstande war, der enormen Nachfrage nachzukommen. Auf Decca #23451 erreichte Lunceford den 10 Rang der Pop-Hitparade. Schon am 9. Oktober 1945 folgte Roosevelt Sykes (Bluebird #0737), der einen dritten Rang der R&B-Charts erreichte. Am 13. November 1945 nahm Cab Calloway hastig ein Cover auf, das den Eindruck hinterlässt, als ob The Honeydripper speziell für die Calloway-Band geschrieben worden sei. Calloway erreichte mit seiner Version im Februar 1946 ebenfalls den dritten Platz der R&B-Charts. Bullmoose Jackson hatte die Ehre, mit seiner Fassung vom August 1945 die erste Platte des neu gegründeten Labels Queen Records (Queen #4100) herauszubringen, blieb jedoch angesichts der starken Konkurrenz anderer Versionen ohne Hitparadenerfolg.

Pleite von Exclusive Records[Bearbeiten]

Die Plattenfirma (mit ihrem Tochterlabel Excelsior Records) wurde von den afroamerikanischen Brüdern Otis und Leon René gegründet, um dort die von ihnen produzierten Songs zu veröffentlichen. Liggins brachte noch einige Platten bei Exclusive heraus, bis diese im Januar 1950 pleiteging; das konnte auch der Millionenseller nicht verhindern. Die Masterbänder wurden von Swing Time Records erworben. Bereits am 20. Januar 1950 nahm Liggins seine ersten Songs für Specialty Records auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Björn/Jim Gallert, Before Motown, 2001, S.170