Trois mouvements de Petrouchka

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Trois mouvements de Petrouchka („Drei Sätze aus Petruschka“) ist der Titel eines Arrangements für Klavier solo des Balletts „Pétrouchka“ des russischen Komponisten Igor Strawinski.

Entstehung[Bearbeiten]

Strawinski berichtet in seiner Schrift „Erinnerungen“ (1936): „Bei dieser Arbeit [zu „Pétrouchka“] hatte ich die hartnäckige Vorstellung einer Marionette, die plötzlich Leben gewinnt und durch das teuflische Arpeggio ihrer Sprünge die Geduld des Orchesters so sehr erschöpft, dass es sie mit Fanfaren bedroht. Daraus entwickelt sich ein schrecklicher Wirrwarr, der auf seinem Höhepunkt mit dem schmerzlich-klagendem Zusammenbruch des armen Hampelmannes endet.“ Ursprünglich als konzertantes Stück für Klavier und Orchester konzipiert, wurde Strawinski vom Leiter der „Ballets Russes“, Sergei Djagilew überzeugt, aus diesem Werk das Ballett „Pétrouchka“ zu machen. Dabei blieben für das Klavier nur Episoden als Orchester-Solo-Instrument übrig.

Der Pianist Arthur Rubinstein beschreibt in seinen Memoiren seine Diskussionen mit Strawinski bezüglich den Möglichkeiten des Klaviers, das der Komponist ausschließlich für ein Schlaginstrument hielt. „Ich ging zum Flügel und spielte Teile aus ‚Pétrouchka’, vor allem die Musik in Pétrouchkas Zimmer. Stravinsky vergaß auf der Stelle alles, was vorangegangen war und wurde ganz professionell. ‚Wie bringen sie es fertig, dass ihre Bässe so klingen? Haben sie eine spezielle Pedaltechnik?’ ‚Ja selbstverständlich. Ich halte mit dem Fuß die noch vibrierenden Bässe und kann deshalb im Diskant die Harmonien wechseln. ‘Und’ fuhr ich spaßhaft fort, ‘das von ihnen so gehasste Klavier kann noch viel mehr.’ Igor war nun ganz versöhnt. ‘Ich schreibe Ihnen eine Sonate auf Motive aus ‚Pétrouchka’.“[1]

Die „Trois mouvements de Pétrouchka“ für Klavier von Igor Strawinski sind eines der schwierigsten und virtuosesten Werke der Klavierliteratur. Stravinsky komponierte die Klaviertranskription im Jahre 1921 und widmete sie Arthur Rubinstein. Im zweiten Satz „Chez Pétrouchka” lässt sich Strawinskis Vorstellung vom Tasteninstrument deutlich erkennen: C-Dur gegen Fis-Dur, weiße gegen schwarze Tasten. Der dritte Satz „La semaine grasse” stellt an den Spieler vor allem hohe Ansprüche an seine Sprung- und Schlagtechnik. Für die Notierung des letzten Satzes verwendet Strawinski fast immer drei, teilweise aber auch vier Systeme.

Interpreten[Bearbeiten]

Aufgrund der enormen Schwierigkeiten des Werks hat es bislang nur wenige Interpreten gefunden. Zu ihnen gehören Alfred Brendel, Emil Gilels, Maurizio Pollini, Alexis Weissenberg, Christopher Park, die jungen Pianistinnen Wang Yujia aus China und Chatia Buniatischwili aus Georgien.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Arthur Rubinstein: Erinnerungen. Die frühen Jahre. Aus dem Englischen von Günther Danehl. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1982