Une saison en enfer

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Une Saison en Enfer (meist übersetzt als Eine Zeit in der Hölle) ist eine relativ kleine Sammlung kurzer Texte in lyrischer Prosa mit eingestreuten Versgedichten. Sie stammt von dem französischen Dichter Arthur Rimbaud (1854–1891) und entstand von April bis August 1873 (also im Alter von 19 Jahren) in dem Dorf Roche (Ardennen), in dem bäuerlichen Elternhaus seiner Mutter.

Sie ist das einzige Werk, das Rimbaud selbst zum Druck gegeben hat, doch blieb es praktisch unveröffentlicht, weil er den von ihm beauftragten Brüsseler Drucker nicht bezahlte und die kleine Auflage, bis auf wenige Exemplare, die er Freunden gab, z. B. Paul Verlaine, im Lager der Druckerei liegen blieb, wo sie 1901, d. h. postum, entdeckt wurde.

Die Texte des Büchleins spiegeln sichtlich eine Krisensituation wider: Rimbaud war im September 1871 auf Einladung des etwas älteren Dichterkollegen Verlaine mit großen Hoffnungen nach Paris gekommen und hatte dort zunächst auch Bewunderung in Literatenkreisen erregt. Im Februar 1872 war er aber quasi aus Paris verstoßen worden, nachdem er sich mit dem jung verheirateten und soeben Vater gewordenen Verlaine auf ein homosexuelles Verhältnis eingelassen und auch sonst einiges Ärgernis erregt hatte. Im Sommer schließlich war er wieder nach Paris gefahren und anschließend mit Verlaine auf eine unstete Wanderschaft in Nordfrankreich, Belgien und England gegangen, die von Streitereien, Zerwürfnissen und Versöhnungen der Freunde geprägt war. Im April 73 war er bei seiner Mutter und seinen Geschwistern in Roche untergeschlüpft, wo er offenbar in eine Depression verfiel, die er mit Schreiben zu bannen versuchte.

In den gattungsmäßig kaum einzuordnenden, oft schwer verständlichen Texten blickt das Ich mehr alogisch assoziierend als logisch referierend auf seine Vergangenheit zurück und nimmt ebenso sprunghaft seine Gegenwart ins Visier. In Form einer Mischung aus Rückschau, Beichte, Selbstgespräch, Bericht, Reflexion, Klage und Selbstanklage bricht Rimbaud desillusioniert mit seinen bisherigen dichterischen und sonstigen Ambitionen, die ihm nun als Hybris und Selbstbetrug erscheinen. Une Saison en Enfer/ Eine Zeit in der Hölle betitelte er denn auch das fertige Bändchen, das in manchen Passagen wie ein Widerruf der fast hochmütigen Seher-Briefe von Mai 1871 erscheint, wo er die Dichtung gewissermaßen neu zu erfinden gedachte.

Inhalt[Bearbeiten]

  • Prolog (Jadis, si je me souviens bien,...)
  • Schlechtes Blut (Mauvais Sang)
  • Nacht der Hölle (Nuit de l'enfer)
  • Delirien I (Délires I)
  • Delirien II Alchemie des Wortes (Délires II)
  • Das Unmögliche (L'impossible)
  • Der Blitz (L'éclair)
  • Morgen (Matin)
  • Adieu (Adieu)