Mehrwertdienst

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Ein Mehrwertdienst (auch engl. als Value Added Service bezeichnet) ist eine Dienstleistung, die andere Dienstleistungen (zur Unterscheidung hier Basisdienste genannt) oder Produkte ergänzt, um den Wert oder Nutzen dieser Dienstleistungen oder Produkte zu erhöhen. Seine Funktionalität kann weit über die Möglichkeiten der Basisdienste oder Dienstekomposition hinausgehen. Im Deutschen werden Mehrwertdienste auch als Mehrwertanwendungen oder Premiumdienste bezeichnet.

Umgangssprachlich werden Mehrwertdienste oft mit Telekommunikations-Mehrwertdiensten in Verbindung gebracht, oft ganz speziell mit kostenpflichtigen Servicenummern.

Funktion[Bearbeiten]

Ein Mehrwertdienst nutzt einen oder mehrere Basisdienste, fügt eine eigene Leistung hinzu und bietet diese Kombination als einen neuen (meist höherwertigen) Dienst an. Beispielsweise nutzt der Telefax-Dienst die für Sprachübertragung erstellte Infrastruktur des Telefonie-Dienstes zur Übertragung von Dokumenten. Die Vorlagen werden dafür in Tonsignale codiert, welche über die Telefonleitung übertragen werden können.

Bereiche[Bearbeiten]

Dienstleistungsbereich allgemein[Bearbeiten]

Der Anbieter eines Mehrwertdienstes nutzt für seine Dienstleistungen andere Dienste und sorgt mit seiner eigenen Leistung dafür, dass für potentielle Kunden die Nutzung seines Dienstes attraktiver oder wirtschaftlicher ist als die Inanspruchnahme aller einzelnen Dienste durch den Kunden selbst.

Beispielsweise bietet ein Laden zur Nutzung eines Internet-Auktionshauses die komplette Bearbeitung einer Auktion an. Der Kunde stellt nur seinen Artikel zur Verfügung, er muss sich nicht mit Computern oder Internet auskennen, muss sich nicht beim Auktionshaus registrieren, muss kein Fotograf sein, muss die Ware nicht verpacken und auch nicht verschicken. Der Mehrwertdienstleister erstellt eine möglichst genaue Beschreibung des Artikel inklusive zu diesem Zweck aufgenommener Fotografien, stellt den Artikel in das System des Auktionshauses ein, wickelt den Zahlungsverkehr vom und den Versand zum Käufer ab und entrichtet entsprechende Gebühren an das Auktionshaus.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Mehrwertdienste in der Telekommunikation basieren auf dem Basisdienst Telefonie.

Die Telefonnetzbetreiber verwenden „Mehrwertdienst“ als Oberbegriff für Dienstmerkmale, welche sie ergänzend zum klassischen Telefondienst anbieten. Über besondere Telefonnummern oder Vorwahlnummern werden Dienstleistungen wie zum Beispiel Wetterinfo, Verkehrsmeldungen oder Hotelreservierungen angeboten. Die Kosten sind je nach Anbieter und Dienst verschieden, oft sind es normale Gesprächsgebühren.

Logistik[Bearbeiten]

Im Logistik-Bereich sind Mehrwertdienstleistungen besonders unter Logistikdienstleistern relativ weit verbreitet. Hierzu zählen beispielsweise die Montage, das Verpacken und das Etikettieren der Ware, aber auch Logistikberatung, Lagerhaltung, Qualitätskontrollen, Reparaturen, Zollabfertigung und Retourenabwicklung. Oft werden auch informations- und kommunikationstechnische Dienstleistungen wie Tracking & Tracing oder dem Aufbau eines integrierten Netzwerkes zwischen den Beteiligten der Wertschöpfungskette angeboten.

Die Mehrwertlogistik (synonym zu Kontraktlogistik) zeichnet sich demnach aus durch:[1]

  1. die Integration mehrerer logistischer Leistungen, die über die Standardleistungen Transport, Umschlag und umschlagsbedingte Lagerung hianusgehen,
  2. einen hohen Individualisierungsgrad des Leistungspakets,
  3. ein gewisses Mindest-Geschäftsvolumen sowie
  4. eine langfristige vertragliche Absicherung der Geschäftsbeziehung (mind. 3 Jahre), die oftmals nicht mehr über AdSp (Allgemeine deutsche Spediteurbedinungen), sondern über Individualverträge geregelt werden. Nicht selten werden hier Service Level Agreements (SLAs), Key Performance Indicators (KPIS) und Anreizsysteme zur Steuerung und Konrolle des Dienstleisters definiert.

Softwaretechnik[Bearbeiten]

Im Rahmen des Paradigmas Serviceorientierte Architektur werden in der Informatik Mehrwertdienste von Basisdiensten unterschieden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nach wirtschaftswissenschaftlicher Definition gibt es Mehrwertdienste oder Value Added Services im gesamten Dienstleistungssektor. Sie werden dort häufig als Premiumdienste bezeichnet, was aber an der Grunddefinition und dem Marketingeffekt nichts ändert.

Medizintechnik[Bearbeiten]

In der Medizintechnik gewinnen Mehrwertdienste vor allem im Bereich der Gesundheitstelematik zunehmend an Bedeutung.

Insbesondere die flächendeckende Einführung der Gesundheitskarte inklusive der damit verbundenen Netzwerkinfrastruktur und Datenzentralisierung eröffnet Möglichkeiten für eine große Anzahl von Mehrwertdiensten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mühlencoert, Th.: Kontraktlogistik-Management. Grundlagen, Beispiele, Checklisten. Wiesbaden: Gabler Verlag, 2012, ISBN 978-3-8349-3131-3, S. 45