Vermehrung

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Dieser Artikel behandelt die Vermehrung von Lebewesen. Im Zuge von Aufrüstung, Kriegsvorbereitung bzw. Mobilmachung spricht man auch von Heeresvermehrung, Flottenvermehrung o.ä. Vor dem Zweiten Weltkrieg betrieb das NS-Regime eine umfassende Aufrüstung der Wehrmacht; vor dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer Flottenvermehrung im Zuge des Deutsch-Britischen Flottenwettrüstens. Zur 1938 in Deutschland geplanten Flottenvermehrung siehe Z-Plan.

Mit Vermehrung bezeichnet man in der Biologie die Reproduktion oder Fortpflanzung von Lebewesen, die mit einer Zunahme der Individuenanzahl einhergeht. Elternorganismen produzieren dabei Nachkommen. Die Vermehrung/Fortpflanzung stellt sicher, dass die Art erhalten bleibt. Teilweise werden die Begriffe Vermehrung und Fortpflanzung synonym (ohne Berücksichtigung der Anzahl) gebraucht. Vermehrung im Sinn der Vergrößerung einer Population folgt ungefähr einem begrenzten, logistischen Wachstum.

Man unterscheidet zwischen ungeschlechtlicher und geschlechtlicher Vermehrung (bzw. Fortpflanzung):

  • Die ungeschlechtliche oder asexuelle Vermehrung als Reproduktion von Lebewesen unter Erhöhung der Individuenzahl in identischer Kopie.
  • Die geschlechtliche generative Vermehrung durch geschlechtliche Fortpflanzung ist dagegen an die Meiose (Reifeteilung) gebunden, in der das Erbgut in zwei einfache (haploide) Sätze von Chromosomen aufgeteilt wird. Jede der entstehenden Geschlechtszellen (Gameten) erhält einen haploiden Chromosomensatz. Bei einer Befruchtung vereinigen sich zwei Gameten unterschiedlichen Geschlechts, und zwar vereinigt sich zuerst das Zytoplasma der zwei Geschlechtszellen miteinander (sogenannte Zytogamie), dann verschmelzen die Zellkerne (Karyogamie) der zwei Gameten. Dabei werden die zwei haploiden Chromosomensätze wieder zu einem diploiden Satz zusammengestellt. Das neu zusammengesetzte diploide Genom unterscheidet sich normalerweise von dem der Eltern.
    • Geschlechtliche Vermehrung findet in den meisten Fällen durch Befruchtung statt, wobei die Gameten von getrenntgeschlechtlichen oder zwittrigen Elternorganismen stammen können. Die eingeschlechtliche Bildung neuer Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen wird Jungfernzeugung (Parthenogenese) genannt. Es gibt sie bei manchen Insekten, Krebsen, Rädertierchen, Eidechsen, Algen und Farnen.

Ungeschlechtliche und geschlechtliche Vermehrung können bei einigen Arten nebeneinander oder auch abwechselnd (Generationswechsel) auftreten.