Europäischer Wechselkursverbund

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Preissteigerung in den EG-Mitgliedstaaten von 1970 bis 1980

Der Europäische Wechselkursverbund war ein multilaterales Interventionssystem zwischen europäischen Währungen und ging auf das Abkommen von Basel (10. April 1972) (Stichwörter Währungsschlange oder Schlange im Tunnel) zurück, in dem die sechs Mitgliedstaaten (ab dem 1. Januar 1973 neun Länder; Beitritt: Großbritannien, Irland, Dänemark) der damaligen Europäischen Gemeinschaft zunächst ein bilaterales Interventionssystem ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar vereinbart hatten. Offiziell war dies ein Abkommen zwischen den Zentralbanken der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft über die Verringerung der Schwankungsbreiten ihrer Währungen (auf Englisch: Basel Agreement of 10 April 1972, implemented on 24 April 1972, between the central banks of the Member States of the Community on the narrowing of the margins of fluctuation).

Im Februar 1973 wurde der US-Dollar gegenüber Gold um zehn Prozent abgewertet. Damals galt noch das Bretton-Woods-System; es brach wenige Wochen später zusammen. Aus diesem Anlass stellten die europäischen Zentralbanken die Interventionen für ihre Währungen gegenüber dem USD ein, hielten aber zwischen einigen ihrer Währungen durch ein gegenseitiges Interventionssystem an festen, aber anpassungsfähigen Wechselkursen fest. An diesem „Europäischen Wechselkursverbund“ der Zentralbanken nahmen nach einer Erklärung des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 12. März 1973 zunächst die folgenden sechs Währungen teil (in den damaligen offiziellen Abkürzungen und Bezeichnungen): BFR – België/Belgique/Belgien, ITL – Italien, DM – Bundesrepublik Deutschland, FF – France, LFR – Großherzogtum Luxemb(o)urg, HFL – Nederland.

Der Wunsch nach stabilen Wechselkursen innerhalb Europas veranlasste die EG-Staaten zu diesen Schritten. Bis zum 1. Januar 1973 bestand die EWG nur aus ihren sechs Gründungsländern; ab dem 1. Januar 1973 waren Großbritannien, Irland und Dänemark beigetreten.

Die Bindung an den US-Dollar erwies sich als nachteilig. So wurde aus einem „bilateralen Interventionssystem“ gegenüber dem US-Dollar ein „multilaterales“ Interventionssystem zwischen europäischen Währungen, in dem jede beteiligte Zentralbank auf ihrem Devisenmarkt bei Erreichen der vollen Bandbreite (Interventionskurse) entweder ihre Währung mit Krediten von den anderen Zentralbanken kaufen oder ihre eigene Währung abgeben (verkaufen) musste.

In der Zeit danach stießen auch andere, selbst eine „Nicht-EG-Währung“ wie die norwegische Krone (Norsk kroner), zu diesem „Europäischen Wechselkursverbund“ hinzu. Obwohl Auf- und Abwertungen der beteiligten Währungen vorgesehen waren, zeigten zahlreiche Währungsbei- und -austritte die Schwächen des Systems auf.

Daher beschlossen die EG-Regierungen im Jahre 1979 die Einführung des Europäischen Währungssystems (EWS) als Nachfolgemodell des „Europäischen Wechselkursverbundes“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Zeit: Ein Denkmal von eigener Hand