Steppenmöwe

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Steppenmöwe
Steppenmöwe (Larus cachinnans)

Steppenmöwe (Larus cachinnans)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwen (Laridae)
Gattung: Larus
Art: Steppenmöwe
Wissenschaftlicher Name
Larus cachinnans
Pallas, 1811
Steppenmöwe im Jugendkleid

Die Steppenmöwe (Larus cachinnans) ist eine Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae). Die Steppenmöwe wurde erst 2001 als eigene Art von der sehr ähnlichen Silbermöwe abgetrennt. Das Verbreitungsgebiet der Art reicht vom östlichen Mitteleuropa bis Zentralasien, im östlichen Mitteleuropa ist die Art nach der Brutsaison ab Juli ein häufiger Gast an größeren Gewässern. In einer Reihe mitteleuropäischer Länder gibt es außerdem erste Brutpaare. Der mitteleuropäische Verbreitungsschwerpunkt ist Polen, wo zu Beginn des 21. Jahrhundert 230 bis 240 Brutpaare vorkamen.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Die Unterscheidung der Steppenmöwe von den sehr ähnlichen und in Mitteleuropa ebenfalls vorkommenden Arten Silbermöwe und Mittelmeermöwe ist unter guten Bedingungen meist unproblematisch.

Adulte Steppenmöwen sind etwa so groß wie Silbermöwen, haben jedoch einen längeren Schnabel, eine flachere Stirn und längere Beine. Kopf, Rumpf und Schwanz sind weiß, Rücken und Oberflügeldecken sind hellgrau. Die Schwingen sind auf der Oberseite ebenfalls überwiegend hellgrau. Die äußeren sechs Handschwingen zeigen schwarze Zeichnungen, die gelegentlich auch noch auf die vierte Handschwinge ausgedehnt sein können. Die Beine sind grünlich gelb oder gelblich rosa.

Das Rufrepertoire der Steppenmöwe ist dem der Heringsmöwe (Larus fuscus) sehr ähnlich, ihr Hauptruf unterscheidet sich jedoch und klingt im Vergleich zur Silbermöwe tiefer, langgezogener, gutturaler und schwächer, insgesamt kläglicher.

[Bearbeiten] Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Steppenmöwe reicht von Nordwest-Afrika und dem östlichen Mitteleuropa bis Zentralasien. Zu den Verbreitungsschwerpunkten gehören das Schwarze Meer und die Kaspisregion, zu den Überwinterungsgebieten die Küsten Südwestasiens, Nordwestafrika und die Arabische Halbinsel.[2]

Ähnlich wie die Mittelmeermöwe kommt die Steppenmöwe in mediterranen und temperaten Lebensräumen vor. Ihre Lebensräume sind felsige, kiesige oder sandige Küsteninseln oder Landzungen, Brackwassermarschen und Dünengebiete. Im Binnenland besiedelt sie auch Flüsse, Seen und Sümpfe. Außerhalb der Brutzeit ist sie auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, an Mülldeponien, Häfen und an Flüssen zu beobachten.[3]

[Bearbeiten] Bestand

Der europäische Gesamtbestand der Steppenmöwe beträgt 30.000 bis 50.000 Brutpaare. Die größten Populationen finden sich in Südrussland, im Süden der Ukraine sowie Rumänien und Aserbaidschan.

[Bearbeiten] Systematik

Die systematische Stellung der Steppenmöwe war lange umstritten, sie wurde lange als Unterart der Silbermöwe betrachtet, danach auch als Unterart eines neuen Taxons "Weißkopfmöwe". Im Jahr 2001 wurde durch molekulargenetische Untersuchungen die Paraphylie dieses Taxons festgestellt und den beiden dort vereinten Formen Steppenmöwe und Mittelmeermöwe Artstatus zuerkannt.

[Bearbeiten] Belege

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2
  • M. Gottschling: Ein schwieriger Fall: Mittelmeermöwe und Steppenmöwe. In: Der Falke. 51. 2004, S. 148–155. Volltext als pdf (256 KB)
  • Brian Huntley, Rhys E. Green, Yvonne C. Collingham, Stephen G. Willis: A Climatic Atlas of European Breeding Birds, Durham University, The RSPB and Lynx Editions, Barcelona 2007, ISBN 978-84-96553-14-9

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Weißkopfmöwe (Larus cachinnans)) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelbelege

  1. Bauer et al., S. 612
  2. BirdLife Factsheet, aufgerufen am 29. August 2010
  3. Bauer et al,., S. 612
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