Weltparlament der Religionen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Weltparlament der Religionen ist ein Zusammentreffen von Vertretern aller großen Religionen mit dem Ziel eines friedlichen Dialogs.

Das Erste Parlament der Weltreligionen trat 1893 in Chicago im Rahmen der World Columbian Exposition zusammen. Mit der Gründung des Weltparlaments der Religionen erfasste die Tendenz zu einem universalreligiösen Synthesedenken nach Ländern wie Indien, Japan, Iran und Nordamerika mit geringfügiger Verzögerung auch Europa.

Über 4000 Menschen nahmen allein an der Eröffnungszeremonie teil. Aus Anlass der Gründung kam der japanische Mönch Soyen Shaku mit seinem Schüler Daisetz Teitaro Suzuki, der später der bedeutendste Sprecher der Zen-Bewegung im Westen wurde. Der indische Protagonist des Projekts Swami Vivekananda engagierte sich auch nach seinem ersten öffentlichen Auftritt im Weltparlament im Westen.[1]

Erst 100 Jahre später, im Jahre 1993, trat das Weltparlament der Religionen das zweite Mal zusammen. Seit dieser Zeit gibt es alle fünf bis sechs Jahre erneute Treffen.

Im April 1953 fand in Rishikesh auf Initiative von Swami Sivananda ebenfalls ein Weltparlament der Religionen statt. Dieses wird allgemein jedoch nicht als solches anerkannt und deshalb auch in der Zählung nicht berücksichtigt.

Überblick[Bearbeiten]

Das Weltparlament der Religionen
11. bis 27. September 1893 Chicago, USA
28. August bis 4. September 1993 Chicago, USA
1. bis 8. Dezember 1999 Kapstadt, Südafrika
7. bis 13. Juli 2004 Barcelona, Spanien
3. bis 9. Dezember 2009 Melbourne, Australien
2014 Brüssel, Belgien

Die 1990er-Jahre bis heute[Bearbeiten]

Zu der Erklärung zum Weltethos von 1993 mit dem englischen Titel: “Declaration – Toward a Global Ethic” siehe Weltethos

Das Zusammentreffen 2004 fand im Rahmen des ersten Forums der Kulturen in Barcelona statt.

Siehe auch

Interreligiöser Dialog

Sonstiges[Bearbeiten]

Dem Historiker Nicholas Goodrick-Clarke zufolge ebnete die Theosophie Helena Petrovna Blavatskys den Weg für das vergleichende Studium der Religionen, das beispielhaft im ersten Weltparlament der Religionen zum Ausdruck kam.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lüddeckens, Dorothea: Das Weltparlament der Religionen von 1893. Strukturen interreligiöser Begegnung im 19. Jahrhundert. de Gruyter, Berlin 2002; ISBN 3-11-017256-9
  • Wedemeyer, Inge von: Unterwegs zur Harmonie der Religionen. Fakten und Tendenzen zur Verwirklichung einer universalen Ökumene. Kristkeitz, Heidelberg 1992; ISBN 3-921508-47-9
  • Slaby, Michael: Von der "Einheit in der Vielheit" zur "Vielheit in der Einheit": Der Umgang mir religiöser Diversität auf dem Weltparlament der Religionen und seiner Hundertjahrfeier. Unveröffentlichte Magisterarbeit, Philosophische Fakultät, Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, 2005.
  • Ziolkowsky, Eric J. (Ed.): A Museum of Faiths: Histories and Legacies of the 1893 World’s Parliament of Religions. Atlanta Georgia, 1993, Scholars Press.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julia Iwersen: Wege der Esoterik. Ideen und Ziele. Herder, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-451-04940-6. S.91.
  2. Nicholas Goodrick-Clarke (Hrsg.): Helena Blavatsky. North Atlantic Books, Berkeley CA 2004, ISBN 1-55643-457-X, S. 18.