Windei

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Windei eines Vogels, für eine Fehlentwicklung der Schwangerschaft siehe Abortivei.
Windei eines Haushuns

Unter einem Windei versteht man ein Vogelei, das ohne Kalkschale gelegt wird, und daher nur von der dünnen Schalenhaut umgeben ist. Der Name leitet sich von lateinisch ova subventanea ab (ova - ‚Eier‘; ventus - ‚Wind‘). Man dachte, dass diese Eier durch den Wind, beziehungsweise den Atem eines Gottes befruchtet worden waren.

Die meisten Halter von Legehennen kennen das Phänomen. In der Regel deutet häufigeres Auftreten von Windeiern auf einen Kalkmangel hin und kann mit der Gabe von gebrochenen Muschelschalen behoben werden. Durch die zusätzliche Gabe eines Vitamin-D-Präparats kann die Kalzium-Aufnahme verbessert werden. Meist treten Windeier bei älteren Hühnern und bei hohen, sommerlichen Temperaturen auf. Dann ist die Nahrungsaufnahme eingeschränkt und Kalkmangel macht sich besonders schnell bemerkbar.

In seltenen Fällen kann auch eine Virusinfektion der Eileiter vorliegen, dabei ist aber auch ein reduzierter Allgemeinzustand der Hühner zu beobachten.

Humanmedizin[Bearbeiten]

Als Windei oder Abortivei wird ebenso die sonographisch echoleere Fruchthülle, in der kein Embryo und kein sekundärer Dottersack nachgewiesen werden können, bezeichnet. [1]

Sprache[Bearbeiten]

Umgangssprachlich wird eine Sache, die nicht ausgereift, halbfertig ist, als Windei bezeichnet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Grabow, D. et al.: Sonographischer Wegweiser für Frauenärzte. Berlin: de Gruyter 1994.