Wolfgang Jacobi

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Wolfgang Jacobi (* 25. Oktober 1894 in Bergen auf Rügen; † 15. Dezember 1972 in München) war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg und seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft begann er ein Studium an der Hochschule für Musik in Berlin. Nach Abschluss seines Studiums war er als Lehrer im Fach Musiktheorie am Berliner Klindworth-Scharwenka-Konservatorium tätig. Nebenbei nahm er eine Beschäftigung beim Rundfunk auf. Da sein Vater ein getaufter Jude war und trotz seiner Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche wurde er nach 1933 als „Halbjude“ mit einem Berufsverbot belegt und ging daraufhin nach Italien. Die Hoffnung, in Florenz Fuß zu fassen zerschlug sich jedoch bald; Jacobi musste nach Deutschland zurückkehren. Er ließ sich in München nieder und begab sich in die „innere Emigration”.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er eine Professur für Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt an der Münchener Hochschule für Musik. Er beteiligte sich außerdem am kulturellen Aufbau in der Nachkriegszeit. Er war in mehreren kulturpolitischen Organisationen involviert und engagierte sich ebenso für die musikalische Jugendförderung. Er gründete das „Studio für Neue Musik” und übernahm den Vorsitz des Verbandes Münchner Tonkünstler sowie des entsprechenden Bayrischen Landesverbandes. Er verstarb 1972 in München.

Schaffen[Bearbeiten]

Sein kompositorisches Schaffen umfasst Instrumentalwerke sowie Vokalwerke. Seine Musik wurde beeinflusst von Claude Debussy, Paul Hindemith, Max Reger sowie Béla Bartók. Auch der Aufenthalt in Italien blieb nicht ohne Einfluss auf seine Stücke. Im vorgerückten Lebensalter folgten Werke für das Akkordeon, das bislang der volkstümlichen Musik zugeordnet wurde und zu dem er Kompositionen in nicht unerheblicher Anzahl beisteuerte. Dieser Thematik widmete er außerdem musiktheoretische Schriften.

Wolfgang Jacobi wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden. Weiterhin wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft im Deutschen Akkordeonlehrer-Verband angetragen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Konzert für Cembalo und Orchester op. 31
  • Klavierkonzert „Dialog“ für Klavier und Orchester op. 37
  • „Il Pianto della Vergine” für Chor und Soli (Passionsmusik)
  • Trio für Violine, Violoncello und Klavier
  • Sonate für Altsaxophon und Klavier
  • „Menschenmaulwurf“ für Chor, Sprecher, Bariton und Blasorchester
  • Sonate für Bratsche und Klavier (1946)
  • „Divertimento” für großes Orchester
  • „Die Jobsiade” (Schuloper)
  • „Divertessement pour Accordéon”
  • „Französische Ouvertüre”
  • „Sarabande und Allegro”
  • „Zehn polyphone Stücke nach spanischen Volksliedern”

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Wolfgang Jacobi: Kontrapunkt, Heidelberg (Hochstein) 1950
  • Wolfgang Jacobi: Fuge und Choralvorspiel. Lehrbuch, Regensburg (Gustav Bosse) 1952
  • Wolfgang Jacobi: Die Sonate (1952), München (Allitera) 2003

Weblinks[Bearbeiten]