Wolffskeel

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Wappen der Familie von Wolfskeel nach Siebmachers Wappenbuch
Schloss Reichenberg, von Westen aus gesehen, seit 1376 im Familienbesitz
Schloss Uettingen, Sitz der Grafen Wolffskeel von Reichenberg zu Uettingen
Unteres Schloss in Rottenbauer, Sitz der ausgestorbenen Rottenbaurer Linie

Das Geschlecht der Reichsritter und Freiherren Wolfskeel, später Grafen Wolffskeel von Reichenberg, gehört dem fränkischen Uradel an .

Geschichte[Bearbeiten]

Die urkundlich gesicherte Stammreihe des heute noch blühenden fränkischen Uradelsgeschlechts beginnt im Jahr 1219 mit Ritter Otto I. von Wolfskeel, der bischöflicher Burgmann auf der Festung Marienberg in Würzburg und Schultheiß der Stadt Würzburg war.

Die davor liegenden Ursprünge der Familie sind ungewiss. Die früher teils vertretene These, die fränkischen Wolfskeels stammten von hessischen Herren von Wolfskehlen ab und seien von dort nach Franken eingewandert, wird heute überwiegend abgelehnt. Biedermann bezeichnet als Stammvater der fränkischen Wolfskeels einen Eberhard Wolfskeel, der bereits im Jahr 930 gelebt haben soll.

1376 kam Ritter Eberhard von Wolfskeel in den Besitz von Schloss Reichenberg bei Würzburg; seitdem nennt sich die Familie nach ihrem Stammsitz Reichenberg „Wolfskeel von Reichenberg zu ...“

Gleichen Ursprungs mit dem Geschlecht Wolfskeel sind die Herren von Grumbach, welche heute überwiegend als eigenständige Familie betrachtet werden, aber ursprünglich eine Linie der Familie Wolfskeel darstellten, die sich entwickelte, als ein seit 1328 in Burggrumbach ansässiger Teil der Familie Wolfskeel sich zunächst „Wolfskeel von Grumbach“, später jedoch nur noch „von Grumbach“ nannte.

Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts waren Mitglieder der Familie Wolfskeel eng mit dem Bistum Würzburg verbunden und stellten von 1322 bis 1333 mit Wolfram Wolfskeel von Grumbach und von 1333 bis 1345 mit Otto II. von Wolfskeel sowie von 1455 bis 1466 mit Johann III. von Grumbach drei Fürstbischöfe von Würzburg.

Zu Beginn des frühen 16. Jahrhunderts fand jedoch eine Wende statt und die Wolfskeel traten mehr und mehr aus dem Umkreis des Bistums Würzburg heraus und banden sich fester an die fränkische Reichsritterschaft, wobei sie sich zuerst dem Ritterkanton Steigerwald zurechneten, ab 1492 aber dem Ritterkanton Odenwald.

Die Familie Wolfskeel nahm Mitte des 16. Jahrhunderts die evangelisch-lutherische Konfession an und blieb dies mit Ausnahme der später ausgestorbenen Rottenbaurer Linie auch durchgehend bis in die Gegenwart. Das Geschlecht der Wolfskeels begründete zahlreiche evangelische Enklaven im katholischen Bistum Würzburg.

Aufgrund damit verbundenen Ausscheidens aus den meisten Ämtern des Bistums Würzburg, suchten die Wolfskeels Karrieren an fremden Fürstenhöfen wie Österreich, Brandenburg-Ansbach, Württemberg, Sachsen-Weimar, Hessen und Wolfenbüttel, wo sie ebenfalls in die höchsten Ämter gelangten.

Mit der Mediatisierung verlor die Familie ihre Reichsunmittelbarkeit. 1819 wurde das Geschlecht im Königreich Bayern in der Freiherrenklasse eingetragen. 1901 wurde Karl Freiherr Wolfskeel von Reichenberg in den erblichen Grafenstand erhoben. Der erhöhte Rang wurde nun mit einem zweiten „f“, also „Wolffskeel“ statt „Wolfskeel“ angedeutet. Die freiherrliche Linie der Familie erlosch im Mannesstamm im Jahre 1929. Die gräfliche Linie besteht noch heute.

Zum so genannten "Wolffskeel'schen Ländle" gehörten Reichenberg, Albertshausen, Hattenhausen, Uengershausen, Lindflur, Rottenbauer, Fuchsstadt, Geroldshausen und Uettingen.

Ausgewählte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Familienwappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen der Familie Wolfskeel zeigt einen nach rechts schreitenden Mohren mit drei roten Rosen in der rechten Hand.

Das Wappen taucht nachweisbar erstmals am Grabmal des Würzburger Fürstbischofs Wolfram Wolfskeel von Grumbach (1322–1333) auf. Die ursprüngliche Herkunft bzw. Bedeutung des Wappens ist nicht sicher bekannt. Als wahrscheinlichsten gilt eine Bezugnahme auf den Heiligen Mauritius, wobei die drei roten Rosen die Dreifaltigkeit Gottes symbolisieren sollen.

Die Grumbacher Linie der Familie Wolfskeel führte anfangs das gleiche Wappen, weswegen sich der wolfskeel´sche Mohr etwa auch auf dem von Johann III. von Grumbach in Auftrag gegebenen Fränkischen Herzogsschwert befindet. Als sich die Wolfskeel von Reichenberg im 14. und 15. Jahrhundert immer mehr von ihrer Linie aus Grumbach entzweiten und eine Wappentrennung von der unbeliebten Verwandtschaft forderten, wurde 1492 vom römisch-deutschen König Maximilian I. festgelegt, dass der Mohr im Wappen der Wolfskeels nach rechts, im Wappen der Grumbachs nach links schreiten soll.

Im Wappenbrief von 1901 anlässlich der Erhebung des Freiherren Karl Wolfskeel von Reichenberg in den erblichen Grafenstand wird das gräfliche Wappen wie folgt beschrieben: In Gold ein halbrechtsgekehrter, schreitender, nackter, schwarzer Mohr mit schwarzen Federhüftschurz, in der Rechten drei goldbesaamte rote Rosen an grünen Stilen haltend.Auf dem Schilde ruht ein goldener Turnierhelm mit schwarz-goldenen Decken, welcher einen hermelingestülpten, schwarzen Turnierhut trägt; der letztere ist bedeckt mit einem geschlossenen, von Schwarz und Silber schräggeteilten Adlersflug und zwischen demselben mit einem schräggestellten, schwarz-gold-geteilten und mit einem goldenen Reichsapfel belegten zweizipfeligen Turnierfähnchen mit goldenem Schaft und silberner Lanzenspitze.Schildhalter sind zwei auswärts gekehrte nackte, schwarze Mohren mit schwarzen Federhüftschürzen und goldenen Stirnspangen, je eine goldene Lanze mit silberner Spitze und roter Quaste haltend. Das ganze Wappen umgibt ein hermelingefütterter purpurner Wappenmantel, welcher oben von einer neunperligen Grafenkrone zusammengehalten wird.

Landkreis- und Gemeindewappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Wolfskeel und Grumbach hat Einzug in verschiedene Gemeindewappen gefunden und war bis 1974 auch Bestandteil des Wappen des Landkreises Würzburg.

Ehrungen[Bearbeiten]

Der Wolfskeel´sche Mohr wurde aufgrund der Bedeutung der Familie in das alte Wappen des Landkreises Würzburg aufgenommen. Die 1967 in Würzburg gegründete Wolffskeel-Realschule erhielt ihren Namen, weil die Familie sowohl im Landkreis als auch der Stadt Würzburg bleibende Spuren hinterlassen hat. Auf der Festung Marienberg ist der „Raum Wolfskeel“, in Reichenberg die Wolffskeel-Halle nach der Familie benannt. Darüber hinaus sind mehrere Straßen und Plätze nach der Familie Wolffskeel benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]