Wright Aeronautical

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Die Wright Aeronautical Corporation war ein 1919 aus der Wright-Martin Aircraft Company hervorgegangenes US-amerikanisches Unternehmen.

Während des Ersten Weltkriegs hatte die Vorgängerfirma die französischen 6-Zylinder V-Motoren Hispano-Suiza HS 41 und HS 42 in Lizenz gebaut.

Der Flugzeugbau wurde Anfang der 20er Jahre eingestellt, nachdem man sich nicht in der Lage sah, konkurrenzfähige Modelle zu entwickeln. Die Firma fertigte zunächst weiter die beiden Hispano-Suiza Motoren. Sie wurden aber auf Zollmaße umgestellt, weiterentwickelt und unter den Bezeichnungen Wright E2 und Wright H3 vertrieben. Von diesem Motor wurde auch ein 12 Zylinder V-Motor mit der Bezeichnung Wright T3 Tornado abgeleitet, der durch seine für damals herausragende Leistung von 675 PS (497 kW) auffiel. Weitere Produkte waren ein 6-Zylinder für den Einsatz in Schiffen der US-Marine und Weiterentwicklungen des Liberty-Motors. 1923 gaben die amerikanischen Behörden bekannt, in Zukunft nur noch luftgekühlte Motoren in ihre Flugzeuge einbauen zu wollen, um das empfindliche und störanfällige Wasserkühlsystem zu vermeiden.

Wright selbst hatte zwar seit 1919 einen eigenen luftgekühlten Sternmotor entwickelt, den Wright R-1, der jedoch zu schwer war und nicht genug Leistung erbrachte. Samuel D. Heron überarbeitete 1922 die Zylinderköpfe, doch ließ sich der Motor nicht wirtschaftlich herstellen und wurde deshalb nicht verkauft

Wright Aeronautical erwarb am 15. Mai 1923 die Lawrance Aero Engine Corporation, deren Gründer, Charles Lanier Lawrance, nun Chefingenieur bei Wright Aeronautical wurde. Er hatte die Entwürfe für zwei luftgekühlte Sternmotoren, die Typen Lawrance-J und Lawrance-L mitgebracht. Aus dem von der US-Navy bestellten, aber unzuverlässigen Neunzylinder-Sternmotor Lawrance J-1 entstand zunächst nach einigen Änderungen der Wright J-3. Trotz allem Fortschritt befriedigte das Triebwerk noch nicht völlig und so wurde der Wright J-4 entwickelt, der geänderten Zylinderköpfe erhielt und 1924 vorgestellt wurde. Dieses Triebwerk, das erstmals den Namen Whirlwind trug, wurde ein voller Erfolg.

1925 verließ der bisherige Chef der Motorenentwicklung Frederick Brant Rentschler, zusammen mit seinen Mitarbeitern George J. Mead, Andy Willgoos, Charles Marks und John Borrup das Unternehmen und begannen bei Pratt & Whitney die heute noch fortgeführte Flugmotorenentwicklung. Lawrance wurde daraufhin CEO des Unternehmens.

Samuel D. Heron füllte die Lücke und entwarf 1925 neue Zylinderköpfe für den J-4. Der so entstandene Wright J-5 erfüllte nun alle Anforderungen und wurde eines der zuverlässigsten Triebwerke seiner Zeit. Charles Lindberghs Maschine hatte bei der ersten Atlantiküberquerung einen Wright J-5 Motor. Firmen in vielen Ländern, wie in Kanada, Frankreich, Polen und Japan erwarben die Nachbaurechte und stellten den Motor in großen Stückzahlen her. Die Firma selbst baute 1928 nicht weniger als 1597 Whirlwinds.

Bereits 1925 war ein in der Bohrung gegenüber dem J-5 vergrößerter Wright J-6 als 7-Zylinder vorgestellt worden. Bis Mitte der 40er Jahre wurden drei Varianten mit 5-, 7-, und 9-Zylindern bei Wright und anschließend bei der Nachfolgefirma Curtiss-Wright gebaut, mit den Bezeichnungen Wright R-540, Wright R-760 und Wright R-975. Der R-975 wurde sogar anfangs in einer bei Continental hergestellten Version mit Zwangskühlung als Antrieb für den amerikanischen Panzer M4 Sherman verwendet.

Mit der 1929 erfolgten Fusion mit Curtiss Aeroplane and Motor Company Incorporated endete die Geschichte der Firma. Sie ging in der neuen Firma Curtiss-Wright Corporation auf