Wulkow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wulkow (Begriffsklärung) aufgeführt.

Wulkow war eine Gemeinde im Landkreis Jerichower Land, Sachsen-Anhalt. Sie gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Stremme-Fiener an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Genthin hatte.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Wulkow eine selbständige Gemeinde, die aus den Ortsteilen Großwulkow, Hohenbellin und Kleinwulkow sowie den Wohnplätzen Altbellin, Blockdamm und Havemark bestand. Am 1. Januar 2010 wurde Wulkow aufgelöst und die Ortsteile in die Stadt Jerichow eingemeindet.[1] Im Gemeindegebiet Wulkows lebten auf 33,48 km² 377 Einwohner (31. Dezember 2008).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Romanische Kirche in Großwulkow
Wappen der ehemaligen Gemeinde
Romanische Dorfkirche in Kleinwulkow
Ziegelstraße „Am Dorfanger“ in Kleinwulkow

Großwulkow wurde erstmals 1144 als Wolkowe urkundlich in der Stiftungsurkunde des Klosters Jerichow erwähnt.

Kleinwulkow ist eine Gründung von aus Großwulkow verdrängten Slawen. Die erste Erwähnung erfolgte 1144 als „Slavica Wulkowe“ in der Gründungsurkunde des Stiftes Jerichow.

1950 wurde die beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Großwulkow und Kleinwulkow zur Gemeinde Wulkow zusammengefasst. 1974 wurde die Gemeinde Hohenbellin eingemeindet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und die Genehmigung erfolgte am 21. November 2008 durch den Landkreis.

Blasonierung: „In Blau auf einem gewölbten goldenen Schildfuß sitzend ein heulender silberner Wolf und ein von dessen Kopf überdeckter ungebildeter goldener Vollmond.“

Die Farben von Wulkow sind: Silber (Weiß) - Blau.

Die Flagge ist weiß-blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.

Historische Wappenbilder[Bearbeiten]

Die ehemaligen Gemeinden Großwulkow, Hohenbellin und Kleinwulkow führten in ihrem Gemeindesiegel schon einmal ein wappenähnliches Siegelbild. Dieses wurde im Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg bis ca. der Einführung der Bezirke und Kreise in der DDR (1945-1952) benutzt. Eine weitere Quelle ist das Kreisheimatmuseum in Genthin.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die romanische Backsteinkirche in Großwulkow wurde um 1170 erbaut und erstmals 1172 in einer Urkunde des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg erwähnt. Triumphkreuz und Taufe stammen von etwa 1160, die Glocke von etwa 1200 und die sonstige Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche ist heute eine Station an der Straße der Romanik.
  • Romanische Backsteinkirche in Kleinwulkow (um 1200 als Filialkirche zu Großwulkow erbaut, Turm 1784 aufgesetzt). Seit 1985 wurde die Kirche in mehreren Schritten restauriert.
  • Bronzezeitliches Hügelgräberfeld von etwa 1500 v. Chr. mit 117 Grabhügeln (Nähe Havemark).
  • Miniaturburg in Kleinwulkow. Burgartige Anlage bestehend aus 2 jeweils 5 Meter hohen Granitsteintürmen umringt von einer ~2 Meter hohen Mauer. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz, kann aber besichtigt werden.

An der Restaurierung der Kirchen in Großwulkow und Kleinwulkow war auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt.

Kultur[Bearbeiten]

Der Geschichtskreis & Marionettenbühne im Kirchspiel Wulkow/Wust (GuM) kümmert sich außer um die romanischen Dorfkirchen in Groß- und Kleinwulkow auch um die in den Ortsteilen Wust, Melkow und Sydow der Gemeinde Wust sowie um die frühgotische Dorfkirche in Wust-Briest, die die Marionettenbühne beherbergt. 2006 erhielt der GuM die Silbermedaille des durch den Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V. vergebenen Romanikpreises.

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichtskreis und Marionettenbühne im Kirchspiel Wulkow/Wust (Hrsg.): Fünf romanische Backsteindorfkirchen im Elb-Havel-Winkel und ihre Besonderheiten – aus Anlass des 270. Todestages Hans Hermann von Katte. 2. verbesserte Auflage. Großwulkow 2000.

Quellen[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. statistik.sachsen-anhalt.de, pdf-Datei

Weblinks[Bearbeiten]