Dentalhygieniker

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Ein Dentalhygieniker ist in Deutschland eine Aufstiegsfortbildung im Fachbereich Prophylaxe für Zahnmedizinische Fachangestellte. Schwerpunkt ist der Bereich der Parodontologie. Das Aufgabengebiet ist die begleitende Therapie von Zahnbett- und Zahnfleischerkrankungen. Dabei informiert der Dentalhygieniker über Zahn- und Mundgesundheit. Des Weiteren liegt ein Aufgabenbereich eines Dentalhygienikers in der Erhaltungstherapie und Nachsorge parodontaler und periimplantärer Erkrankungen.

Ablauf der Fortbildung[Bearbeiten]

Für diese Fortbildung wird eine (in der Regel dreijährige) Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) benötigt. Danach muss eine zweijährige Berufstätigkeit nachgewiesen sein. Erst dann besteht die Möglichkeit eine Fortbildung zum Zahnmedizinischen Fachassistenten (ca. 800 Stunden) oder Zahnmedizinischen Prophylaxeassistenten oder -helfer (ZMP, ca. 450 Stunden) zu absolvieren. Der Nachweis dieser vorab bestandenen Prüfungen und erneut mindestens eine einjährige Berufstätigkeit sind Grundvoraussetzung um die Ausbildung zum Dentalhygieniker zu absolvieren. Weiterhin wird ein Röntgenkurs und ein Erste-Hilfe Kurs benötigt. Die Ausbildung umfasst mindestens 800 Stunden. [1]

Die Dauer der Ausbildung beträgt sechs Monate in Vollzeit oder dreizehn Monate berufsbegleitend. Die Fortbildungskosten liegen zwischen 6.000 Euro und 14.000 Euro. Der zu erwartende Mehrverdienst beträgt rund 30 % im Vergleich zum Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Bachelor-Studium Dentalhygiene[Bearbeiten]

Seit dem Sommersemester 2014 gibt es einen sechs-semestrigen Bachelor-Studiengang Dentalhygiene (genauer Titel Dentalhygiene und Präventionsmanagement B.Sc.) an der praxisHochschule in Köln. Der Studiengang wurde von der AHPGS für fünf Jahre akkreditiert und kann in einer ausbildungsintegrierenden und einer berufsbegleitenden Variante studiert werden.[2]

Diplom-Dentalhygieniker[Bearbeiten]

Diplom-Dentalhygieniker (DH/Dental Hygienist) ist in den USA ein lizenzierter paramedizinischer Beruf in der Zahnheilkunde. Das Arbeitsgebiet umfasst in erster Linie die präventive Parodontitis-Therapie und die Schaffung einer optimalen Mundgesundheit.

Tätigkeitsbereich:

  • Befunderhebung: extraorale und intraorale Befunde
  • Röntgen/Fotografie
  • Lokalanästhesie (mit zusätzlicher Lizenz)
  • Entfernung störender Faktoren
  • Zahn- und Taschenreinigung
  • Politur
  • Fluoridierung und Behandlung überempfindlicher Zahnhälse
  • Mundbehandlung
  • Kosmetische Behandlung
  • Ernährungsanamnese und Beratung
  • Individuelle Beratung über Mundhygiene-Hilfsmittel (Motivation)
  • Patientenservice

Diplom-Dentalhygieniker international[Bearbeiten]

In Deutschland arbeiten ca. 100 Diplom-Dentalhygieniker, die ihr Diplom im Ausland erworben haben. Das Berufsbild des Diplom-Dentalhygienikers ist in Deutschland nicht existent. Der Berufstitel ist nicht geschützt. Der Beruf Diplom-Dentalhygieniker ist in fast allen Ländern staatlich anerkannt. Dem Beruf geht eine komplette eigenständige Berufsausbildung von 2 bis 3 Jahren bzw. 4.500 Stunden auf Fachhochschulniveau voraus. Diese Ausbildung ist in fast allen Ländern möglich, bislang jedoch nicht in Deutschland, Frankreich und Österreich.

USA[Bearbeiten]

In den USA, Geburtsland des Dentalhygienikers – seit 1913 gibt es dort diesen Beruf – sind die Richtlinien wie folgt:

Vorgeschrieben ist der Besuch einer vom ADA (American Dental Association) akkreditierten mindestens 2-jährigen vollverschulten Schule (College oder Universität). Voraussetzung zum College ist ausschließlich der High-School Abschluss (ein Zwischenzertifikat zwischen Abitur und Mittlerer Reife). Bevor der Diplom-Dentalhygieniker ihre Arbeit beginnen kann, muss er lizenziert sein bzw. ein Associate Degree, ein Staatsexamen und ein Staatenexamen (Lizenzierung) vorweisen. Erst dann ist er berechtigt, denn Berufstitel Registered Dental Hygienist (RDH) zu führen, der geschützt ist. Missbrauch wird strafrechtlich verfolgt. Ohne diesen Titel kann er in den USA nicht arbeiten; dieser Titel wird ausschließlich in den USA vergeben. Darauf aufbauend kann er einen Bachelor Degree oder Master Degree ablegen. Access, das Journal des amerikanischen Diplom-Dentalhygieniker-Verbandes (ADHA) publiziert in seiner Ausgabe vom 13. Juli 2009, Seite 12 den neuesten Stand zur Ausbildung in den USA. Demnach gibt es in den USA 296 Grundausbildungsprogramme für Dentalhygiene, 60 Colleges/Universitäten, die einen Bachelor offerieren, und zudem 17 Institutionen, die einen Master in Dentalhygiene anbieten. Internationale Informationen zu diesem Berufsbild gibt es über die International Federation of Dental Hygienists (IFDH).

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz ist die Ausbildung zur dipl. Dentalhygienikerin HF / zum dipl. Dentalhygieniker HF auf der Stufe der Höheren Fachschule HF (Tertiärstufe B) angesiedelt. Zugelassen wird, wer einen Abschluss auf Sekundarstufe II, eine Fachmittelschule/Matura oder eine gleichwertige Ausbildung vorweisen kann. Das Anforderungsniveau orientiert sich an der Stufe 6 des europäischen Qualifikationsrahmens. Der Lehrgang dauert drei Jahre (5400 Lernstunden) bzw. 4500 Lernstunden für Dentalassistentinnen mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) und besteht je zur Hälfte aus theoretischem und praktischem Unterricht. Grundlage des Lehrganges ist ein eidgenössisch genehmigter Rahmenlehrplan.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Muster-Fortbildungsordnung, Muster-Prüfungsordnung sowie Rechtsvorschriften für die Durchführung der beruflichen Aufstiegsfortbildung der fortgebildeten Zahnarzthelferinnen und Zahnarzthelfer / der (fortgebildeten) Zahnmedizinischen FachAngestellten zur DentalHygienikerin oder zum DentalHygieniker (DH) (PDF; 139 kB) der Bundeszahnärztekammer, Fassung gemäß den Beschlüssen des Vorstandes vom 14. September 2005
  2. Internetseite des Studiengangs an der praxisHochschule
  3. Rahmenlehrplan (PDF; 368 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Deutschland:

Schweiz:

International: