Zeche Nachtigall

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Zeche Nachtigall
Historische Zechengebäude der Zeche Nachtigall. Heute gehören die Gebäude zum „LWL Industriemuseum Zeche Nachtigall“.
Historische Zechengebäude der Zeche Nachtigall.
Heute gehören die Gebäude zum „LWL Industriemuseum Zeche Nachtigall“.
Andere Namen Gewerkschaft Helene-Nachtigall
Abbau von Steinkohle
Abbautechnik Untertagebau
Betriebsbeginn 1714
Betriebsende 1892
Nachfolgenutzung Industriemuseum Zeche Nachtigall
Geographische Lage
Koordinaten 51° 25′ 44″ N, 7° 18′ 48″ O51.4288888888897.3133333333333Koordinaten: 51° 25′ 44″ N, 7° 18′ 48″ O
Zeche Nachtigall (Regionalverband Ruhr)
Zeche Nachtigall
Lage Zeche Nachtigall
Gemarkung Bommern
Gemeinde Witten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p1p2

Die Zeche Nachtigall ist ein ehemaliges Steinkohlebergwerk in Witten. Sie befindet sich am Eingang des Muttentals, in Witten-Bommern und ist Teil des Bergbauwanderwegs Muttental. Ihre Tagesanlagen sind heute ein Standort des dezentral angelegten Westfälischen Industriemuseums und einer der Ankerpunkte der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zeche Nachtigall

1714 beantragten zwei Bauern aus Herbede, Kohle unter dem Namen Nachtigall am Hettberg fördern zu dürfen. 1742 kaufte der Freiherr von Elverfeldt das Bergwerk, um sein Schloss vor Bergschäden zu schützen und selbst abseits davon Kohle abzubauen. Das Bergwerk Nachtigall wurde zusammen mit dem Bergwerk Eleonore betrieben.

Als die Kohle über der Stollensohle abgebaut war, beschlossen die Zechen Nachtigall, Eleonore, Theresia, Widerlage, Aufgottgewagt, Braunschweig Nordflügel und TurteltaubeNordflügel gemeinsam, zum Tiefbau überzugehen und teuften den seigeren Schacht Neptun.

Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich im Jahre 1838 der Zusammenschluss zur Zeche Vereinigte Nachtigall, an dem sich Widerlage und Aufgottgewagt zunächst nicht beteiligten. Bereits 1839 entstand eine weitere Vereinigung zur Gewerkschaft Vereinigte Nachtigall & Aufgottgewagt und es wurde der neue Tiefbauschacht Herkules abgeteuft.

Mit dem Abbau der Flöze nach Norden unter der Ruhr traten für die Zeche Nachtigall immer neue Probleme mit Wasserzuflüssen auf, die sich anfangs noch meistern ließen, aber die Anschaffung neuer Maschinentechnik zur Hebung der Grubenwässer erforderlich machten.

1883 schloss sich Nachtigall mit der Zeche Helene in Heven, nördlich der Ruhr, zusammen, die auf die gleichen Flöze baute. Die neue Gewerkschaft Helene-Nachtigall verband beide Zechen untertägig unter der Ruhr und hatte erneut mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Außerdem waren die Kohlen hier nicht abbauwürdig. Abgebaut wurde nur noch in bereits aufgeschlossenen Bereichen. Letztlich musste die Gesellschaft 1887 Konkurs anmelden. Die Zeche General übernahm das Bergwerk und konnte Belegschaft und Förderung nochmals steigern. Die Störungen der alten Anlagen häuften sich und so musste die Zeche Nachtigall 1892 geschlossen werden. Die Verbindung zur Zeche Helene wurde abgedämmt. Dort konnte noch bis 1896 gefördert werden.

[Bearbeiten] Nach dem Bergbau

In den späteren Jahren siedelten sich verschiedene Betriebe auf dem Gelände an, so die Ziegelei Dünkelberg, die aber auch schon 1963 ihre Pforten schloss. Es folgten weitere Kleinbetriebe wie Schrotthändler, die das Gelände nutzten; im Laufe der Zeit verfielen das Gelände und die alten Gebäude jedoch mehr und mehr.

[Bearbeiten] Industriemuseum Zeche Nachtigall

Nach der Übernahme des Geländes durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurden neue Nutzungskonzepte erstellt und 2003 wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten das Museum eröffnet.

Erhalten sind mehrere historische Bruchsteingebäude, eine der ältesten Dampffördermaschinen des Bergbaues an der Ruhr, ein Segelschiff der Ruhrschifffahrt, die Kohlenniederlage, der Nachtigall-Stollen, der mit Helm und Grubenlampe besichtigt werden kann, sowie die Ziegelei Dünkelberg.

Das Museum ist von der Wittener Innenstadt aus zu Fuß über die Nachtigallbrücke zu erreichen. Seit dem Sommer 2004 besteht die Möglichkeit, die Zeche über die eine Anlegestelle des Fahrgastschiffes Schwalbe anzufahren. An Wochenenden verkehrt die Feldbahn des benachbarten Museums der Zeche Theresia vom Wanderparkplatz Muttental über das Gelände der ehemaligen Zeche Theresia zur Zeche Nachtigall.

In den Sommermonaten fahren freitags und sonntags die historischen Züge der Ruhrtalbahn vom Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen nach Hagen Hauptbahnhof und halten seit Juni 2006 auch an der Zeche Nachtigall.

[Bearbeiten] Literatur

  • Gerhard Koetter: Bergbau im Muttental. Geologie und Geschichte des Wittener Berbauwanderwegs. G. Koetter, Witten 2001, ISBN 3-00-008659-5.
  • Ingrid Telsemeyer (Hrsg.): Zeche Nachtigall. Museumsführer. LWL-Industriemuseum. Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Klartext-Verlag, Essen 2005, ISBN 3-89861-179-5, (Westfälisches Industriemuseum: Kleine Reihe 26).

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Zeche Nachtigall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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