Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft

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Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft
Logo der ZVerglRWiss
Fachgebiet Recht insbes.

Rechtsvergleichung und
Internationales Wirtschaftsrecht

Sprache deutsch
Verlag Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag
Erstausgabe 1878
Erscheinungsweise dreimonatlich
Verkaufte Auflage
(Verlagsangabe)
700 Exemplare
Herausgeber Klaus Peter Berger, Rolf Birk,
Werner F. Ebke, Bernhard Großfeld,
Karl Matthias Meessen, Hanno Merkt und Otto Sandrock
ISSN 0044-3638

Die Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft (ZVglRWiss) ist eine juristische Fachzeitschrift.

Zielgruppe[Bearbeiten]

Die ZVglRWiss richtet sich an Anwaltskanzleien mit internationaler Ausrichtung sowie Juristen aus Forschung und Lehre im Bereich der Rechtsvergleichung oder dem internationalen Wirtschaftsrecht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ZVglRWiss wurde 1878 von Franz Bernhöft, Georg Cohn und Josef Kohler gegründet. Sie gehört damit zu den ältesten noch bestehenden juristischen Fachzeitschriften. Kohler leitete die Zeitung von 1882 bis 1918. Von 1918 bis 1938 führte die Zeitung Kohlers Schüler Leonhard Adam. Zu der Zeit lautete der vollständige Name des Organs Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft einschließlich der ethnologischen Rechtsforschung. Zusammen mit Leonhard saßen drei ausländische Professoren im Herausgebergremium.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde Adam als Jude verfolgt und verlor seine Anstellung. Trotzdem konnte er die Führung der Zeitschrift noch bis 1938 behalten. Ende 1938 wurde er aus der Herausgeberschaft entlassen, die Zeitschrift wurde arisiert. Neuer Herausgeber war im Auftrag der Akademie für Deutsches Recht der nationalsozialistische Völkerrechtler Axel von Freytagh-Loringhoven. Erich Pritsch wurde geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift, Wilhelm Wengler der Schriftleiter. Die drei ausländischen Herausgeber verschwanden mit Leonhard von der Titelseite. Zu gleichen Zeit fanden die Pogrome vom 9. November gegen die Juden statt. Daraufhin emigrierte Leonhard in das Vereinigte Königreich.[1]

Inhalte und Erscheinungsweise[Bearbeiten]

In der ZVglRWiss werden Themen der klassischen Rechtsvergleichung mit Aufsätzen behandelt, ebenso werden fremde Rechtsgebiete weltweit dargestellt. Weiterhin wird die neueste Literatur in diesem Bereich mit Buchrezensionen vorgestellt. Die ZVglRWiss erscheint dreimonatlich.

Autoren und Herausgeber[Bearbeiten]

Für die ZVglRWiss schreiben zumeist Universitätsprofessoren oder Spezialisten aus international ausgerichteten Kanzleien oder Unternehmen. Herausgegeben wird die ZVglRWiss von Klaus Peter Berger, Rolf Birk, Werner F. Ebke, Bernhard Großfeld, Susanne Kalss, Peter V. Kunz, Peter Mankowski, Karl Matthias Meessen, Hanno Merkt, Otto Sandrock und Francesco A. Schurr. Der geschäftsführende Herausgeber ist Werner F. Ebke.

Verlag und redaktionelle Betreuung[Bearbeiten]

Verlegt wurde die ZVglRWiss im Verlag Recht und Wirtschaft GmbH, dieser gehörte zur Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag mit Sitz in Frankfurt am Main. Seit der Verschmelzung des Verlages Recht und Wirtschaft mit dem Deutschen Fachverlag wird sie seit Januar 2012 von diesem direkt herausgegeben bzw. organisatorisch vom neuen Bereich Fachmedien Recht und Wirtschaft. Zuständige Redakteurin dort ist Maria Wolfer.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Göppinger: Juristen jüdischer Abstammung im „Dritten Reich“. Entrechtung und Verfolgung, 2. Aufl., München: C.H. Beck, 1990, ISBN 3-406-33902-6. S. 384