Bayerische Bauordnung

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Basisdaten
Titel: Bayerische Bauordnung
Abkürzung: BayBO
Art: Landesgesetz
Geltungsbereich: Freistaat Bayern
Rechtsmaterie: Baurecht
Fundstellennachweis: BayRS 2132-1-I
Ursprüngliche Fassung vom: 1. August 1962 (GVBl. S. 179, ber. S. 250)
Inkrafttreten am: überw. 1. Oktober 1962 (Verordnungsermächtigung bereits am 1. August 1962)
Neubekanntmachung vom: 14. August 2007
(GVBl. S. 588)
Letzte Änderung durch: 24. Juli 2015
(GVBl. S. 296, 300)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
1. August 2015
Weblink: Text der Ordnung
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Die Bayerische Bauordnung (BayBO) des Freistaats Bayern ist ein Landesgesetz. Sie gilt in erster Linie für bauliche Anlagen und Bauprodukte, jedoch auch für Grundstücke, Anlagen und Einrichtungen, an die nach diesem Gesetz Anforderungen gestellt werden.

Sie regelt – wie andere Bauordnungen auch – die Anforderungen, die bei Bauvorhaben zu beachten sind.

Novelle vom 17. November 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Plenarsitzung des Bayerischen Landtages wurde am 12. November 2014 mit CSU-Mehrheit die Änderung der Artikel 82 und 83 (sogenannte 10H-Regel) beschlossen. Die Änderung trat am 21. November 2014 in Kraft.[1]

Durch Artikel 82 wird bestimmt, dass die Privilegierung im Außenbereich nach § 35 Abs. 1 BauGB für Windenergieanlagen dann aufgehoben ist, wenn der Abstand zu Wohngebäuden in Bebauungsgebieten oder bebauten Ortsteilen weniger als die zehnfachen Gesamthöhe (Nabenhöhe plus halber Rotordurchmesser) beträgt. Die Errichtung einer solchen Windenergieanlage innerhalb dieses Abstandes ist somit nur dann möglich, wenn der Standort durch einen entsprechenden Bebauungsplan zum Innenbereich definiert wird.

Diese Einschränkung reduziert somit die in Bayern durch Darstellung in den Regionalplänen zur Neuerrichtung von Windkraftanlagen zur Verfügung stehende Fläche nicht.[2] In der Windkraft-Branche und von den Energieproduzenten (wie z. B. Stadtwerke München) wird diese Regelung dennoch abgelehnt, da sie den betroffenen Gemeinden ein aktives Mitspracherecht ermöglicht.

Zum 19. November 2014 wurde gegen die Änderung der Bauordnung Popularklage am Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht, u. a. durch den ehemaligen Bundestagsabgeordneten der Grünen, Hans-Josef Fell.[3] Am 9. Mai 2016 entschied das Gericht, dass die Regelung verfassungsgemäß sei.[4] Insbesondere verwies das Gericht darauf, dass ein Bauherr keinen Anspruch auf die Errichtung der technisch größtmöglichen Windenergieanlage, oder auf eine Ertragsmaximierung habe.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Umlauft: Regierungsfraktion setzt 10H-Regel für den Neubau von Windkraftanlagen durch. Bayerischer Landtag, 12. November 2014, abgerufen am 23. November 2014.
  2. Hinweise zur Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen (WEA) (Windenergie-Erlass), Ziffer 2.2. Bayerischen Staatsministerien des Innern, für Bau und Verkehr, für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, für Umwelt und Verbraucherschutz, für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Gesundheit und Pflege, 19. Juli 2016, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  3. Popularklage. Hans Josef Fell, 19. November 2014, abgerufen am 23. November 2014. (PDF; 848 KB)
  4. 10H-Abstandsregel ist verfassungsgemäß. (Nicht mehr online verfügbar.) Bayerischer Rundfunk, 9. Mai 2016, archiviert vom Original am 23. Februar 2017; abgerufen am 9. Mai 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.br.de
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