Landezone (Fallschirmspringen)

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Absprung aus einer C-130 „Hercules“

Landezone ist der Raum in dem Fallschirmspringer und oder Nachschub als Versorgungsgüter nach Fallschirmsprung oder Abwurf angelandet wird. Die engl. drop zone für Absetzzone bezeichnet im Militärwesen den Luftraum der Flugroute in dem Personen und/oder Versorgungsgüter abgesetzt werden. Die Abwurfzone ist gegenüber der Landezone in Windrichtung versetzt, damit durch die Winddrift Fallschirmspringer und Versorgungsgüter am Fallschirm in die Landezone getrieben werden.

Die Landezone besonders deren Beginn wird zum Absetzen meist mit optischen Hilfsmitteln wie Rauchgranaten, Fackeln oder Blinklichtern markiert. Den im Flugzeug befindlichen Fallschirmjägern wird der Beginn des Absetzvorgangs im automatischen Sprung durch Handzeichen der Absetzer und Grünlicht mit Hupesignal durch die Luftfahrzeugbesatzung angezeigt. Der Absetzvorgang in sich, bei Freifallern auch die Einweisung des Luftfahrzeugs in die Absprungzone, wird durch den Absetzer durchgeführt.

Beim Abwurf von Nachschub durch Transportflugzeuge wird z. B. auf Paletten befestigte Ausrüstung oder Verpflegung mit einem oder mehreren Fallschirmen oder auch in sehr geringer Höhe und sehr langsamer Fluggeschwindigkeit durch einen Bremsschirm im deep droping abgesetzt.

Die Auswahl der Landezone ist von verschiedenen Faktoren wie u. a. Wetterverhältnisse und Beschaffenheit der Landzone abhängig. Diese muss für Übungssprünge ausreichend breit und lang sein sowie frei von Hindernissen wie Bäumen oder Weidezaunpfählen. Es sollten sich keine Gewässer in der Nähe befinden. Der Untergrund sollte eben und weich sein, Gras kein Fels oder künstlich gehärteter Untergrund wie Beton. Es besteht die Gefahr, dass Fallschirmjäger oder Lasten durch starken Wind seitlich aus oder über die geplante Landezone hinausgetrieben werden, sich in Bäumen verfangen oder in Wasserflächen landen.

Eine Landezone erstreckt sich immer in Windrichtung und muss immer lang genug sein, um in die Windrichtung mit allen Springern landen zu können. Sie kann länglich rechteckig sein, muss es aber nicht. Der erste Fallschirmspringer wird so in der Absprungzone abgesetzt, dass er durch den Wind am unteren Ende der Landezone landet. Der letzte Springer am oberen Ende.

Die Windrichtung wird in einer ständigen Landezone vorher mit einer Windfahne oder Windsack, die Windstärke mit einem Windmesser bestimmt. Bei militärischen Einsätzen in eine nicht ständige Landezone auch durch einen Messballon, der durch eine Einsatz-Leitgruppe (ELG) zur Windbestimmung eingesetzt wird. Bei Außenlandungen vom Absetzer durch einen Drifter aus einem neonfarbigen 5 m langen Kreppstreifen mit einer dünnen Eisenstange als Gewicht, der in etwa die gleiche Sinkgeschwindigkeit hat wie ein Fallschirmspringer mit einer Rundkappe. Der Absetzer wählt dazu einen markanten Geländepunkt in der Landezone und kann anhand der Abdrift den Versatz durch den Wind erkennen. Entgegen der Windrichtung – also in Windrichtung – wird dann die Abdriftentfernung für den Absetzpunkt zugelegt. Die Absetzzone ist daher in Windrichtung um die Entfernung der Windabdrift zur Landezone versetzt. Dieses Verfahren wird heute in der Ausbildung meist nur noch einmal täglich morgens oder nach gravierender Änderung der Wetterverhältnisse am Sprungplatz eingesetzt. In sich ist dieses Verfahren jedoch durch den Einsatz von Gleitfallschirmen nicht zwingend, gibt jedoch die Windabdrift auch für Gleitfallschirme an, da die Mindesöffnungshöhe für Fallschirme bei rund 600 m liegt und nicht die Absetzhöhe maßgebend ist sondern die Öffnungshöhe. Im Gleiteinsatz entfällt das Setzen, da sich die Absetzzone um bis zu 50 km von der Landezone entfernt befindet.

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