Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit

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OsterreichÖsterreich  Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
staatliches Unternehmenp1
Logo
Staatliche Ebene Bund
Stellung Nachgeordnete Dienststelle
Rechtsform GmbH
Aufsicht BM für Gesundheit und Frauen und Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Sektion III)
Gründung 1. Juni 2002
Hauptsitz 1220 Wien, Spargelfeldstraße 191
Leitung Wolfgang Hermann
Mitarbeiter 1.400 (60 % Frauen, 40 % Männer)
Website www.ages.at

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) ist ein Unternehmen der Republik Österreich. Eigentümer sind das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW).

Die AGES unterstützt das Management der Bundesministerien in Fragen der Öffentlichen Gesundheit, Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Arzneimittelsicherheit, Ernährungssicherung und des Verbraucherschutzes entlang der Nahrungskette fachlich und unabhängig mit wissenschaftlichen Expertisen (Aufgaben gemäß § 8 Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz – GESG).[1]

Aufgaben, Mission, Vision[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Aufgaben stehen der Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie die Sicherheit und Qualität der Ernährung und der Schutz der Verbraucher vor Täuschung. Um dies zu gewährleisten analysiert, überwacht, bewertet, forscht und kommuniziert die AGES.

Ob Mensch, Tier, Pflanze oder Boden: Das Wissen der AGES schützt ihre Gesundheit und sichert die Ernährung. Als eine der führenden Expertenorganisationen Europas für die Sicherheit von Lebensmitteln, Arzneimitteln, Medizinprodukten sowie Tiergesundheit, öffentliche Gesundheit, Strahlenschutz und Ernährungssicherung arbeiten wir daran, vorhandene Risiken zu minimieren.

Die AGES steht für sichere, hochwertige Lebens- und Arzneimittel sowie für gesunde Ernährung. Vom Boden bis zum Teller sorgen wir für Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze. Als eine der führenden europäischen Expertenorganisation tragen wir zur Minimierung der Risiken im Wirkungskreis der AGES sowie zur Sicherung der Ernährungsgrundlagen bei. [2]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sitz der AGES ist in Wien, Donaustadt. Österreichweit sind 9 Betriebsstätten an sechs Standorten in Wien, Mödling, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck eingerichtet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben der AGES bestehen in Untersuchungen und Begutachtungen u.a. nach dem Lebensmittelgesetz. Auch human- und veterinärmedizinische Untersuchungen zählen zu den Aufgaben, um übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten der Bevölkerung zu bekämpfen oder zu verhindern. Neben der Freiheit von Tierseuchen sind einwandfreie landwirtschaftliche Betriebsmittel ein weiterer Beitrag der AGES zur Ernährungssicherung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich. Zum Schutz erkrankter Menschen, überprüft die AGES die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Gemäß GESG bewertet die AGES Risiken, betreibt Risikokommunikation, gibt Risikomanagement-Empfehlungen ab und betreibt Risikomanagement im behördlichen Bereich. Diese vielfältigen Aufgaben werden in sechs strategischen Geschäftsfeldern und drei geschäftsfeldübergreifenden Fachbereichen durchgeführt. [3]

Geschäftsfelder

  • Ernährungssicherung (Charlotte Leonhardt)
  • Lebensmittelsicherheit (Friedrich Sövegjarto)
  • Tiergesundheit (Friedrich Schmoll)
  • Öffentliche Gesundheit (Franz Allerberger)
  • Medizinmarktaufsicht (Christa Wirthumer-Hoche)
  • Strahlenschutz (Christian Katzlberger)

Fachbereiche

  • Daten, Statistik und Risikobewertung (Klemens Fuchs)
  • Wissenstransfer und angewandte Forschung (Alois Leidwein)
  • Risikokommunikation (Ingrid Kiefer)

Ernährungssicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zielsetzung des Geschäftsfeldes sind einwandfreie landwirtschaftliche Betriebsmittel einschließlich Futtermittel zur Ernährungssicherung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich. Vier Institute in Wien und Linz untersuchen, begutachten und bewerten Risiken von Sorten, Saat- und Pflanzgut einschließlich pflanzengenetischer Ressourcen, von Futtermitteln, Vormischungen und Zusatzstoffen, von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln, von Pflanzenschutzmitteln, von phytosanitären Schadorganismen und Waren nach dem Vermarktungsnormengesetz.[4]

Lebensmittelsicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsfeld Lebensmittelsicherheit sind drei Institute in Innsbruck, Linz und Wien u. a. mit der Untersuchung und Begutachtung von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen, Kosmetika und Spielzeug gemäß nationaler und EU-Vorgaben befasst. In Salzburg ist die AGES vorwiegend als Kontaktstelle für den behördlichen Austausch zwischen EU-Mitgliedsstaaten tätig. Am Standort der AGES in Graz befindet sich die Stelle für Täuschungsschutz und Gutachterkoordination. Detailliertere Informationen zu den Arbeitsschwerpunkten sind bei den Standorten zu finden. [5]

Tiergesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsfeld Tiergesundheit berät die in Österreich in veterinärmedizinischen Fragen zuständige Behörde (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen) mit wissenschaftlichen Erkenntnissen als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen und wirkt bei der Implementierung von Überwachungsprogrammen in Nutztierbeständen mit. Kernaufgaben sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von volkswirtschaftlich bedeutenden Tierkrankheiten sowie die Abklärung von enzootisch bedingten Krankheitsausbrüchen. Die veterinärmedizinischen Institute an den Standorten Mödling, Linz und Innsbruck sowie die Abteilung für veterinärmedizinische Untersuchungen des Instituts für medizinische Mikrobiologie in Graz sorgen als Tierseuchendetektive für den Schutz vor Zoonosen und ansteckenden Tierkrankheiten in Nutztierbeständen.

Durch die Aufrechterhaltung und weitere Verbesserung des Tiergesundheitsstatus Österreichs ist die Bereitstellung einwandfreier tierischer Primärprodukte im Sinne der Aufrechterhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Primärproduktion und der damit verbundenen Wirtschaftsunternehmen gewährleistet.

Die Labors erfüllen von der EU vorgeschriebene Anforderungen für Nationale Referenzlaboratorien und arbeiten nach qualitätsgesicherten Kriterien (Akkreditierung nach EN ISO/IEC 17025, Qualitätsmanagement im Geschäftsfeld Tiergesundheit).[6][7]

Öffentliche Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben der drei Institute des Geschäftsfeldes Öffentliche Gesundheit sind u. a. die Untersuchung, Diagnose und Überwachung übertragbarer und nicht übertragbarer Infektionskrankheiten. Zur epidemiologische Überwachung werden Referenzzentralen geführt.[8] Zur Bekämpfung und Prävention von Infektionskrankheiten des Menschen (einschließlich Zoonosen) wurde in Graz das Zentrum für lebensmittelassoziierte Infektionen eingerichtet, um die Behörden bei der Abklärung von Ausbrüchen lebensmittelbedingter übertragbarer Krankheiten effektiver unterstützen zu können. Die fachliche Unterstützung des Gesundheitsministeriums und der Bundesländer bei Trinkwasseruntersuchungen und Bäderhygiene ist eine weitere Aufgabe.[9]

Die AGES Medizinmarktaufsicht ist für eine Vielzahl von Aufgaben in Zusammenhang mit der Arzneimittelzulassung, der klinischen Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten, der Pharmakovigilanz und Vigilanz im Bereich der Medizinprodukte und mit dem Inspektionswesen verantwortlich. Auftraggeber und Eigentümer ist die Republik Österreich, vertreten durch das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF). Die Medizinmarktaufsicht beschäftigt rund 280 Mitarbeiter. Die Medizinmarktaufsicht ist nach ISO 9001 zertifiziert, zusätzlich sind Prüftätigkeiten des amtlichen Arzneimitteluntersuchungslabors (OMCL) sowie Inspektionsprozesse durch die Akkreditierung Austria anerkannt.

Mit dem Vollzug der hoheitlichen Aufgaben, die mit der Arbeit der Medizinmarktaufsicht zusammenfallen, ist das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) betraut, eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF).

Strahlenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptaufgabe des Geschäftsfeldes Strahlenschutz ist die fachliche Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft bei der Sicherstellung des gesundheitlichen Schutzes der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung. Dazu erfüllt das Geschäftsfeld verschiedene Aufgaben in Bereichen wie Notfallplanung, Lebensmittelkontrolle, Umweltüberwachung und Radonschutz. Es sorgt auch dafür, dass sämtliche Messstellen in Österreich jederzeit auf einen etwaigen Notfall vorbereitet und einsatzfähig sind. [10]

Zugeordnete Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AGES selbst ist keine Behörde und kann keine amtlichen Bescheide ausstellen. Sie stellt zwei Bundesämtern, die im Bereich der Landwirtschaft beziehungsweise der Arzneimittelsicherheit wirken, sämtliche erforderlichen Mittel zur Wahrnehmung derer Aufgaben zur Verfügung:

  • Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES), sowie
  • Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)

Die beiden ebenfalls im Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz GESG § 6. (1) und § 6a. (1)[1] geregelten Bundesämter sind rechtlich mit hoheitlichen Aufgaben einer Behörde ausgestattet.

Bundesamt für Ernährungssicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) vollzieht die hoheitlichen Aufgaben im Kontroll- und Zulassungsbereich von u.a. Saatgut, Futtermitteln, Düngemitteln sowie Pflanzenschutzmitteln und ist eine dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft nachgeordnete Behörde. Neben der Registrierung, Autorisierung und Überwachung von Erzeugungsbetrieben führt das BAES u.a. die Export- und Importkontrolle von Pflanzen bzw. pflanzlichen Erzeugnissen sowie Saatgut durch. Außerdem überwacht das BAES Erzeugnisse der Fischerei und von Aquakulturen auf die korrekte Verbraucher-Information.

In Zusammenhang mit den hoheitlichen Aufgaben des Bundesamtes für Ernährungssicherheit nimmt die AGES folgende Aufgaben wahr: [11]

  • Analyse, Prüfung und Risikobewertung von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln für die Vollziehung von Saatgutgesetz, Pflanzgutgesetz, Sortenschutzgesetz, Pflanzenschutzmittelgesetz, Pflanzenschutzgesetz, Futtermittelgesetz, Düngemittelgesetz
  • Angewandte Forschung, insbesondere zum Schutz des Bodens, der Gesundheit von Pflanzen und zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion
  • Erhalt von pflanzengenetischen Ressourcen in Genbanken

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) vollzieht hoheitliche Aufgaben im Kontroll- und Zulassungsbereich der Arzneimittel und Medizinprodukte und ist eine dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) nachgeordnete Behörde.

In Zusammenhang mit den hoheitlichen Aufgaben des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen nimmt die AGES folgende Aufgaben wahr:[12]

  • Analytische Untersuchungen von am Markt befindlichen Arzneimitteln und Verdachtsproben
  • Beteiligung in wissenschaftlich regulatorischen Verfahren auf europäischer Ebene
  • Bewertung der Zulassungsunterlagen, um sichere und wirksame Arzneimittel zulassen zu können
  • Durchführung von Inspektionen von Herstellbetrieben, Labors, klinischen Prüfungen und Vigilanzsystemen
  • Durchführung der Aktivitäten zur Marktüberwachungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Evaluierung von Registrierungsunterlagen von Arzneimitteln

AGES Jahresberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Experten der AGES erkennen und bewerten Gefahren, damit die Risiken für Menschen, Tiere und Pflanzen, für Boden und Wasser bestmöglich reduziert werden. Oberstes Ziel ist der Schutz von Menschen und Umwelt sowie sichere und hochwertige Lebensmittel, Futtermittel und Arzneimittel. Dafür arbeiten in der AGES Mitarbeiter aus den Bereichen Human- und Veterinärmedizin, Analytik und Statistik, Landwirtschaft, Pharmakologie und Risikobewertung. Ihre Arbeit basiert auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, EU-weit gesammelten Überwachungsdaten und dem aktuellsten Stand der Technik und des Wissens. Diese Grundlagen dienen dem Erarbeiten von Lösungen, die sowohl Politik, Behörden und der Wirtschaft als auch den Konsumenten zur Verfügung stehen. Der AGES-Jahresbericht 2016 gibt einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Dienstleistungen der AGES und einen Rückblick auf jene Themen, mit denen sich die AGES 2016 besonders beschäftigt hat.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz (GESG) geltende Fassung.
  2. AGES Allgemeines.
  3. AGES Geschäftsfelder.
  4. Aufgaben AGES Geschäftsfeld Ernährungssicherung.
  5. Aufgaben Geschäftsfeld Lebensmittelsicherheit
  6. Aufgaben AGES Geschäftsfeld Tiergesundheit.
  7. Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling auf RegiowikiAT abgerufen am 28. Februar 2014.
  8. Referenzzentralen AGES Geschäftsfeld Öffentliche Gesundheit.
  9. Aufgaben AGES Geschäftsfeld Öffentliche Gesundheit
  10. Aufgaben AGES Geschäftsfeld Strahlenschutz
  11. Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES).
  12. Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
  13. AGES Jahresbericht 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]