Stukenbrok

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Ehemaliger Firmensitz August Stukenbrok Einbeck (heute: Neues Rathaus (Einbeck))

Das Einzelhandels-Versand-Unternehmen August Stukenbrok Einbeck (ASTE) wurde 1888 in Einbeck gegründet und bestand bis 1932. Es war der zweite in Deutschland gegründete Versandhandel nach dem zwei Jahre älteren von Ernst Mey.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschlandrad No. 5
Unterseite einer Blechdose „Feinste Sprechmaschinen-Nadeln aus bestem Stahldraht sehr laut“, hier mit Produkten- und Güte-Anpreisung

August Stukenbrok (* 29. Mai 1867 in Pegestorf; † 4. Januar 1930) kam 1888 nach Einbeck und baute dort eine Fahrradfabrik auf, die auf dem Weg des Versandhandels direkt an die Endkunden verkaufte.

„Der Markenname ‚Deutschland-Fahrrad‘ mit dem bekannten Slogan ‚Mein Feld ist die Welt‘ wurde zum Begriff für solide und elegante, aber erschwingliche Fahrräder für jedermann. Eine Produktpalette rund um das Fahrrad kam hinzu, die wenige Jahre später durch einen allgemeinen Versandhandel ergänzt wurde.“

Städtisches Museum Einbeck

Die Firma August Stukenbrok Einbeck (ASTE) war für ihr zukunftsweisendes Marketing bekannt. Der Höhepunkt des Unternehmens fällt in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

„1908 kaufte Stukenbrok das Gebäude am Ostertor und machte es zum Zentrum eines repräsentativen stadtbildprägenden Ensembles. Heute ist hier das Neue Rathaus untergebracht.“

Städtisches Museum Einbeck

Die Weltwirtschaftskrise am Ende der Weimarer Republik führte 1932 zur Insolvenz des Unternehmens.

Die großen, seinerzeit weit verbreiteten Versandkataloge sind eine kulturgeschichtliche Quelle; einige liegen als Nachdruck vor. Das Städtische Museum in Einbeck pflegt die Erinnerung an das Unternehmen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stukenbrok gehörte zu den Anbietern so genannter Hundebomben und Hundekanonen – kleine Knallkörper, mit denen Radfahrer und Automobilisten herumstreunende Hunde aus dem Weg scheuchen konnten.[1]

Kataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stukenbrok – Illustrierter Hauptkatalog 1912. Reprint, Verlag Olms, Hildesheim 2000, ISBN 3-487-08047-8.
  • Stukenbrok – Illustrierter Hauptkatalog 1915. Reprint, Verlag Olms, Hildesheim 1998, ISBN 3-487-08399-X.
  • Stukenbrok – Waffenkatalog. Moderne Waffen, Munition, Jagdartikel. (von ca. 1913) Reprint, Verlag Olms, Hildesheim 1999, ISBN 3-487-08404-X.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Löns: Die Deutschland-Fahrradwerke August Stukenbrok zu Einbeck. Stukenbrok-Museum der Stadt Einbeck, Einbeck 1982.
  • Elke Heege und Erich Plümer: Fahrrad-Fabrik August Stukenbrok, Einbeck. Die Geschichte eines Versandhauses. (= Kleine Schriften des Städtischen Museums Einbeck, Heft 4.) Isensee Verlag, Oldenburg 1996, ISBN 3-89598-406-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Stukenbrok Einbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruth Herrmann: Hundebomben für die verehrte Kundschaft. In: Die Zeit. Nr. 40/1973, online aufgerufen am 25. Februar 2019.

Koordinaten: 51° 49′ 12,2″ N, 9° 52′ 20,7″ O