Chemisch-Technischer Assistent

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Chemisch-technischer Assistent (CTA) ist ein Ausbildungsberuf in Deutschland. Chemisch-technische Assistenten kommen hauptsächlich in der Forschung, Entwicklung, Lebensmittelanalytik und Umweltanalytik zum Einsatz.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten findet an öffentlichen und privaten Schulen statt. Sie dauert im Regelfall zwei, oft auch drei bis vier Jahre, je nachdem wie viele Zusatzqualifikationen Bestandteil der Ausbildung sind. Sie umschließt theoretischen und praktischen Unterricht (im Labor), beides in ungefähr gleichem zeitlichen Umfang, der vollständig an der jeweiligen Schule stattfindet. An einigen Schulen kann man sich nach dem ersten Schuljahr für die Fachrichtung Umweltschutz-technischer Assistent (UTA) entscheiden. In diesem Fall werden die praktischen Fächer Organische Chemie und Präparative Chemie sowie die theoretischen Fächer Allgemeine Chemie und Organische Chemie durch die praktischen Fächer Verfahrenstechnik und Umweltanalytik sowie durch die theoretischen Fächer Biologie, Ökologie, Umweltrecht und Verfahrenstechnik ersetzt.

Theoretische Fächer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theoretische Fächer mit exemplarischer Angabe der Wochenstunden (1. Jahr / 2. Jahr)

Allgemeintheoretischer Bereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsch
  • Englisch (1/1)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (1/1)

Fachtheoretischer Bereich (Chemieunterricht)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allgemeine und anorganische Chemie (2/2)
  • Analytische Chemie (3/3)
  • Informatik (2/1)
  • Mathematik I / Stöchiometrie (4/2)
  • Organische Chemie (3/3)
  • Physik (2/1)
  • Physikalische Chemie (2/2)
  • Spektroskopie

Praktische Fächer (Laborunterricht)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praktische Fächer mit Angabe der Wochenstunden (1. Jahr / 2. Jahr)

  • Physikalisches und physikalisch-chemisches Praktikum (auch: Physikalische Mess- und Prüftechnik, PMP) (2/5)
  • Qualitative und quantitative Analyse (auch als: anorganisch-analytische Chemie, AAC und Instrumentelle Analytik, IA) (10/–)
  • Präparatives Praktikum (auch als: Organisch-präparative Chemie) (–/6)
  • Technische Untersuchungen (auch als PMP, s.o.) (–/5)
  • Mikrobiologisches Praktika

Die genaue Stundenverteilung kann von Bundesland zu Bundesland leicht variieren.

Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussetzung für die Ausbildung zum Chemischen-Technischen Assistenten ist die Mittlere Reife (Realschulabschluss) oder ein vergleichbarer anderer Bildungsabschluss.

Verwandtschaft mit dem Chemotechniker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung zum Chemotechniker wurde in den 60er Jahren durch die zum Chemisch-technischen Assistenten ersetzt. Nach einer Phase des Überganges, in der parallel beide Berufe angeboten wurden, ist heute nur noch der CTA ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Fand der Chemotechniker klassischerweise Einsatz in der chemischen Industrie, so wurden CTA zunehmend in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Analytik diverser Untersuchungsanstalten angestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildungs-/Lerninhalte für CTAs:

  • Wächter, Michael: Chemielabor. Einführung in die Laborpraxis, Wiley-VCH, Weinheim 2011, 1. Aufl., ISBN 978-3-527-32996-0 (Für Chemiestudiums-Erstsemester an Unis und FHs, für Auszubildende zum Chemisch-technischen Assistenten CTA, Chemielaborant usw.)
  • Brackmann, Peter, Grote-Wolff, Astrid u.a.: Fachwissen Chemie 1: Kernqualifikationen für Laborberufe, Europa- Verlag, Haan-Gruiten 2011, 1.Aufl., ISBN 978-3-8085-6991-7 (Für Auszubildende zum Chemielaboranten u. ähnl. Laborberufe)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]