Extension (Geologie)

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Extension bezeichnet tektonische Prozesse, die mit der Dehnung der Erdkruste oder Lithosphäre in Verbindung stehen. Dabei spricht man auch von Dehnungstektonik. Durch Extension bzw. Dehnungstektonik entstandene geologische Strukturen werden als extensionale oder extensive Strukturen oder Dehnungsstrukturen bezeichnet.

Zonen mit extensionaler Tektonik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zonen mit extensionaler Tektonik sind typischerweise verknüpft mit:

Horst-und-Graben-Strukturen, wie sie typischerweise durch großflächige Krustendehnung entstehen (die Richtung der Extension wird mit den roten Pfeilen angezeigt).

Kontinentale Rifts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rifts sind lineare Zonen mit lokaler Krustendehnung. Deren Größe reicht von weniger als 100 km bis zu mehreren hundert Kilometer, bestehend aus einen oder mehreren Abschiebung (engl. Normal Fault) und den dazugehörenden Blöcken. In einem einzelnen Riftsegmente dominiert in der Regel eine Polarität (d. h. Einfalllinie) deren Ergebnis ein Halbgraben – Geometrie ist.[1] Andere verbreitete Geometrien sind metamorphe Kernkomplexe und Kippschollen. Beispiele von aktiven kontintentale Rifts sind der Baikal-Graben und der Ostafrikanischer Graben.

Divergente Plattengrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Divergente Plattengrenzen sind Zonen mit einer aktiven Dehnungstektonik, bei der durch Mittelozanische Rücken gebildete Erdkruste in den Öffnungsprozess einbezogen wird.

Gravitatives Ausdünnen von verdickter Erdkruste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zonen mit verdickter Kruste, wie zum Beispiel jene die durch Kontinent – Kontinent – Kollision entstanden sind, tendieren dazu seitlich zu spreizen; dieses Spreizen tritt auch schon während des Kollisionsprozesses auf.[2] Nach dem Ende der Kollision unterläuft die verdickte Kruste einen postorogenen gravitativen Kollaps, dabei werden häufig sehr große Dehnungsstörungen gebildet. Die großflächige devonische Dehnung, zum Beispiel, folgte unmittelbar nach dem Ende der Kaledonische Orogenese, insbesondere in Ostgrönland und im westlichen Norwegen.[3][4]

Entlastungszonen entlang von Blattverschiebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn eine Blattverschiebung entlang dem Streichen verschoben wird, bildet sich Dehnungs- oder Überdehnungszonen, an denen sich auch Lücken bilden können. Solche Bereiche sind auch bekannt als Entlastungszonen und bilden oft Pull – Apart – Becken. Beispiele von aktiven Pull- Apart – Becken sind das Tote Meer, das durch sinistralen Versatz der Toten Meer – Transform – Störungssystem entstanden ist und das Marmarameer, das durch den dextralen Versatz der Nordanatolischen Verwerfung entstanden ist.[5]

Backarc – Becken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backarc – Becken bilden sich hinter mehreren Subduktionszonen durch die Folgen des Slap rollback Dehnungszonen parallel zu den Inselbögen.

Passive Kontinentalgrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine passiver Kontinentalrand, der sich über eine schwächere Schicht, wie zum Beispiel überkomprimierter Tonstein oder Steinsalz,gebildet hat, tendiert dazu unter seinem eigenen Gewicht seitlich auszudehnen. Der innere Teil des sedimentären Dreiecks wird von Spreizungsstörungen beeinflusst, der von Verkürzung am Außenrand ausbalanciert wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ebinger, C.J., Jackson, J.A., Foster, A.N. & Hayward, N.J. 1999. Extensional basin geometry and the elastic lithosphere. Philosophical Transactions of the Royal Society, London, A, 357, 741–765.
  2. Tapponier, P. Mercier, J.L., Armijo, R., Tonglin, H, & Ji, Z. 1981. Field evidence for active normal faulting in Tibet. Nature, 294, 410–414.
  3. Dunlap, J.W. & Fossen, H. 1998: Early Paleozoic orogenic collapse, tectonic stability, and late Paleozoic continental rifting revealed through thermochronology of K-feldspars, southern Norway. Tectonics 17, 604–620.
  4. Hartz, E.H, Andresen, A., Hodges K.V. & Martin, M.W., 2000, The Fjord Region Detachment Zone: A long-lived extensional fault in the East Greenland Caledonides, J. Geol. Soc. London, 158, 795–810. (Memento des Originals vom 2. März 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/folk.uio.no
  5. Armijo, R., Meyer, B., Navarro, S., King, G. & Barka, A. 2002. Asymmetric slip partitioning in the Sea of Marmara pull-apart: a clue to propagation processes of the North Anatolian Fault? Terra Nova, 14, 80–86.