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Harnisch (Geologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schema der Entstehungsweise von Harnischflächen
Dunkler Spiegelharnisch auf einer Gesteinsoberfläche
Durch den Abriss riesiger Gesteinspakete beim Bergsturz von Wildalpen erzeugte Harnische an der Schaufelwand (rechtes Bilddrittel sowie links oben). Die Höhe der Felswand beträgt über 200 Meter.

Harnisch ist ein alter Bergmannsausdruck für eine Bewegungsspur auf einer Verwerfungsfläche, die dadurch entstanden ist, dass aneinandergleitende Gesteinspakete die Fläche geglättet haben. Dabei hinterlassen eingebettete härtere Gesteinskomponenten auf der Gleitfläche Kratzspuren (Gleitstriemung, Gleitstreifung) in Richtung der Verschiebung.[1] Sie sind ein Hinweis auf Bewegungen und ihre Richtung in der geologischen Vergangenheit. Die parallelen Striemungen weisen oft feine Abrisskanten auf. Anhand dieser Kanten lässt sich die relative Bewegung der Gesteinspakete zueinander rekonstruieren.

In Fällen, bei denen die Gleitfläche bei der Bewegung poliert wurde, spricht man auch von einem Spiegelharnisch.

Commons: Harnische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. Auflage, Spektrum, Heidelberg 2010, S. 63, 70 (Stichworte Gleitstriemung und Harnisch).