Mobilität in Deutschland

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Die Mobilität in Deutschland (MiD) ist eine bundesweite Befragung von Haushalten zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Sie wird in etwa alle fünf Jahre durchgeführt. Die aktuelle Erhebung wird 2016/17 wie in den Jahren 2002 und 2008 vom Markt- und Sozialforschungsinstitut infas durchgeführt. Die Ergebnisse stehen ab 2018 zur Verfügung.[1] Ähnliche Umfragen fanden bereits 1976, 1982 und 1989 unter dem Namen "KONTIV" (Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten) statt. Die in diesen Studien erhobenen Daten dienen sowohl als Basis für die Verkehrsplanung der Bundesrepublik Deutschland als auch für wissenschaftliche Untersuchungen zur Alltagsmobilität.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zentrale Aufgabe der Studie besteht darin, repräsentative und verlässliche Informationen zur Soziodemographie von Personen und Haushalten und ihrem Alltagsverkehr (z.B. Wege nach Zwecken und Verkehrsarten) für ein ganzes Jahr zu erhalten. Sie dient, gewichtet und hochgerechnet, als Rahmen und Ergänzung für andere Verkehrserhebungen, wie die Verkehrsbefragungen in einzelnen Städten (z.B. System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) oder das Deutsche Mobilitätspanel (MOP)).

Die Studie Mobilität in Deutschland bietet darüber hinaus aktuelle Datengrundlagen zu wichtigen Einflussgrößen der Mobilität und bildet die Basis für Verkehrsmodelle. Sie ist für die Verkehrsplanung, für Forschung und das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse von Bedeutung und liefert die quantitativen Hintergrundinformationen für politische Entscheidungen. Für die im Jahr 2008 durchgeführte MiD liegen die Ergebnisse seit August 2009, die Berichte seit Februar 2010 vor.[2]

Erhebungsdesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Erhebung wird eine Stichprobe in einem Triple-Frame-Ansatz aus Einwohnermelde-, Festnetz- und Mobilfunkstichprobe eingesetzt.[3] Im ersten Schritt wird je Haushalt wird ein Haushaltsfragebogen erhoben, der die Haushaltsmitglieder, ihre Soziodemografie und Mobilitätsaustattung erfasst. In einem zweiten Schritt protokolliert jedes Haushaltsmitglied für einen vorgegebenen Stichtag seine durchgeführten Wege. Diese Stichtagserhebung umfasst ein ganzes Jahr, so dass auch saisonale Schwankungen der Mobilität erfasst werden. Die Erhebung findet im Methodenmix aus telefonischen, schriftlich-postalischen und Online-Interviews statt. Sie startet Ende Mai 2016 und wird über ein Kalenderjahr bis Juni 2017 durchgeführt.

Regionale Auftraggeber der Mobilität in Deutschland 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit der MiD ist die Möglichkeit der regionalen Aufstockung der Erhebung. So ist die Studie ein gemeinsames Projekt des BMVI sowie zahlreicher regionaler Partner. Damit liefert die Studie nicht nur Ergebnisse für ganz Deutschland, sondern auch für Bundesländer und einzelne Regionen.

Insgesamt werden zwischen April 2016 und Mai 2017 über 135.000 Haushalte befragt. Davon entfallen 30.000 auf den Auftrag des BMVI. Über 100.000 Interviews werden von den regionalen Partnern finanziert.[4]

Bundesländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baden-Württemberg
  • Freistaat Bayern
  • Brandenburg
  • Freie Hansestadt Bremen
  • Freie und Hansestadt Hamburg
  • Hessen (in Kooperation mit regionalen Partnern)
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Freistaat Thüringen

Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen und Zweckverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Verbände und Großräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verband Region Rhein-Neckar (VRRN)
  • Regionalverband Ruhr (RVR)
  • Metropolregion Hamburg

Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • StädteRegion Aachen
  • Landkreis Ansbach
  • Landkreis Bamberg
  • Bodenseekreis
  • Landkreis Cuxhaven
  • Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Landkreis Forchheim
  • Landkreis Fürth
  • Region Hannover
  • Landkreis Kitzingen
  • Landkreis Lichtenfels
  • Landkreis Ludwigslust-Parchim
  • Landkreis München
  • Landkreis Neumarkt i.d.OPf.
  • Landkreis Neustadt-Aisch-Bad Windsheim
  • Landkreis Nordwestmecklenburg
  • Landkreis Nürnberger Land
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Landkreis Roth
  • Landkreis Tübingen
  • Landkreis Uelzen
  • Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadt Ansbach
  • Bundesstadt Bonn
  • Stadt Brühl
  • Stadt Fürstenfeldbruck
  • Stadt Koblenz
  • Stadt Köln
  • Hansestadt Lübeck
  • Stadt Ludwigsburg
  • Landeshauptstadt München
  • Stadt Neuwied
  • Stadt Nürnberg
  • Stadt Schwabach
  • Landeshauptstadt Schwerin
  • Stadt Stein
  • Stadt Wuppertal

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mobilität in Deutschland
  2. Follmer, Robert et al.: Mobilität in Deutschland 2008 Kurzbericht. Struktur – Aufkommen – Emissionen – Trends. BMVI, Februar 2010; abgerufen am 21. Mai 2015 (PDF, ca. 3 MB).
  3. infas: Erhebung zur Mobilität in Deutschland startet
  4. Mobilität in Deutschland: Regionale Erhebungen