Kornmarkt (Heidelberg)

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Kornmarkt
Die Mariensäule auf dem Kornmarkt

Der Kornmarkt ist ein Platz in der Altstadt von Heidelberg unweit des Marktplatzes. Im Norden des Kornmarkts verläuft die Hauptstraße, im Süden die Ingrimstraße und die Karlstraße. Südlich des Kornmarkts beginnt der Burgweg, der auf das Heidelberger Schloss führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Pflaster markierte Spital-Kapelle, dahinter das Rathaus und die Alte Brücke, links der „Prinz Carl“

Auf dem Kornmarkt stand ab dem 13. Jahrhundert das Heilig-Geist-Spital. Die Umrisse der ehemaligen Kapelle des Spitals sind durch die Pflasterung auf dem Platz kenntlich gemacht. 1557 wurden die Gebäude des Spitals auf Initiative des Stadtrats abgerissen, um dort einen Milch- und Krautmarkt einzurichten. Zunächst wurde die Bezeichnung Neuer Markt verwendet, später setzte sich dann der Name Kornmarkt durch.[1]

Bei Bauarbeiten für eine Tiefgarage im Jahr 1986 wurden unter dem Platz Mauerreste des Spitals gefunden, sowie Reste des von Ende des 13. Jahrhunderts bis zum ersten Drittel des 15. Jahrhunderts genutzten Spitalfriedhofs. Von letzterem wurden hierbei etwa 270 Bestattungen der ungefähr 800 Grabstellen erfasst, darunter die „Grablege 45“ aus dem 14. Jahrhundert, eine bei Ehegatten übliche Nachbestattung zweier etwa dreißigjähriger Personen, die vom cis- und heteronormativen Grabungsteam ohne weitere Untersuchungen als wahrscheinlich blutsverwandte Frauen kategorisiert wurden. Ob die beiden Personen in Wirklichkeit sapphisch waren oder eine von ihnen trans war, wodurch die Bestattungsform besser erklärbar wäre, konnte nicht festgestellt werden.[2][3]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Kornmarkts befindet sich das Rathaus, an der Südostecke das Palais Graimberg und an der Westseite das städtische Verwaltungsgebäude Prinz Carl, dessen Vorgängerbau ein Luxushotel war.[4] Im Zentrum des Platzes steht die 1718 von Peter van den Branden geschaffene Mariensäule mit drei Brunnenschalen, die sogenannte Kornmarkt-Madonna.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kornmarkt (Heidelberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lutz, Dietrich, u. a. (Red.): Vor dem großen Brand: Archäologie zu Füßen des Heidelberger Schlosses, Ausstellungskatalog, herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1992, bes. S. 48–50, ISBN 3-927714-17-8
    Kornmarkt – ehemaliger Standort des Spitals@1@2Vorlage:Toter Link/www.heidelberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 134 kB). Website der Stadt Heidelberg. Abgerufen am 30. Oktober 2012.
  2. Ilona Scheidle: Lesben-Geschichte-Frauen-Bewegung. Kap. Heterozentrismus überwinden – lesbische Existenz finden... Heinrich-Böll-Stiftung, Gunda-Werner-Institut, 17. August 2011, abgerufen am 9. Juli 2019.
  3. Ilona Scheidle: (Kirchen)Geschichte “belesben”. In: Werkstatt Schwule Theologie. 10. Jahrgang, Heft 1/2003. WeSTh, März 2003, ISSN 1430-7170, Kap. “Ich sehe was, was Du nicht siehst” – ein hermeneutisch suchender Blick auf Geschichte, S. 36–37 (archiv.westh.de [Rich Text Format; 45 kB]).
  4. Prinz Carl Website Heidelberg Tourismus. Abgerufen am 24. April 2019.
  5. Kornmarkt Madonna, ausführliche Beschreibung bei der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg. Abgerufen am 7. November 2012.

Koordinaten: 49° 24′ 43,2″ N, 8° 42′ 41,4″ O